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Hemoptysis: Misanthropic Slaughter

Der König ist tot – es lebe der König!
Wertung: 8.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 50:07
Release: 27.05.2011
Label: Rock It Up Records

Den Thrash Metal der achtziger Jahre wiederzubeleben, das haben sich ja viele Bands zum Ziel gemacht. Die meisten scheitern kläglich, einige wenige meistern die Aufgabe, klingen dann aber wie ein Abklatsch der Bands von früher und nur ganz wenige Gruppen können den Stil aufgreifen und trotzdem einzigartig bleiben. Die Amerikaner von Hemoptysis sind auch eine der Bands, die versuchen, verschollen geglaubtes Kulturgut wieder neu zu beleben. So viel sei schon verraten: Sie machen ihre Sache gar nicht schlecht.

Beim ersten Anhören fühlt man sich tatsächlich an alte Metallica oder auch Megadeth-Platten erinnert. Mit einer Ausnahme allerdings: Der Gesang mag so gar nicht in dieses Bild passen. Dieser erinnert nämlich mehr an die Death-Metal-Helden von Morbid Angel. Die Vocals klingen hohl und dämonisch, fast unmenschlich. Sie bestehen zu hundert Prozent aus giftigem Keifgesang, der aber noch verständlich ist. Zumindest, wenn man sich ein klein wenig Mühe gibt.

So ungewöhnlich, wie der Gesang daherkommt, so klassisch verhalten sich die Gitarren. Neben einem sehr vintageorientierten Sound gibt es ausgedehnte Soli, die oftmals sehr melodiös ausfallen. Ein perfektes Beispiel hierfür ist der Titel „Shadows Of Death“, währenddem sich die Klampfen ein wahres Soloduell liefern. Damit ist der Sound natürlich noch nicht vollständig. Es fehlen noch die Rhythmusinstrumente. Während der Bass etwas unscheinbar vor sich hinplätschert, markieren die Drums einen der tragenden Eckpfeiler der Musik von Hemoptysis. Das abwechslungsreiche Spiel von Travis Thune gibt dem Sound der vier Recken eine eigene Färbung. Es werden alle Register gezogen und das Trommelspiel nimmt von doomig bis beinahe zum High-Speed-Getrommle alle Facetten auf und gibt sie wider. Interessante Breaks, schöne Fills und auch eine nie langweilige Begleitung der Strophen sorgen für die nötige Aufmerksamkeit der Zuhörer.

Die Scheibe klingt ehrlich und direkt, aber nicht wie aus der goldenen Zeit des Bay-Area-Thrash, und das ist auch gut so. Der Rundling drückt, kratzt und präsentiert sich verdammt ungehobelt. Sympathisch macht das Teil auch der Umstand, dass trotz einer Spielzeit von knapp einer Stunde keine Füller verbaut wurden. Alle Songs haben ihre Aussage und man hat auch nie das Gefühl, dass man irgendwelche Passagen auf der Schiebe schon einmal gehört hat. Alles klingt sehr frisch und unverbraucht. Man hat den Eindruck, dass hier die Melodien nur so aus dem Ärmel geschüttelt werden. Im Titel „Hopeless“ beispielsweise sind mehr Melodien verarbeitet, als manch andere Band für ein ganzes Album bereithält.

Es gibt keinen Zweifel, Hemoptysis sind eine hochtalentierte Gruppe, die sich allerdings ein schweres Gelände mit ihrer Musikrichtung ausgesucht haben. Interessant ist die Platte für alle, die auf gitarrenorientierte, schnelle Musik, a la „Killing Is My Business... And Business is Good“ oder auch „Kill 'Em All“ stehen. Hier darf der Thrasher mit Nostalgieveranlagung blindlings zugreifen, doch auch für alle anderen Fans handgemachter Musik dürfte das Teil interessant sein.

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