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Heirs: Hunter

Ein interessanter Vorgeschmack
Wertung: 7.5/10
Genre: Post-Rock, New Wave
Spielzeit: 24:44
Release: 02.12.2011
Label: Denovali Records

Als Vorboten zu ihrem kommenden dritten Studioalbum stellen die Australier Heirs mit „Hunter“ nun die erste Single aus diesem vor, um einen Hinweis darauf zu geben, was den Hörer bald erwartet – und da Stagnation von Anfang an keine Option für die Truppe war, experimentiert diese natürlich auch auf kurzer Spielzeit im Rahmen der Möglichkeiten und nennt dieses Mal insbesondere The Sisters Of Mercy und die Cocteau Twins als prägende Einflüsse.

In der Tat finden sich die Reminiszenzen an New Wave und Shoegaze nicht nur in der Schwarz-Weiß-Ästhetik des Artworks und des zum Titelsong gehörigen Videos, sondern auch in der musikalischen Ausrichtung des Materials. Obwohl der Signatursound der Band noch immer vorhanden ist und weiterhin recht individuell gefärbter Post-Rock mit einer eigentümlichen Schwere geboten wird, haben Heirs ihre Inspirationen merklich in ihr eigenes Klangbild eingewoben und knüpfen nahtlos an die Tradition an, durch Experimente die eigene Identität zu festigen, anstatt sie zu verwischen.

Der Titelsong der Single verbindet so die den Songs der Band eigene subtile Dynamik mit prägnanter Bassarbeit und einem stetigen, beschwörenden Drumbeat, wodurch das Stück seine starke New-Wave-Schlagseite erhält. Einen ganz besonderen Charakter gibt dem Song jedoch vor allem der Einsatz eines Theremins, das in hohen, Sirenen-artigen Bögen ein anderweltliches Klagelied anstimmt. Noch ein ganzes Stück düsterer widmen sich Heirs dieser Ausrichtung in der B-Side „Symptom“: Immer wieder durchdrungen von dröhnenden Synths, schafft der brodelnde Rhythmus samt wummerndem Bass eine finstere Atmosphäre, die der gelegentlichen Assoziation der Band mit dem Gothic-Genre durchaus gerecht wird.

Mit dem abschließenden Stück betonen die Australier diesen Einfluss noch einmal in aller Deutlichkeit und wagen sich mit „Neverland“ an ein Cover des überlangen Sisters-Of-Mercy-Songs heran, der schon im Original keine leichte Kost darstellte. Nur minimale Schwankungen finden sich in diesen hypnotischen zwölf Minuten, denn Heirs halten sich relativ nah am Original und bleiben dessen Stimmung treu – während diese düstere Monotonie jedoch bei den Sisters ihre Wirkung ohne Spannungsabfall aufrecht erhält, scheint die Version der Australier phasenweise fast schon ein wenig zu statisch, was allerdings auch nicht zuletzt dem Verzicht auf Gesang zuzuschreiben ist, der der ursprünglichen Version des Songs viel ihrer Faszination verlieh.

So lässt sich also sagen, dass „Hunter“ ein Musterbeispiel für eine gelungene Single-Veröffentlichung darstellt – der Umfang ist für das Format überraschend groß ausgefallen, die Aufmachung ist Denovali-typisch im schicken Digipak gehalten und natürlich macht nicht zuletzt das Material selbst Lust auf mehr. Obwohl Heirs auf „Hunter“ neue Wege für die Band aufzeigen, darf man weiterhin gespannt sein, was den Hörer auf dem dritten Album der Truppe erwarten wird, denn Stagnation wird sicherlich weiterhin keine Option für die Australier sein.

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