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Helheim: landawarijaR

Ruhige Töne aus dem Norden
Wertung: 7,5/10
Genre: Viking Metal
Spielzeit: 55:13
Release: 20.01.2017
Label: Dark Essence Records

Vorsicht! Wer sich bei der Bezeichnung „Viking Metal“ etwa auf eingängige Schunkelmusik mit dezenter Gitarrenuntermalung zur Hintergrundbeschallung des nächsten Saufgelages einstellt, der wird vom neuesten Output der Bergener Helheim derbe enttäuscht werden. Das neunte vollwertige Album der Norweger geht, ganz in der Tradition ihres bisherigen Schaffens, in eine völlig andere Richtung als die ein oder andere „Viking“-Band, die sich eher der eben beschriebenen Unterhaltungart verschrieben hat. Ja genau, das neunte (!!!) Studioalbum. Die Veröffentlichung ihres Debütwerks „Jormundgand“ liegt inzwischen mehr als zwanzig Jahre zurück, was man dann guten Gewissens konstantes Werken nennen kann. Trotz der langen Aktivität und der Menge an Veröffentlichungen haben es Helheim jedoch nie in die erste Reihe (gemessen an Verkaufszahlen, Konzertbesucher etc.)  der Viking Metal-Bands geschafft. Vermutungen über die Gründe hierfür anzustellen, ist mehr als mühselig. An mangelnder musikalischer Qualität kann es nicht liegen, was man an ihrem neusten Output wieder einmal sieht.

Die Musik auf "landawariaR“ zu beschreiben, fällt schwer. Die Verbundenheit zum norwegischen Black Metal hört man nur noch selten, nämlich dann, wenn die klirrenden Gitarrenriffs ausgepackt werden. Die sieben Lieder bewegen sich alle zum Großteil im gemäßigterem Tempobereich. Für ein Metal-Album schon beinahe ruhig, langsam und bedächtig. Was die Grundstimmung und die musikalische Ausrichtung angeht, bietet sich natürlich ein Vergleich mit Enslaved an. Dazu noch etwas neuere Satyricon mit einem deutlichem Folk-Einschlag und fertig ist die aktuelle Helheim-Scheibe. Mit einer solchen Umschreibung macht man es sich allerdings zu einfach und wird „landawariaR“ auch nicht gerecht.

Man kann eigentlich kein Lied des Albums hervorheben, da sie alle etwas eigenes haben, sich im Grunde trotzdem irgendwo ähneln und dennoch jedes für sich steht. Wie bereits erwähnt, findet man auf „landawariaR“ wenige Ausflüge in schnellere Geschwindigkeitsbereiche. Größtenteils sind das „Härteste“, was dem Hörer geboten wird, die keifenden Vocals, welche die Songs immer mal wieder mit etwas Aggressivität versehen. Was gesanglich jedoch mehr im Gedächtnis haften bleibt, ist der facettenreiche Klargesang, der von hymnisch über trauernd bis beinahe erzählend viele Nuancen zu bieten hat und die Instrumentenfraktion gekonnt ergänzt. Diese bietet viel Melodie und Atmosphäre, oft mit mehreren Stimmungswechseln in einem Song: Gerade noch muss man an eine nordische Winterlandschaft denken, da schwenkt die Stimmung um und der Song wirkt eher warm und erdig: gelungene Wechsel und davon jede Menge! „landawariaR“ bricht nun durchaus auch das ein oder andere Mal in Aggressivität aus (flotteres Tempo gepaart mit Gekeife). Diese Parts fallen gefühlt aber nur wenig ins Gewicht und bleiben bei Weitem nicht so im Gehörgang haften, wie so manch melodiöser Teil des Albums.

Ob einem das neue Helheim-Werk gefällt oder nicht, dürfte viel davon abhängen, was man von „Viking Metal“ erwartet. Bisherige Anhänger der Norweger dürften kaum enttäuscht werden. Erwartet man Partymucke zum Saufen und Feiern, sollte man die Finger von „landawariaR“ lassen und sich anderweitig orientieren. Dem neugierigen Rest, der nicht immer volles Geknüppel braucht und auch einmal geneigt ist, Atmosphäre und Gefühl der etwas anderen Art auf sich wirken zu lassen, sei „landawariaR“ wärmstens  empfohlen.

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