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Helix: Vagabond Bones

Alles beim Alten? Große Rückkehr? Besinnung auf die Roots? Von allem etwas!
Wertung: 9/10
Genre: Hard Rock / Metal
Spielzeit: 31:46
Release: 15.01.2010
Label: Sound Pollution / Rough Trade

Na, wer kennt sie noch, die kanadischen Metaller, die damals mit „Women, Whiskey & Sin“ die ehrwürdigen Kerrang-Charts aufgerollt haben, um dann zwei Jahre später (1983) das Album „No Rest For The Wicked“ nachzuschieben? Daraufhin ging es mit Kiss auf große Europatour, Major Label-Plattenvertrag sei Dank. Von wem wir reden? Von Helix natürlich, die Band um Frontmann Brian Vollmer. Der, der in den Achtzigern bei der Christmas Metal Meeting Tour durch Deutschland bei einer artistischen Einlage durch den Bühnenboden gekracht war und leicht blutend weiter performte. Leider hat sich die Band während ihrer über zehn Studioalben immer ein wenig verändert, was wohl mit das größte Problem für den Erfolg gewesen sein dürfte. 

Mit Rock gestartet, kam der Höhepunkt mit Heavy Metal, bevor man auch einen kleinen Ausflug in den eher amerikanischen Style unternahm, um wiederum in den Heavy Rock zu wechseln und so weiter und so weiter. Das verlangte den Fans viel ab. Wer relativ open minded war, wird auch heute sagen, dass es bisher keine wirklich schlechten Alben der Band gibt. Das nun vorliegende Album „Vagabond Bones“ schlägt wieder den rockigeren Weg ein, dies aber mit unverkennbar zu hörenden Metal-Genen.

„The Animal Inside (Won`t Be Denied)” zeigt erst mal, wie schön man doch geradlinig nach vorne rocken kann. Man bemerkt sofort die Spielfreude, die da vorherrscht. Der Refrain brennt sich unverzüglich in die Hirnrinde und verfolgt den Hörer ohne Probleme wochenlang. Interessant, denn das sah auf dem Vorgänger „The Power Of Rock And Roll“ noch ein wenig anders aus. Allerdings hat man auf diesem Album laut Booklet mit Spaßvogel Greg „Fritz“ Hinz am Schlagzeug, Daryl Gray am Bass und Brent „The Doctoc“ Doerner an der Lead Gitarre auch wieder Leute aus den erfolgreichen Anfangstagen in Europa zusammengetrommelt. Ganz verstehen kann ich dies nicht, denn zum Beispiel Fritz war dafür bekannt, dass er im Studio nicht zum Einsatz kam, weil er nicht auf den Punkt spielen konnte, zumindest nicht perfekt. Diverse Musiker vom Vorgängeralbum werden aber als Additional Musicians oder Special Guests im Booklet erwähnt. Da blicke ich nicht durch und die Bandhomepage ist auch nicht unbedingt der Ratgeber dazu - egal, die Mucke knallt wieder richtig gut.

„Go Hard Or Go Home“ verdeutlicht dies umso mehr. Ein richtig toller Rocker, der so richtig in die Beine geht. Brian Vollmer brilliert mal wieder am Mikrofon. Das Ende erinnert ein ganz kleines Bisschen an das geniale „Slide It In“ von Whitesnake, ohne dass ein wirklicher Einfluss der ursprünglich britischen Band als Musikbeschreibung im Allgemeinen zutreffend wäre. Sehr starke Vocals gerade in den Teilstücken, wenn die Gitarre schweigt, dazu ein tolles Solo, welches definitiv nicht weich poliert wurde.

„Vagabond Bones“ setzt genau da an, wo der zweite Track des Albums aufhörte. Eine rockige Variante, die auch aus der „Walkin` The Razors Edge“-Zeit hätte stammen können. Das macht Spaß und lädt zum gepflegten Kopfschütteln ein. Die Melodie geht ins Ohr und erzeugt ein Wurmparadies.

Etwas schwächer wirkt dann leider „Monday Morning Meltdown“: Die Melodie will nicht so recht zünden, obwohl es sicher kein schlechter Rocker ist, aber man hat ständig das Gefühl, einzelne Fragmente irgendwie schon zu kennen.

„When The Bitter`s Got The Better Of You” kommt mit deutlich mehr Drive daher und treibt kräftig an. Brian führt den Song durch die Strophen, aber das richtige Mitgrölfeeling will nicht so recht aufkommen, denn die Strophen sind ein wenig lang geraten und so wippt man mit einem Bein gepflegt mit und nickt mit dem Kopf im Takt.

„Hung Over But Still Hangin` In”  ist das erwartete, langsam groovende Riffmonster. Heavy Rock vom Feinsten. Sehr starke Nummer, die so im dritten Drittel des Livesets so richtig in den Allerwertesten treten dürfte, wenn die Kräfte schon langsam schwinden. Ein Song, wie ihn die holländische Kultband Vengeance heute wohl gerne noch einmal schreiben würde. Schade, dass man den Song nicht mit einem Ausrufezeichen beendet und einfach nur ausfadet.

Dann wird es Zeit für die eigentlich fast obligatorische Ballade: „Best Mistake I Never Made“. Grandios und ohne Probleme auch im Liveset von Bon Jovi denkbar. Ein Hit mit Chartambitionen, aber Helix wollen nicht den einfachen Weg gehen und haben lieber „Make `Em Dance“ für das erste Video genommen. Der Song lässt den Hörer ein wenig träumen und in der Vergangenheit schwelgen. Und da gibt es viele Frauen, die für das Leben ein echter Fehler gewesen wären, auch wenn man das damals nicht so gesehen hat. Aber man hat den Fehler glücklicherweise nie gemacht.

Dann kommt die Videoauskopplung von „Make `Em Dance“ als ein weiterer Beweis dafür, dass die Band eigentlich einen hoch dotierten Plattenvertrag haben müsste. Der Track reißt den Hörer mit und geht in die Knochen. Das Nervensystem wird kräftig stimuliert, man singt, man tanzt und fühlt sich richtig gut. Sehr starke Nummer, welche sicherlich in keinem Liveset der Band mehr fehlen darf.

„Jack It Up“ wird von der Vocalline getragen und offenbart nur etwas zögerlich seine Reize. Ein etwas kräftiger Brecher hätte zum Abschluss des viel zu kurzen Albums sicherlich besser gepasst. So beendet man etwas müde ein großartiges Album, welches ich der Band nach dem letzten Streich nicht unbedingt in dieser Qualität zugetraut hätte.

Fazit: Ein richtig starkes Heavy Rock-Album mit unter anderem metallischen Genen. Ohne Sänger Brian Vollmer wäre die Band wohl schon tot, aber solange er solch eine Leistung abrufen kann, wäre es wirklich zu schade. Ob die Band in Europa ohne großen Vertrieb noch mal an die Erfolge aus vergangenen Tagen anknüpfen kann, ist eher fraglich. Und das liegt auch darin begründet, dass eben dieser Rock zur Zeit nicht unbedingt angesagt ist. Wer aber sein Haupthaar mit zeitlosen Rhythmen füttern will, sollte hier mal reinhören. Alle, die nur Songs wie „Heavy Metal Love“ von der Band kennen, sollten erstmal vorsichtig an die Scheibe herangehen. Trotzdem lohnt sich das Reinhören. Amazon und Ebay seien mal als einfachste Bezugsquellen zu nennen, oder ihr tretet direkt per Mail mit Brian in Kontakt, dann könnte es sogar per Luftpost die CD mit Autogrammen geben.

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