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Helloween: 7 Sinners

Das "wahre" Jubiläumsalbum?
Wertung: 9/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 60:48
Release: 29.10.2010
Label: Dragnet Columbia/ Sony

Nach ihrer äußerst umstrittenen Jubiläumsscheibe „Unarmed“ meldet sich die deutsche Metal-Institution Helloween nun mit einem „richtigen“ Album zurück. „7 Sinners“ nennt es sich und ist bereits das 13. Studiowerk der Bandgeschichte. Glücklicherweise ist es dazu noch ein wirklich Gutes geworden. Auf „Unarmed“ hat die Band ihre experimentelle Seite ausgelebt; wie einem das gefallen hat, muss man für sich selbst entscheiden. Jetzt, kurz bevor das Jahr 2010 endet, haut das Quintett ein erfreulich traditionelles, aber keinesfalls verstaubtes Album raus, das eigentlich jedem Fan gefallen sollte. Vorausgesetzt ist natürlich, dass man die Band nicht auf ihre (glorreiche) Frühphase mit Leuten wie Kiske und Hansen reduziert. Denn, bei aller Liebe für die Klassiker, Andi Deris ist mittlerweile die Stimme von Helloween. Ich bin zwar auch nicht gerade sein größter Fan, aber er erledigt immer seinen Job.

„7 Sinners“ ist für mich nach „Masters Of The Ring“ und dem saustarken „Better Than Raw“ immerhin das drittbeste Album der Kürbisköpfe mit Herrn Deris am Gesang geworden. Die Band ist stellenweise erstaunlich hart und schnell unterwegs, vernachlässigt aber niemals ihre typische melodiebetonte Seite. Auf Balladen wurde dieses Mal, vom mäßigen „The Smile Of The Sun“ abgesehen, glücklicherweise verzichtet. Unwissend, woran es liegt, berührten mich Balladen von dieser Band noch nie. Und wenn wir schon bei Schwachpunkten sind: „7 Sinners“ erwischt nicht gerade einen perfekten Start. „Where The Sinners Go“ ist ein Midtempostampfer, der nie so recht zünden will. Gleiches gilt für das plakativ betitelte „Are You Metal?“, dessen Chorus ziemlich öde daherkommt.

Glücklicherweise schießt die Qualitätskurve danach steil nach oben! „Who Is Mr. Madman?“, der offizielle Nachfolger zu „Perfect Gentleman“, donnert nach einem kurzen Intro mit ordentlicher Speed-Metal-Schlagseite aus den Boxen und mutiert danach in einem abwechslungsreichen Song der Power-Metal-Extraklasse und wird von einem Ohrwurmrefrain oberster Güte gekrönt. Live sollte das Lied perfekt funktionieren. Wenn man also die ersten beiden Lieder überspringt (auch wenn sie nicht so übel sind, wie man nun vielleicht denken mag), ist „Who Is Mr. Madman?“ wie ein Startschuss in ein Album voller abwechslungsreicher Power-Metal-Hymnen, die stets den Spagat zwischen Eingängigkeit und Abwechslungsreichtum meistern. „Raise The Noise“ punktet mit einer Jethro Tull-Gedächtnisflöte im Mittelteil, „World Of Fantasy“ klingt trotz seines Titels recht modern (im selbst gewählten Kontext natürlich) und auch der Rest der Platte hält das hohes Niveau.

Natürlich haben nicht alle Songs das Potential zu Klassikern, aber man muss doch freudig festhalten, dass es schon lange nicht mehr so viele Kandidaten hierfür auf einer Helloween Platte gab. Neben „Who Is Mr. Madman“ verlangt nämlich auch „If A Mountain Could Talk“ eigentlich nach der Auszeichnung „Bestes Lied des Albums“. Auf dem Fundament der druckvollen Produktion spielen die Hamburger hier in knapp sieben Minuten ein Mini-Epos herunter, das abermals mit einem hitverdächtigen Chorus punkten kann. Noch eine Minute länger kommt „Far In The Future“ daher, dass zudem tempomäßig mehr variiert und die vielleicht besten Soli von „7 Sinners“ bietet. Wer es lieber kurz und fröhlich mag, greift zur typischen Helloween-"Feel Good"-Hymne „The Sage The Fool The Sinners“.

Fazit: Wie man lesen kann, bin ich von diesem Album sehr angetan. Ich bin nie der größte Fan gewesen, aber „7 Sinners“ ist auf jeden Fall einer der positivsten Überraschungen des Jahres geworden. Melodien, Härte, Abwechslungsreichtum, ein gut aufgelegter Sänger, prägnante Songs, starke instrumentale Leistungen, kaum Durchhänger, keine Filler – viel mehr kann man von einem guten Power-Metal-Album nicht verlangen. Und das ist satte 9 Punkte wert.

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