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Helfahrt: Wiedergang

Punktabzug für schlechte Produktion
Wertung: 6/10
Genre: Folk, Pagan, Black Metal
Spielzeit: 49:2
Release: 04.07.2008
Label: Trollzorn

Die Vermischung von Black Metal-, Folk- und Pagan-Elementen ist zur Zeit irgendwie ziemlich angesagt und auch Helfahrt, die nach „Sturmgewalt“ mit „Wiedergang“ ihr zweites reguläres Studioalbum vorlegen, schlagen voll in diese Kerbe.

Bereits im Intro „Halja“ ertönen stimmungsvolle Naturgeräusche, Flötenklänge und Filmsoundtrack-artige Sounds, bevor man mit dem eigentlichen Opener „Nu Distel, Nu Dorn“ loslegt, der durchaus mit gelungenen Riffs und Breaks aufwarten kann. Die – arg in den Hintergrund gemischte, allerdings auch etwas schief klingende – Flöte in der Mitte des Stückes, wo es zwischendurch kurz etwas ruhiger wird, fügt sich ganz gut ein.

Das große Manko jedoch – das zeigt sich gleich mit dem ersten Ton – ist die Produktion. Während man mit dem Gitarrensound noch leben kann, gehen die Drums mal gar nicht. Die Snare ist eine einzige Katastrophe, was gerade bei einer Band, die in erster Linie Black Metal zelebriert und dementsprechend den ein oder anderen Blastbeat verwendet, natürlich nicht gerade von Vorteil ist. Die ganze Zeit holpert und scheppert sie vor sich hin und hinterlässt den Eindruck von unzulänglichem Timing, was aber wohl wirklich nur an der Produktion liegt.

Umso besser, dass man nach dem dritten Track „Irrlicht“ mit „Altsommer“ erst mal ein ruhiges Stück eingebaut hat, bei dem ausschließlich Akustikgitarren und Naturgeräusche erklingen. Wirklich sehr hübsch und zur Abwechslung beitragend.

Der Titel „Die Erde Birgt Den Tod“ hört sich dann so an, als ob es hier mächtig zur Sache gehen würde. Und richtig, nach einem düsteren, doomig anmutenden Heavy-Riffing geht man zu schnellem, traditionellen schwarzmetallischen Riffing der alten Schule über. Dieser Wechsel wird während des Songs weiterhin nachvollziehbar und recht gelungen praktiziert; auf jeden Fall gut gemacht.

Beim Quasi-Titelsong „Wiedergänger“ taucht dann wieder die Flöte auf – wie bei „Nu Distel, Nu Dorn“ ziemlich in den Hintergrund gemischt und irgendwie nicht immer ganz sauber klingend; beim sehr düsteren „Perchta“ lockern einige ordentlich vorgetragene Akustikgitarren das Ganze gut auf; „Auf Nagelfars Deck“ reißt eher weniger vom Hocker, während man mit „Herbst“ einen insgesamt relativ gelungenen Longtrack präsentieren kann.

Das Fazit fällt äußerst zwiespältig aus: Helfahrt zeigen im kompositorischen Bereich größtenteils, dass sie durchaus was draufhaben; sie verstehen es, Songs nachvollziehbar zu strukturieren und durch Breaks und Akustikparts Abwechslung in den Laden zu bringen. Gerade die ruhigen Stücke „Altsommer“ und „Winter“ wissen wirklich zu gefallen.

Das handwerkliche Niveau ist ebenfalls durchaus okay (besonders die Akustikgitarren sind wirklich schön vorgetragen), auch wenn manche Gitarrenleads etwas bieder gespielt und die Flöten wie erwähnt nicht immer ganz sauber klingen. Da hat man gerade im Folk-/Pagan-/Black-Metal-Bereich schließlich schon ganz andere Sachen gehört... Den krächzig-heiseren Gesang kann man ebenfalls durchgehen lassen, etwas textverständlicher könnte er allerdings schon sein.

Negativ fällt eben leider in erster Linie die Produktion auf. Sich an den fürchterlichen Snare-Sound zu gewöhnen, fällt auch mit fortwährender Dauer des Albums nicht nur schwer, sondern ist fast unmöglich. Allein dafür muss man schon mehrere Punkte abziehen. Einigermaßen eigenständig ist die Band aber durchaus und wenn sie nächstes Mal mit einer besseren Produktion an den Start geht, ist mehr drin.

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