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Hellish Crossfire: Bloodrust Scythe

Ignoriert konsequent die letzten zwei Jahrzehnte
Wertung: 6.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 42:48
Release: 11.01.2010
Label: I Hate

Vor vier Jahren rumpelten sich Hellish Crossfire mit ihrem Debüt „Slaves Of The Burning Pentagram“ in die Herzen aller, die auf jedes Wort, welches die Silbe „-core“ enthält, mit spontanem Auswurf reagieren. Ähnlich wie ihre stilistischen Brüder im Geiste von Die Hard pfeift das „höllische Kreuzfeuer“ auf moderne Strömungen jeglicher Art und huldigt den 80ern bis zum Abwinken. Das war vor vier Jahren so und hat bei den Franken auch heute noch Bestand. Der Old School Bastard aus Thrash und Death Metal, der uns auch auf „Bloodrust Scythe“ entgegen schallt, passt somit ideal zu einer wilden Mischung aus Haaren, Kutten und Bier.

„Bloodrust Scythe“ ist knapp 45 Minuten lang und wirkt am besten am Stück. So ist es eben gemeinhin mit gnadenlosen Thrash Metal-Attacken und da macht auch dieses Album keine Ausnahme. Ebenfalls keine Besonderheit sind die Einflüsse, die wohl jedem Metaller sofort vor Augen beziehungsweise Ohren „stehen“ dürften. Die großen Drei des deutschen Thrash Metals Kreator, Sodom und Destruction sind ebenso auszumachen wie Possessed und Venom. Die letzten Beispiele sind vor allem gesanglich prägend gewesen, denn warum sonst würde „Iron Tyrant“ wie ein Relikt aus dem vorletzten Jahrzehnt klingen? - Um nicht missverstanden zu werden: Das ist überhaupt nichts schlechtes, denn zur Musik passt der raue Death Metal-artige Gesang (natürlich mit Hall unterlegt) perfekt.

„Think jeans vests, dirty hair, beer und fists in the air!“ lässt mich das Infoblatt wissen und hat damit so verdammt recht, dass das Review eigentlich nur aus diesem Satz bestehen könnte. Pseudonyme wie „Iron Tyrant“ oder „Iron Incubus“, Songtitel der Marke „Night Of The Possessed“ und „Speed Hunter“, die Produktion und das völlige Verweigern gegenüber modernen Einflüssen stehen für die ganz alte Schule, als die Haare noch voll und die Jeans noch zerrissen waren. Hellish Crossfire als reinen Retro-Act abzutun ist aber ein Fehler, denn die Band ist kein Spaßprojekt. Hier sind Maniacs mit hörbarer Liebe zur Musik am Werk, ob man diese nun mag oder nicht. Der sich stetig steigernde Opener „Night Of The Possessed“ zeugt von unüberhörbarem songschreiberischen Talent. Eine Abrissbirne wie „On The Edge Of Total Chaos“ würde auch auf einem Album wie „The Legacy“ nicht als B-Seite ihr Dasein fristen müssen. Und „Too Tough To Die“ hat aufgrund der Gitarrenarbeit sogar plötzlichen einen starken Melodic Death-Einschlag, der der Band gut zu Gesicht steht und ein wenig für Auflockerung sorgt.

Das ist nämlich auch mein Hauptproblem mit „Bloodrust Scythe“. Mit der keinesfalls zeitgemäßen Produktion kann ich leben; vielmehr begrüße ich sie sogar. Leider mangelt es an Abwechslung, weswegen ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass dieses Album eine lange Halbwertszeit hat. Zu keiner Sekunde zweifle ich an, dass Hellish Crossfire auf der Bühne eine Macht sind, auf Platte werden sie aber schnell ermüdend. Denn bedingt durch das Revival des Thrash Metals drängen mittlerweile immer mehr Bands an die Oberfläche, um ihr Stück vom Kuchen abzubekommen. Dabei gibt es wesentlich schlimmere Vertreter als das „höllische Kreuzfeuer“, die den Spirit der 80er immerhin authentisch wiederbeleben und nicht völlig altbacken klingen. Dennoch nutzt sich diese Platte relativ schnell ab, da sie es trotz allem Enthusiasmus mit der sie eingespielt wurde, nicht schafft, eine eigene Identität zu entwickeln. Trotzdem macht die Musik Lust auf ein amtliches Konzert (mit Bier selbstverständlich) und ist mir daher wesentlich lieber als die nächste Jammer-Combo aus dem Emo-, Core- oder „Sonstwas“- Bereich.

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