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Helheim: The Journeys And The Experiences Of Death

Episch und experimentell
Wertung: 8/10
Genre: Black/Viking Metal
Spielzeit: 47:32
Release: 16.06.2006
Label: Karisma Records

Ein Konzeptalbum über die verschiedenen Ansichten des Todes, der Bestattung und dem Danach der germanischen Völker im schwarzmetallischen Gewand wird im Juni, dem Monat, wo nach langer Durstrecke in Deutschland nun endlich der Sommer Einzug zu nehmen scheint, veröffentlicht? Nun gut, die Germanen sind früher ja auch nicht nur im Winter gestorben, von daher sollte das kein Problem darstellen. Vielleicht ist es auch einfach ein praktischer Grund, weil die vierköpfige Truppe aus Norwegen lieber im Winter mit ihrem episch angehauchten Wikingerstahl die Konzertbühnen dieser Welt erobern möchte, ganz im Stile ihrer Vorväter. So ein Kettenhemd ist im Sommer bestimmt nicht gerade angenehm zu tragen und auch ein Drachenboot ist bei Sonne wohl nur schwer an den Freizeitseglern vorbeizubekommen. Genug der Klischees und Lästereien, jetzt wird es ernst.

Hrymr, V'gandr, H'grimnir und Thorbjørn haben diese Platte unter dem Banner eines Todes-Konzeptes aufgenommen. Das heißt im Einzelnen, dass es sich textlich um verschiedene germanische Todeskulte dreht, wie Texter V'gandr im Beiwort berichtet, er will zeigen, dass nicht alles so primitiv und stumpf sei wie es so oft gezeigt wird. Die komplexen Vorstellungen der Wiedergeburt oder des Übergangs in eine andere Welt (z.B. Walhalla) werden poetisch in den englischen Texten beschrieben. In diesem Sinne ein Zitat aus dem Song „Oaken Dragons“: „You're dead but never fallen.“

Der Presseinfo nach ist dieses Album das bisher epischste, experimentellste und abwechslungsreichste in der fünf Alben umfassenden Discografie Helheims. Epik kann man einigen Songs getrost attestieren. Experimente in Bezug auf Black und Viking Metal sind sehr stark. Abwechslung hat man auch. Da ich die anderen Alben aber nicht kenne, kann ich leider keinen Vergleich ziehen. Allerdings unterscheidet sich das Material doch um einiges von den Liedern, die ich auf dem Ragnarök Festival live vernehmen durfte.

Auf der einen Seite hat man Lieder wie „Oaken Dragons“, die düster schreitend beginnen, die Atmosphäre des Drachenbootes einfangen, wie es so auf dem Wasser treibt mit dem Toten. Epische Chöre und eine klagende Gitarre spielen im Hintergrund, während die restliche Saitenfraktion und der Trommler brav weitermachen. Selbstverständlich kann solch ein neunminütiges Bollwerk nicht immer gleich schnell sein, sodass zwischendurch immer wieder das Tempo variiert wird. Nach einem Break beginnt das dreiminütige Outro des Liedes. Ein wundervolles Stück.

Auf der anderen Seite hat man aber Knüppelorgien wie „13 To The Perished“, die mit einer verqueren Melodie daherkommen. Ein Song, der bei den Wenigsten wohl sofort ins Ohr geht, Aufsehen erregt er aber bestimmt. Mit einem headbangtauglichen Rhythmus und ansonsten netten Riffs wird gut weiter geprügelt. Doch auch hier wieder der epische Einschub, der trotz Double-Bass im Hintergrund sehr beruhigend wirkt. Das erhabene Ende mit Chor und Emotionsriffing wird noch verstärkt durch das Sample einer weinenden und schreienden Frau auf einem Totenboot, welches gerade verbrannt wird.

Der zum Download bereitgestellte Song „The Bewitchment“ macht mich ganz wuschig. Diese hohen Gitarre, die in einer ordentlichen Geschwindigkeit die Gehörgänge durchpusten, erfordert eine Menge an Konzentration. Positiv hier ist auch das Akustik-Gitarrenspiel.

Parallel zur normalen Jewel Case-Version wird es ein auf 2000 Stück limitiertes Doppel-CD-Digipack geben, auf dessen zweiter CD ein bisher unveröffentlichtes Mini-Album aus dem Jahre 2001 Platz findet. Besonderes Lob verdient das Design der Compact Disc selber. Eine schöne schwarze Scheibe mit dunkelblau-leuchtendem Bandlogo und Totenkopf, welches teilweise von dem silbernem Plattenlogo überdeckt wird. Am unteren Rand stehen ganz dezent Bandname, Albumtitel, Katalognummer und Jahr.

„The Journeys And The Experiences Of Death“ ist ein von der thematischen Seite aus gesehen sehr interessantes Werk für jeden Geschichtsinteressierten, Mythologieliebhaber und Hobbywikinger, musikalisch dagegen wird wohl nicht jeder Black und Viking Metaller etwas mit der neuen experimentellen Seite von Helheim anfangen können. Ich finde gerade die straighten Riffs und den abwechslungsreichen Gesang sehr gelungen. Ein Ohr sollte auf jeden Fall riskiert werden, gerade da ein kompletter Song zum kostenlosen Download bereit steht.

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