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Helloween: Unarmed - Best Of 25th Anniversary

Licht und Schatten - aber um einiges besser als erwartet
keine Wertung
Genre: Power Metal (zumindest ursprünglich)
Spielzeit: 59:10
Release: 29.01.2010
Label: Columbia/ Sony Music

„Future World“, „Halloween“, „Dr.Stein“, „Eagle Fly Free“ oder „I Want Out“ - mal ganz ehrlich, welcher Metal-Fan kennt diese Klassiker nicht?! Und Helloween haben ja noch weitere Kracher wie „Ride The Sky“ oder „Heavy Metal Is The Law“ in der Hinterhand, aber die finden auf „Unarmed: Best Of 25th Anniversary“ keine Verwendung. „Warum denn das?“, fragt man sich berechtigterweise. Nun, die Antwort ist simpel: Sie haben nicht in das Konzept der Neubearbeitung gepasst. Damit sind wir schon an dem Punkt des Reviews angelangt, an dem ich eine Warnung aussprechen muss. Wenn Helloween für euch ohne Hansen und Kiske undenkbar sind und damit nach dem zweiten „Keeper“ aufgehört haben zu existieren, lest ein anderes Review. Liebt ihr euren Metal true und unverfälscht, lasst bloß die Finger von dieser Veröffentlichung, denn die Band hat für ihr Jubiläum mehr getan, als ausgewählte Songs neu einzuspielen. Sie hat sie völlig verändert und um einiges poppiger (!) gemacht.

Wohl wissend, dass sie mit jeder neuen Veröffentlichung angefeindet werden, ist die Band hörbar locker an dieses Album herangegangen. Genauso sollte man es als Fan ebenfalls machen, auch wenn es sehr schwer fällt. Man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass Helloween einfach nur Spaß an der Aktion hatten und auf ihre nächste Tour mit Sicherheit keine Big Band mitnehmen werden, um die „neuen“ Songs adäquat umsetzen zu können. Gut finden muss man das Ganze natürlich dennoch nicht und auch ich habe teilweise so meine Probleme mit dem Material.

Das Video zu „Dr. Stein“ konntet ihr ja schon in unseren News begutachten und solltet von daher auch mit der neuen Version vertraut sein. Nach anfänglicher Skepsis gefällt mir die Nummer, die stark nach poppigem Ska klingt, mittlerweile sogar ziemlich gut. Das liegt wohl auch daran, dass auch das Original nicht gerade zu den härtesten Stücken in der Geschichte des Heavy Metal zählt. Ebenfalls gelungen finde ich die akustische Version von „Future World“, die auf einer Sommerparty für richtig gute Laune sorgen könnte. Ihr seht schon, Metal ist hier eigentlich rein gar nichts, daher die letzte Warnung an Scheuklappenträger, spätestens jetzt mit dem Lesen aufzuhören.

Denn der überraschend gute erste Eindruck verfliegt im weiteren Verlauf von „Unarmed“ nahezu komplett. „If I Could Fly“ ist schon im Original kein Highlight der Discographie, aber als weichgespülte Pop-Nummer ist der Track ein echtes Ärgernis. Gleiches gilt für „Where The Rain Grows“, welches in dieser Variante zumindest einen Sänger mit mehr Volumen in der Stimme nötig gehabt hätte. Nichts gegen Andi Derris, aber zu meinen Favoriten wird er nie zählen und Balladen scheinen wahrlich nicht seine Stärke zu sein. Besser funktioniert da immerhin „Eagle Fly Free“, aber auch hier hat man immer den Wunsch, zum Original zu greifen.

Der Tiefpunkt der Platte ist aber das Ende: „Fallen To Pieces“ und „A Tale That Wasn't Right“. Ersteres soll wohl irgendwie modern klingen und Lounge-Atmosphäre atmen, aber es läuft einfach nichts zusammen. Im Gegensatz zum Rest der Platte halte ich das Lied noch nicht einmal für gute Hintergrundmusik. Etwas ähnliches weiß ich auch über das im Orchester-Kitsch ertrinkende „A Tale That Wasn't Right“ zu berichten. Hier scheitert es nicht nur an der wenig pompösen Stimme, sondern vor allem am viel zu dominanten Orchester, das in dieser extremen Form wohl auch Nightwish gut in dem Kram passen würde. Wie man das Prager Symphonie Orchester richtig einsetzt, haben die Kürbisköpfe aber an anderer Stelle bewiesen.

Auf „Unarmed“ befindet sich nämlich ein Lied, welches jeder (!) Helloween-Fan mindestens einmal hören sollte. Es befindet sich viel Mittelmaß auf der Platte (der Kinderchor bei „I Want Out“ ist wohl witzig gemeint, nervt aber schon ein wenig – tut mir leid, Kinder) und sogar zwei Abstürze. Als gut kann man reinen Gewissens die bereits erwähnten „Dr. Stein“, „Future World“ und die betont-lässige Version von „Perfect Gentleman“ einstufen. Wirklich essentiell ist aber vor allem „The Keeper's Trilogy“, welches ein Medley aus „Halloween“, „Keeper Of The Seven Keys“ und „The King For A 1000 Years“ ist. Damit decken die Hamburger alle drei „Keeper“-Alben ab und verbinden diese zu einem Ganzen. Leider wird im letzten Drittel deutlich, dass „Keeper Of The Seven Keys – The Legacy“ nicht mit den beiden Vorgängern konkurrieren kann. Ich halte ja auch den zweiten „Keeper“ als Gesamtwerk für etwas überbewertet, aber das nur am Rande. „The Keeper's Triology“ ist nämlich auf jeden Fall toll arrangiert und mit der Unterstützung des Orchesters und seiner Spielzeit von gut 17 Minuten wahrhaft episch ausgefallen.

Fazit: Hört einfach mal rein, mehr kann ich euch nicht sagen. Vielleicht gefallen euch ja sogar einige der sehr poppigen Balladen, für mich persönlich sind doch zu viele Filler auf „Unarmed“ zu finden. Andererseits war ich aber nie der große Helloween-Fan und habe von daher zu einigen Lieder gar keinen Bezug. Das kann natürlich auch von Vorteil sein, aber damit wären wir wieder bei meiner Empfehlung: Hört einfach mal rein.

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