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Heralder: Twilight Kingdom

Gute Ansätze erkennbar
Wertung: 6/10
Genre: Folk, Gothic, Epic Metal
Spielzeit: 43:56
Release: 20.06.2008
Label: twilight

Was haben wir denn hier? Wieder mal eine Formation, die in den folkig-epischen Bereich mit Gothic-Anleihen geht und sowohl mit Frauen- als auch mit Männergesang aufwartet. Sicherlich nicht unbedingt die alleroriginellste Idee, auch wenn Heralder das übliche Schema ein wenig variiert und nicht nur zwei Sänger(innen) am Start haben, sondern gleich drei, da sich mit Tina Henschel und Steffi Gratz gleich zwei Damen hinter dem Mikro platziert haben.

Den männlichen Part hat hier ein gewisser Björn Hacket übernommen, der zwischen leicht pathetisch angehauchten cleanen Vocals, tiefen Growls und Black-Metallischen Schreien pendelt. Am besten gefällt er mir bei den Schreien, die Growls sind ausbaufähig, da er hier noch ein wenig schwach auf der Brust wirkt.

Die beiden Damen sind mir ein bisschen zu unscheinbar und vor allem in der Stimmlage viel zu ähnlich, sodass man sie kaum auseinander halten kann. Wenn man schon zwei Sängerinnen hat, sollten sie meiner Meinung nach doch auch möglichst unterschiedlich klingen, das macht mehr Sinn. So oder so sind Frau Henschel und Frau Gratz ziemlich austauschbar und singen an manchen Stellen noch dazu grauenhaft schief – das gilt beispielsweise für den Song „The King’s Return“, der an sich ein recht gutes Gesangsarrangement zu bieten hat.

Schade, dass der Song durch nicht richtig getroffene Töne an Qualität einbüßt. Mir ist es ohnehin ein Rätsel, wie man Gesangspassagen, die eindeutig schlecht eingesungen wurden, einfach auf der CD lassen kann. Als Sänger muss man das doch hören – oder ist denen das etwa egal? Kann ich mir kaum vorstellen…

Übrigens gilt dasselbe für Herrn Hacket, von dem man auch nicht gerade behaupten kann, dass sein Cleangesang immer zu hundert Prozent sitzt. Bitte noch etwas üben!

Was ansonsten das Musikalische angeht, ist das Album gar nicht schlecht. Das Oktett ist bemüht um einigermaßen anspruchsvolle Arrangements und dass es manchmal ein wenig holprig ist und die Produktion etwas hölzern klingt, hat einen gewissen Underground-Charme.

Vielversprechend ist ebenso der Beginn der Scheibe, das Cradle-mäßige Intro weiß durch seinen mystischen Touch zu überzeugen und „Twilight Entrance“ ist ein gut gewählter Opener, weil relativ eingängig. Heralder setzen durchaus auf Abwechslung, es gibt sowohl ruhigere Momente („Secret Of Silence“), als auch Stücke, wo man etwas mehr aufs Gaspedal drückt („Twilight Entrance“, „The Forest Hides The Prize Of Wisdom“) und mit „Queen Of Snowfall“ sogar einen kleinen Hit, der einen richtig guten Chorus beinhaltet.

Insgesamt ist „Twilight Kingdom“ ein durchaus annehmbares Debüt (die Truppe veröffentlichte zuvor lediglich einige Demos), das sicherlich ein gewisses Potenzial der Band aufzeigt. Es wird auf jeden Fall deutlich, dass man nicht umsonst gleich drei Sänger an Bord hat und sich somit von der Konkurrenz unterscheiden möchte, denn die Gesangsarrangements können sich im Prinzip hören lassen und die Stimmen stehen klar im Fokus.

Umso bedauerlicher, dass ausgerechnet hier der größte Verbesserungsbedarf besteht. Wenn man den Gesang so in den Vordergrund stellt, sollte er auch sitzen und nicht die im Großen und Ganzen guten Songs in der Qualität mindern. Wenn man in diesem Bereich das nächste Mal zulegt und vielleicht auch noch eine etwas bessere Produktion bieten kann, sind mehr als sechs Punkte drin.

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