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Helrunar: Grátr

Das Debüt hat es in sich
Wertung: 8/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 41:59
Release: 02.05.2009
Label: Lupus Lounge

Eine der vielversprechendsten deutschen Black Metal-Kapellen meldet sich zurück. Zwar mussten Helrunar ihre Besetzung 2008 von drei auf zwei Mitglieder runterfahren, da Gitarrist Dionysos sich zum Rücktritt entschloss. Doch die Überbrückungszeit bis zur Aufnahme eines neuen Gitarristen und damit dann hoffentlich auch eines neuen Albums fällt durch die Wiederveröffentlichung des 2003er-Demos „Grátr“ nicht allzu schwer.

Besonders interessant ist dieser Release aus zweierlei Gründen: Erstens existieren vom inzwischen sechs Jahre alten Demo lediglich 500 Exemplare, die allesamt natürlich längst vergriffen sind. Zweitens handelt es sich dabei nicht um ein qualitätsverachtendes Underground-Tape, wie so oft im Black Metal zu finden, sondern um ein professionell produziertes, druckvolles Black Metal-Gewitter oberster Güteklasse. Der Sound ist etwas roher als bei den beiden Nachfolgern „Frostnacht“ und „Baldr Ok Íss“, aber ansonsten steht er ihnen in nichts nach.

Musikalisch ist durchaus zu hören, dass „Grátr“ das erste Album der Münsteraner ist. Das soll nicht heißen, dass die Band hier ihre ersten holprigen Gehversuche im Musiksektor zelebriert, sondern die stilistischen Parallelen zum Label-Debüt aufzeigen. Denn nach Anfängern, die einfach mal drauf losspielen und abwarten, was dabei rauskommt, klingt „Grátr“ ganz sicher nicht. Wahrscheinlich spielt die Band bei Konzerten auch deswegen noch regelmäßig die Songs „Seelenwinter“, „Ich bin die Leere“ und „Raune mit der Tiefe“ live vor Publikum. Es ist beachtlich, in welchem Umfang das Demo noch berücksichtigt wird, denn bei diesen drei Songs handelt es sich exakt um die Hälfte des ganzen Albums.

Die Anfänge der Band klingen weniger erwachsener und dafür impulsiver als Helrunar zu „Baldr Ok Íss“-Zeiten. Während die Formation mit dem aktuellen Album den Temporegler etwas zurückdrehte, regiert auf „Grátr“ noch über weite Strecken kalter Black Metal der alten norwegischen Schule, ohne dabei einen gewissen Grad an Eingängigkeit auszuschließen. Die Songs bewegen sich allesamt zwischen schnellen Blastbeat- und Mid-Tempo-Passagen, die hin und wieder durch die charakteristischen ruhigen Akustikgitarren-Parts ergänzt werden. „Das heilige Feuer“ beispielsweise ist ein ergreifender Song voller Abwechslung, der die Stärken der Band perfekt bündelt, und gerade durch seine bitterkalte Melodie besticht. Genau diese Melodien und das Wechselspiel zwischen akustischen Einschüben und schwarzmetallischer Raserei in Kombination mit den nordisch inspirierten Texten drückten Helrunar den Pagan-Stempel auf.

 Über allem thront stets das markante und meist sogar recht verständliche Organ von Sänger und Gitarrist Skald Draugir, während im Hintergrund gnadenlos gemetzelt wird oder sogar leicht rockige Gebilde auftauchen, wie beispielsweise in „Seelenwinter“.

Demo-CDs, die die Messlatte soweit oben auf der Qualitätsskala platzieren, sind selten. Es ist wahrlich kein Wunder, dass die Jungs unmittelbar nach dieser Veröffentlichung einen Plattenvertrag in der Tasche hatten. Wer etwas für Black Metal der alten Schule übrig hat oder das Label-Debüt der Band für ein tolles Werk hält, sollte sich diese CD unbedingt zulegen. Für Anhänger der beiden anderen Alben der Band ist „Grátr“ ohnehin ein Pflichtkauf.

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