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Hellhead: Niemals zurück

Punkrock aus dem hohen Norden
Wertung: 7,5/10
Genre: Hardrock/Metal/Punk Rock
Spielzeit: 50:49
Release: 11.12.2015
Label: 7hard

Einer der größten Fehler, den man mit diesem Album machen kann, ist, sich zu sehr von der Punkattitüde verleiten zu lassen, die der Platte (wahrscheinlich von Promoagenturen) nachgesagt wird. Die Punkelemente gibt es zwar, aber sie dominieren niemals. Eher gegenteiliges ist der Fall. Meist hat man den Verdacht, dass die Band einfach nicht drumrum kam, ab und an die Punkklatsche auszufahren, um nicht in den Pop-Sektor abzudriften. Denn ansonsten wären die Wege zu Vergleichen mit „Bands“ wie Santiano nicht weit. Zumindest in einigen musikalischen Passagen. Einen großen Vorteil hätten Hellhead nämlich in diesem Vergleich: die Texte sind deutlich tiefgründiger.

Hier ist überhaupt ein großer Pluspunkt der Scheibe zu finden. Die Lyrik auf „Niemals zurück“ befasst sich oft mit Geschick mit sozialen und aktuellen Themen, die die Gemüter in Deutschland im Moment hochkochen lassen. Mit viel Gespür positionieren sich Hellhead im Resort derer Menschen, die auch schon mal etwas mehr nachgedacht haben als unbedingt lebensnotwendig ist. Dazu verstehen es Hellhead, ihre Texte in ein nicht immer schönes, aber immer ansprechendes Gewand zu packen. Allerdings ist ein Text auch immer nur ein Baustein der Musik.

Was das Songwriting anbelangt, kann man den Nordlichtern auch keine großen Vorwürfe machen. Allerdings summieren sich ein paar kleine Kritikpunkte, die nicht wirklich gewichten, aber doch auffallen, wenn die Scheibe schon ein paar Runden gedreht hat. Da wäre als erstes die Sache, dass die Platte etwas mehr Rotz vertragen hätte. Rotz in Form von ein bisschen mehr Punk. Vor allem am Schlagzeug könnte man da noch einen Teil zu beisteuern. Öfter mal ein Fill, oder auch andere Spielereien könnten die Situation schon auflockern. Das soll es dann aber schon auch gewesen sein mit der Kritik am Songwriting. Mehr kann man hier wirklich nicht beanstanden.

Nicht jedermanns Sache dürfte der Gesang sein. Die Texte sind in deutscher Sprache verfasst, was ja durchaus völlig ok ist. Allerdings sind die meisten Musikfreaks nicht so mit dem Norddeutschen vertraut. Man sollte sich der Scheibe aber auch gerade deswegen annehmen. Die etwas andere Sprechweise sorgt im Endeffekt nämlich für eine ganz eigene Stimmung, die der Platte durchaus gut tut.

Fassen wir zusammen: Hellhead können mit ihrem Debütalbum durchaus überzeugen. Ein paar kleinere Schwächen gibt es, große Probleme bleiben aber genauso aus wie Flops in der Tracklist. Das Mastering der Scheibe hätte man etwas pingeliger betreiben können, aber wir reden hier von einem Debütalbum. Da brauchen wir nun mal wirklich nicht so pingelig sein. Wenn man auf punkig angehauchten Hard Rock mit deutschen Texten steht, dann ist man hier an der richtigen Adresse.

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