Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Hellsaw: Phantasm

Pflicht-Ohrenfutter für jeden Black Metal-Fan!
Wertung: 9/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 40:28
Release: 01.08.2007
Label: Folter Records

Das mittlerweile dritte Lebenszeichen der Österreicher Black Metaller Hellsaw habe ich neugierig erwartet … neugierig deshalb, weil ich gespannt war, ob es die Jungs schaffen würden, eine Weiterentwicklung seit ihrer ersten Full Length-Scheibe „Spiritual Twilight“ erkennen zu lassen.

Und ich will an dieser Stelle nicht übertreiben, aber im Gegensatz zu den Zeiten der „Spiritual Twilight“ wirken die Herren Aries (Vocals, Bass, Gitarren) und Svart (Drums) erheblich und um einiges gereifter. Gereifter ist vielleicht nicht ganz der richtige Ausdruck für das, was dem Hörer auf „Phantasm“ geboten wird. Eher scheint es fast so, als hätten die zwei Musiker endgültig ihren eigenen Stil gefunden. Das Songwriting enthält, ganz im Gegensatz zum Vorgänger-Album, keinerlei belanglosen Füllstoff mehr, der den Hörer auf die Dauer anödet. Nein, ganz und gar nicht. Die Jungs scheinen die Zwischenzeit nicht allein in ihrem dunklen Kämmerlein verbracht zu haben, sondern viel eher damit, wie man innerhalb eines Songs den Spannungsbogen richtig spannt, wie man mit Tempiwechseln einem Song Drive gibt und dass es auch mal überhaupt nicht schlecht ist, wenn man mal ruhige Töne zwischen die heftigen Passagen dazwischen klöppelt.

Direkt in den Schlund der höllischen Tiefen wird man gerissen bei den ersten Tönen von „Silent Landscape“ … okay, ich würde mir persönlich jetzt in Gedanken ein anderes Bild machen von einer „ruhigen Landschaft“, aber wer fragt denn schon mich? Der Song nimmt sich seine Parts, die in Richtung Raserei gehen, welche allerdings niemals übertrieben ausgereizt werden. Vielmehr bekommt man schon hier einen ersten Eindruck von den Fortschritten, die die beiden Musiker zweifelsohne gemacht haben. Eindrucksvoller Einstieg!

In „The Ember Of Your Own“ wird man auch wieder Ohrenzeuge von gut ausgetüfteltem Songwriting. Eine Oase innerhalb der hartmetallischen Raserei gibt es mit einem klitzekleinen Zwischenspiel der Akustikgitarre. Auch der Part, in dem Aries nur flüstert, punktet bei mir insofern, als dass dieser Song zu meinem ersten Highlight der Scheibe wird. Nur schade, dass der Song lediglich ausgefaded wird …

Der Titelsong „Phantasm“ startet mit Black Metal-typischen Gitarrenläufen. Und ich verspreche Euch, die Hauptmelodie werdet Ihr sicher selbst beim Brötchenkaufen vor Euch hersummen … Sehr gutes, abwechslungsreiches Stück, das meine höchste Anerkennung bekommt. Das Instrumental „So Far…“ hätte ich in dieser Form so gar nicht erwartet von einer Black Metal-Band: Hier dominiert zunächst eine Akustikgitarre, welche mit sehr schönen Melodien zu begeistern weiß, bis die Sturmböen heftiger werden und dann doch alle Instrumente einsteigen. Sehr gut gemacht, Jungs!

„The Inner Revenge Of Nature“ eignet sich eingangs bestens zum Durchlüften der Haarpracht, denn hier geht es flott zu Werke. Sehr gutes Stück der schnelleren Gangart, was aber zwischenzeitliche Midtempoparts nicht gänzlich ablehnt. „Omen“ dagegen driftet mehr Richtung der Raserei ab, ohne jedoch wie ein kopfloser Reiter durch die Nacht zu preschen. Will heißen: Den sprichwörtlichen roten Faden verlieren die Jungs zu keiner Zeit – absolut souverän führen sie den Hörer durch ihre Kompositionen.

„In Memory“ findet sich dahingegen im gemächlichen Midtempo wieder. Zwar ist dieser Song leider nur knapp unter drei Minuten lang, doch trotzdem nimmt er den Hörer nicht minder gefangen. Kurzes, aber sehr prägnantes Stück! In „Frozen March“ wird dann im Hause Hellsaw das Gaspedal auf der Zielgeraden wieder mehr durchgedrückt – nicht ganz bis zum Bodenblech, aber wer will schon hirnlose Raserei? Na, eben, sag ich doch …

Wunderschön, ungemein erhaben und sehr stimmungsvoll beschließt das ruhige „Outro“ dann mit Pianoklängen das Album. Ein Album, das ich so stark nicht erwartet hätte. Ich hätte ehrlicherweise nicht damit gerechnet, dass die Jungs einen solch gewaltigen Schritt nach vorne machen würden. Auch die Produktion hat voll ins Schwarze getroffen, unterstreicht sie doch perfekt alle Vorzüge, welche die Musik Hellsaw´s ausmachen.

Fazit: Weiter so, Jungs! Ein festlicher, wahrer und echter Black-Metal-Schmaus für die Vorweihnachtszeit.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna