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Helrunar: Frostnacht

Heathen/Black Metal mit Pagan Einflüssen und deutschen Texten
Wertung: 7.5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 52:11
Release: 24.10.2005
Label: Lupus Lounge

Helrunar ist eine relativ junge Band aus Münster. Vor zwei Jahren lenkten sie die Aufmerksamkeit durch das Demo „Grátr“ auf sich, und versuchen nun, mit ihrer neuen Produktion „Frostnacht“ zu punkten.

Textlich bewegt sich die Band hier im deutschen, aber auch im skandinavischen Raum, so gibt es Lieder, die z.B. in Altwestnordisch oder Alt-Isländisch verfasst sind. Die für diese Musikrichtung typischen, oft fast schon peinlichen, christenfeindlichen Texte voll von Poserei, die eher durch Oberflächlichkeit als durch Tiefgang auffallen, sucht man hier vergebens. Mit für Black Metal-Verhältnisse sehr verständlicher, aber dennoch rauer Stimme wird hier druckvoll von heidnischen Sichtweisen und der nordischen Mythologie gesungen.

Musikalisch weht ein nordischer Wind, nein, eher ein Sturm. Denn die Vorbilder der Band sind hörbar im norwegischen Black Metal angesiedelt. Darkthrone und Co. lassen grüßen. Dennoch behält die Musik ihre Eigenständigkeit, allein die Kälte und Assoziationen dieser Musik schwingen zu jeder Zeit mit.

Leise, verzerrte Gitarren unterlegen im Intro „Birke im Moor“ die gedämpfte, halbflüsternde Stimme, ehe es dann mit dem wirklichen Opener geradewegs nach vorne auf die Ohren geht. Schnelles Knüppeln wechselt sich mit melodischeren Parts ab. Nach einem gesprochenen Teil gegen Ende des Songs, gibt es eine nette Gitarrenmelodie zu hören. Ja, der titelgebende Song „Frostnacht“ ist einer der stärkten der CD. „…bis die Seele“ weiß genauso gut zu gefallen, denn gerade der relativ epische Start ist sehr überzeugend, bis eine Gitarrenmelodie einsetzt, die irgendwie nicht dazu zu passen scheint.

„Nachtfrost“ ist eine der zwei Entspannungsphasen des Albums, die ruhige akustische Gitarrenklänge und die gesprochene Stimme, die wir auch schon aus dem Intro kennen, beinhalten und dem Hörer eine kurze Verschnaufpausen einräumen, um dann erneut von den harten, schnellen Knüppelpassagen abgelöst zu werden. Die akustischen Gitarren geben bestimmten Songs noch einen gesonderten Reiz, machen z.B. den letzten Song der CD „Minis Brunnr (Gratr Önnor)“ zu einem wirklichen Leckerbissen. In „Der Trank des Gehängten“ versucht man sich in cleanem, melodischem Gesang. Doch da die Stimme sehr in den Hintergrund geraten ist, bleibt nur ein schwacher Eindruck davon übrig. Schade eigentlich…

Wer Heathen/Black Metal mit Pagan Einflüssen und deutschen Texten mag, der sollte hier auf jeden Fall einmal reinhören, denn trotz kleinerer Schwächen weiß die CD durchaus zu überzeugen. Ich wage zu behaupten, dass es hierzulande zu dieser Zeit nicht viele Bands gibt, die sich diesem Musikstil verschrieben haben und nicht in Klischees verfallen. Dies ist leider oft der Fall, nicht aber bei Helrunar aus Münster.

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