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Hermh: Cold Blood Messiah

Schwach geklaut und nichts erfunden
Wertung: 6/10
Genre: Symphonic Black/Death Metal
Spielzeit: 38:56
Release: 27.04.2009
Label: Regain Records

Unsere polnischen Nachbarn haben eine gut entwickelte Metalszene zu bieten, die sich trotz oder gerade wegen der kirchentreuen Gesellschaft immer weiter entwickelt. Als Speerspitzen fungieren mit Sicherheit Vader und Behemoth, von denen letztere auch schon mit Hermh auf Tour waren. Diese Band existiert seit 1994 und kann mit „Cold Blood Messiah“ nun schon ihr siebtes Album vorweisen, auf welchem sie sich wieder mal dem „Vampiric Black/Death Metal where anything can happen!“ verschrieben haben.

Der Zusatz „Vampiric“ macht klar, dass sich Hermh nicht auf den Pfaden ihrer eingangs erwähnten Landsleute bewegen, sondern sich von Acts von Cradle of Filth und Dimmu Borgir haben beeinflussen lassen. Wer also seinen Black Metal nur unterproduziert mag und Keyboards verabscheut, sollte sich ein anderes Review auf dieser Seite zu Gemüte führen. Hermh arbeiten nämlich stark mit dem Tasteninstrument und geben ihren Songs damit einen sakral-okkulten Anstrich. Musikalisch klingt das in etwas so, als würde Dimmu Borgirs Shagrath bei Cradle of Filth singen, während Galder von Old Man's Child einige Ideen beisteuern darf. Das mag für einige ganz interessant klingen, in der Realität dauert es aber bis zum dritten Song, bis man aufhorcht. „Eyes Of The Blind Lamb“ wirkt nämlich nicht nur wie wild zusammengewürfelt, sondern hat einen roten Faden und kombiniert geschickt die epischen Chöre, knallharte Riffs und das Gekeife von Sänger Bart, das allerdings ein wenig mehr Abwechslung vertragen könnte.

Abwechslung ist ohnehin das Stichwort. Denn abgesehen von einigen Breaks preschen die sechs Polen unentwegt nach vorne los. Ein ruhiger Beginn wie der von „I Bring You Fear“ wird zu schnell von rasender Geschwindigkeit zerhackt. Da helfen auch die Chöre nicht viel, zumal sie wie willkürlich eingesetzt wirken. Hier versuchen sich Hermh offensichtlich daran, die letzten Alben von Emperor zu kopieren, was aber von vornherein zum Scheitern verurteilt war. Alles wirkt zu vorhersehbar und wird mit zunehmender Spielzeit zum echten Ärgernis.

„Gnosis“ ist dann endlich ein kleiner Lichtblick, auch wenn es nur knapp 90 Sekunden dauert. Aber diese kurze Zeit, in der nur akustische Gitarren ertönen, ist purer Balsam. Nicht, dass die Musik zu brutal ist, aber sie macht mittlerweile einfach keinen Spaß mehr. „Who Can Be Against Us“ ist nämlich natürlich wieder ein Mix aus schnellen Passagen, Chorgesängen und dem diesmal etwas abwechslungsreicheren Gesang von Bart. Der Song zählt aber dennoch zu den besseren auf „Cold Blood Messiah“, da die Truppe hier im Mittelteil wirklich hörenswerte Melodien bietet und sich der Frontmann auch an einer Art Sprechgesang versucht.

Fazit: Nein, die Platte macht keinen Spaß. Sicher, sie ist nicht schlecht, aber es scheint als sei in diesem Genre schon seit Jahren alles gesagt worden. Für das hohe instrumentale Niveau, einige gute Ideen und die ordentliche Produktion tendiere ich zu 7 Punkten, die sich ständig wiederholenden Songstrukturen und die damit einhergehende Langeweile verlangen nach einer Wertung im 4er Bereich. Treffen wir uns also in der Mitte und geben noch einen halben Punkt für das schicke Cover drauf.

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