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Helloween: Live in Sao Paulo

Best of Live
Wertung: 9/10
Genre: Melodic Speed Metal
Spielzeit: 118:16
Release: 23.02.2008
Label: Steamhammer/SPV

Helloween beehren uns nun mit einer Doppel- CD, welche auf den Namen “Keeper Of The Seven Keys--The Legacy--World Tour 2005/2006: Live In Sao Paulo“ hört. Hups, was für ein Name! Los geht`s mit dem Intro, bei dem nur durch den frenetischen Jubel zu erahnen ist, dass die Band stückchenweise die Bühne betritt.

Schönerweise ist das „Intro“ aber auch das kürzeste Stück dieses Silberlingdoppelpacks. Mit „The King For A 1000 Years“ geht es dann auch direkt in die Vollen. Das Monumentalwerk vom „Keeper Of The Seven Keys: The Legacy” dürfte eigentlich inzwischen jedem Fan dieser Stilart der Musik bekannt sein. Das Publikum feiert die Band, als ob dies das letzte Konzert der Band wäre.

Dann wird mit „Eagle Fly Free“ der erste ältere Gassenhauer vom zweiten Part der Keeper-Trilogy in die begeisterte Menge geschleudert. Helloween at It`s best. Ja, wer hätte sich damals vorstellen können, dass Andi Deris von Pink Cream 69 Michael Kiske so gut ersetzen könnte? Ich jedenfalls nicht, zumal ich auch zugeben muss, dass ich nach dem Wechsel am Mikrofon auch erstmal einige Schwierigkeiten mit den damals neuen Helloween hatte. Zumal ich auch den Pinkies nachtrauerte, die damit eigentlich relativ unbedeutend wurden.

Mit „Hell Was Made In Heaven“ wird dann der einzige Song des 2003er Machwerks „Rabbit Don`t Come Easy“ rausgehauen. Toll, welche Power die Band auch noch 22 Jahre nach ihrer ersten Mini LP versprühen. Wobei natürlich gesagt werden muss, dass es fast schon logischerweise keinerlei Songs der ersten Schaffensphase der Band gibt. Dies ist natürlich auch unter dem Hintergrund zu sehen, dass erstens Kai Hansen die Band ja schon länger verlassen hat und die ersten beiden Scheiben doch eher dem Speed Metal zuzuordnen sind und damit deutlich weniger Melodie bieten. Auch wenn gerade „Walls Of Jericho“ ein Klassiker ist.

Nach einem kurzen Test, ob denn auch das Publikum noch bei Laune ist, beginnt das geniale „Keeper Of The Seven Keys“. Was waren das für Zeiten, als Helloween mit dem ersten Part einen deutlichen Stilwechsel vollzogen und trotzdem für Begeisterungsstürme sorgten und dann mit dem zweiten Part noch einen draufsetzen konnten! Ja, eine sentimentale Träne kann da schon mal über die Wange huschen.

Bevor sich nun aber jemand wundert, ich werde mir hier nicht anmaßen, irgendjemanden der Band (Andi Deris - Vocals, Michael Weikath - Guitars, Sascha Gerstner – Guitars, Murkus Grosskopf – Bass und Dani Löble – Drums) gesondert hervorzuheben, denn das wäre nicht gerecht. Alle spielen hier auf einem gewohnt hohen Level. Keine Ahnung, inwieweit hier im Studio noch nachgeholfen wurde, aber das ist eigentlich auch egal, hier wird die Band im besten vorstellbaren Sound durch die Boxen gejagt. Man hat fast das Gefühl, auch ohne visuellen Kontakt dabei zu sein.

Danach wird es dann etwas ruhiger, da man vom 1987er „Part 1“ Album „A Tale That Wasn`t Right“ dem Publikum kredenzt. Ja, ich muss zugeben, wenn ich das hier höre, steht für mich definitiv fest, dass der selbst erkorene erleuchtete Michael Kiske, welcher sich eigentlich nur noch negativ der Metalmusik gegenüber äußert, mir endgültig gestohlen bleiben kann.

