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Heldmaschine: Himmelskörper

Leider keine Steigerung zu verzeichnen
Wertung: 6,5/10
Genre: NDH
Spielzeit: 56:28
Release: 04.11.2016
Label: Soulfood

Recht sportlich, was die Herren von Heldmaschine in Bezug von Albenveröffentlichungen vorlegen. Gerade mal ein gutes Jahr ist seit ihrem letzten Output „Lügen“ vergangen, nun steht mit „Himmelskörper“ schon der Nachfolger bereit. Bereits damals konnten sie nicht nur ihre musikalische Eigenständigkeit beweisen, sondern brachten ein recht anständiges Werk unter die Hörerschaft. Dies und die vollmundige Ankündigung, dass man hier ihr ausgereiftestes Album in den Händen hält, lässt zumindest den Erwartungspegel ordentlich nach oben schnellen.

Entstanden ist ein Werk, welches trotz der gefühlt recht engen Grenzen des NDH-Genre ziemlich abwechslungsreich daherkommt. Auch auf „Himmelskörper“ setzen Heldmaschine wieder auf ihre Mischung aus Elektrosound, der im Falle von „Gegenwind“ gar etwas in den Dance-lastigen Bereich schweift, und dem brachialen Industrial-Klang. Thematisch bleibt es ebenso bei dieser Vielfältigkeit, das Repertoire geht von Freundschaft, Wahrheitssuche, Schönheitswahn bis hin zur Gesellschaftskritik, wobei Heldmaschine nicht mit erhobenen Finger dastehen, sondern wie gehabt nur ein Abbild der Umwelt zeichnen.

Etwas aus der Rolle fällt der Opener „R“, der wohl eher als Prolog zu sehen ist und mit seinem sarkastischen Hinweis auf das von Rammsteins Lindemann geschützte rollende „R“ den ersten Schmunzler ins Gesicht zaubert. Schon bei diesem Einstieg setzt man auf treibende Beats, Dynamik und harte Riffs, jedoch fällt der Titel trotzdem etwas aus dem Gesamtgebilde heraus, empfindet man ihn doch eher als Vorgeplänkel. Mit dem titelgebenden Song „Himmelskörper“ steigen Heldmaschine schließlich richtig in die Eisen, es wird auch weiterhin das „R“ bis zum abwinken gerollt, vorwärts getrieben und ebenso auf einen eingängigen Refrain gesetzt, so wie man es mittlerweile von Heldmaschine erwartet.

Ganz im Gegensatz zu den meist sehr energievollen Titeln steht das ruhige und intensive „Die Braut, das Meer“, welches von seiner gewissen Mystik lebt. Das Stück präsentiert sich rau und tief und wird damit zu einem der nachhaltigsten Songs des Albums, zumal die Gitarrenarbeit hier besonders zu gefallen weiß. Als in sich stimmigsten Track möchte man „Das Maß ist voll“ bezeichnen, bei dem sich die Lyrics und die musikalische Umsetzung am besten decken. An dieser Stelle sei ebenfalls angemerkt, dass die Koblenzer auch weiterhin ihre Stärken im textlichen Bereich haben und sicher dort ihr größter Wiedererkennungswert liegt.

Eine wirkliche Steigerung ist mit dem neuen Album allerdings nicht zu verzeichnen, selbst bei der eben benannten Stärke hat man das Gefühl, dass es einen kleinen Rückschritt oder Stillstand gibt. „Himmelskörper“ wirkt stellenweise noch unausgereift, immer wieder überkommt das Gefühl, dass man sich bei der Ausarbeitung etwas mehr Zeit hätte nehmen sollen, um der Scheibe den letzten Kick zu geben. Zudem verläuft das Album relativ spannungsarm, was eben nicht zu mehrfachen Durchläufen animiert. Insgesamt ein eher durchschnittliches Werk, welches den vorherigen Erwartungen nicht ganz gewachsen scheint, aber trotzdem gut anhörbar ist.

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