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Herman Brood & His Wild Romance: Live At Rockpalast 1978 + 1990

Eine weitere beachtenswerte Auskopplung aus der Rockpalast-Reihe
keine Wertung
Genre: Rock / Pop
Spielzeit: 120 min.
Release: 27.01.2012
Label: M.I.G. Music

Im Jahr 2001 verlor die Rock- und Popwelt eine schillernde Persönlichkeit: Herman Brood nahm sich das Leben, womit eine turbulente Karriere als Musiker und Maler endete und die Niederlande einen ihrer populärsten Einwohner verloren. 

Herman Brood & His Wild Romance waren zweimal Gast beim Rockpalast. Beide Konzerte wurden natürlich gefilmt und jetzt hat man aus den Aufnahmen eine DVD gemacht. Da die Aufnahmen zwölf Jahre voneinander entfernt aufgezeichnet wurden, kann man deutlich den künstlerischen Wandel und den fortschreitenden Drogenkonsum des Frontmannes sehen und hören. Während der Künstler im Jahr 1978 noch jugendlich und frisch über die Bühne springt, so sieht man ihn 1990 mit schon deutlich eingefallenem Gesicht und viel „verbrauchter“ klingender Stimme. Auch der Atem ist deutlich kürzer; das wilde Leben dieses Mannes hat deutliche Zeichen hinterlassen.

Die Aufnahmen sind, wie immer in dieser DVD-Reihe, praktisch naturbelassen. So, wie die Konzerte gefilmt wurden, so sind sie auch auf dem Rundling zu sehen. Die beiden Auftritte sind ungeschnitten, was ein kontinuierliches Konzertgefühl ermöglicht. Der Sound ist bei beiden Konzerten gut, das Bild bei der neueren Aufnahme natürlich besser, allerdings ist der Unterschied nicht so groß, wie man vermuten möchte. 

Der 1978 aufgezeichnete Gig war gut besucht und die Stimmung sehr gut. Herman Brood steht mit einer klassischen Rockband, bestehend aus Bassist, Schlagzeuger und Gitarrist auf der Bühne. Er selbst spielt bei einigen Songs Klavier, konzentriert sich ansonsten aber auf den Gesang. Zu der Zeit war er sehr tonsicher und beherrschte auch lange Strophen ohne in Atemnot zu geraten. Die Songs sind größtenteils schnelle Rock'n'Roll-Nummern mit leicht funkigem Anstrich. Nummern wie „Waiting for My Man“ oder „Doreen“ stechen besonders hervor - sie sind charakteristisch für den Sound von Herman Brood & His Wild Romance Ende der Siebziger Jahre. Popmusikelemente sucht man noch recht vergebens, der Rock dominiert sehr deutlich. Die Lieder klingen fast ausnahmslos ziemlich fröhlich, zumindest aus jetziger Sicht betrachtet. Es sind wesentlich mehr Songs auf der ersten Aufnahme als auf der zweiten, was aber nicht daran liegt, dass die Spielzeiten so unterschiedlich wären, diese Tatsache rührt eher daher, dass auf der ersten Aufnahme wesentlich mehr Songs mit weniger als zwei Minuten Spielzeit sind. 

Die zweite Aufnahme wurde in der Live Music Hall in Köln aufgezeichnet. Wie oben bereits erwähnt, wirkt der Protagonist im Jahr 1990 schon deutlich angeschlagen. Die Band hat sich während der vergangenen zwölf Jahre verändert. Sie wurde um zwei Sängerinnen aufgestockt und das Klavier wurde durch ein Keyboard ersetzt. Die Stimmung ist bei diesem Konzert nicht so gut wie beim anderen und es scheinen auch nicht so viele Zuschauer vor Ort gewesen zu sein. 

Die Songs klingen moderner, poppiger und nicht mehr so Rock'n'Roll-lastig - die Achtziger Jahre haben auch hier ihre Spuren hinterlassen. Doch auch das zweite Konzert hat ausreichend Highlights zu verzeichnen. Die Titel „It Ain’t A Gun“ und „Home“ wären zum Beispiel hier anzuführen. 

Mit der DVD liegt ein weiteres Zeitdokument einer großartigen Musikreihe vor, die es Wert ist, nicht in Vergessenheit zu geraten. Ansprechend könnte genau diese Auskopplung für alle Rockfans sein, die zum Beispiel auch auf den klassischen Pop-Rock aus den Neunziger Jahren stehen. Herman Brood & His Wild Romance waren eine beeindruckende Künstlergruppe, die es verstand gute, radiotaugliche Musik zu machen. Dieses Talent vermisst man heute nur zu oft. 

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