Dann lässt zum ersten Mal diese „Best Of-Live“ die Stimmungskurve etwas abbröckeln, denn ich hätte „Mr. Torture“ vom „The Dark Ride“ Album eher weggelassen, denn die Band hat da doch deutlich stärkeres Material in der Hinterhand. „If I Could Fly“ erweist sich da schon eher als der richtige Griff für diese CD.

Beschlossen wird die erste CD dann mit „Power“ vom „The Time Of The Oath“ Album. Gut um ein paar Sekunden verschnaufen zu können, bevor man die CD gewechselt und den Startknopf gedrückt hat.

Und es geht mit einem Chor aus tausenden begeisterten Fankehlen aus Sao Paulo und dem Megahit „Future World“ weiter. Meine bessere Hälfte holt sich direkt mal die Ohrstöpsel, da sie mein klägliches Gesinge (zu recht) nicht ertragen will. Der Mitsingteil lädt aber auch geradezu ein. Durch die Vorstellung der Band wird der Song auch auf über 10:00 Minuten ausgedehnt. Das hätte man sich vielleicht auf der Audio-CD sparen können, da der Spannungsbogen hier logischerweise abfällt.

„The Invisible Man“ wird während der „Helloween“-Chöre aus dem Publikum angesagt. Der Song vom dritten Teil der Saga ist zwar auch nicht von schlechten Eltern, kann aber nicht mit den Stücken der ersten beiden Parts mithalten. Trotzdem traut sich die Band, das Publikum danach erst einmal zu verlassen.

Die daraufhin ertönenden Chöre lassen natürlich nicht den geringsten Spielraum für die wohlverdiente Duschpause. „Mrs. God“ wird demzufolge der rastlosen Meute um die Ohren gehauen. Keine Frage, dass auch dieser Song mächtig abgefeiert wird, aber mit den ersten Tönen von „I Want Out“ geht das Publikum noch mehr ab. Teilweise schafft es das Publikum auch fast, die Lautstärke von Andi Deris zu erreichen. Und jedes einzelne Wort des Songs wird vom Publikum mitgesungen. Das sorgt schon für ein bisschen Gänsehautfeeling.

Aber auch danach darf die Band nicht entschwinden und kommt ein letztes Mal auf die Bühne von Sao Paulo und hämmert noch den Gassenhauer „Dr. Stein“ raus. Toll, was Helloween hier abgeliefert haben und es ist auch grandios, wie das Publikum in Sao Paulo abgeht.

Um aber den Weltanspruch der Band zu untermauern, hat das Album den Beititel „Live On 3 Continent“, also muss ja noch was kommen. Schwupps, sind wir nach Tokyo gebeamt worden und bekommen „Occasion Avenue“ vorgesetzt. Der Sound ist seltsamerweise für asiatische Verhältnisse und auch im Vergleich zu Sao Paulo nun eigentlich nur noch gut und nicht mehr überragend. Und dies liegt sicher nicht allein daran, dass der Song nicht gerade zu den Highlights aus dem Helloweenfundus stammt.

Dann geht die Reise nach Europa und zwar nach Vicovice (CZ). „Halloween“ wird zelebriert, der Sound bleibt in der Asiaqualität aber das Publikum geht mehr mit. Nochmal fast 14 Minuten vom ersten Part der Trilogie lässt den Nacken zucken.

Fazit: Großes Audiokino haben Helloween hier geschaffen, wenn auch es vielleicht besser gewesen wäre, die komplette CD in Sao Paulo aufzunehmen, zum einen wegen des bombastischen Sounds und zum anderen wegen der frenetischen Fans. Gut, über eine Songauswahl bei einer Live CD kann man bei einer Band mit 11,5 Studioalben immer diskutieren. Insgesamt ist die Auswahl aber als gelungen zu werten. Da es sich praktisch um eine Best Of Live - CD handelt, ist diese Scheibe auch Metalfans ans Herz zu legen, die sich der Band bisher erfolgreich verwehrt haben, falls dies überhaupt möglich ist.

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