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Heirs: Fowl

Verstörend, relaxend, fesselnd, hypnotisierend
Wertung: 7/10
Genre: Post Rock, Ambient, Industrial
Spielzeit: 45:09
Release: 15.10.2010
Label: Denovali Records

Die Australier von Heirs haben in diesem Herbst ihr zweites Album „Fowl“ am Start. Bei deren Erstlingswerk „Alchera“ überwogen noch die Düstermomente, doch nun mit „Fowl“ zeigen die Herren samt der Dame auch andere Facetten. Wenn man sich angesichts des – sagen wir mal befremdlich bis „igitt“ anmutenden – CD-Covers erstmal überwunden hat und der Scheibe einige Durchläufe gegönnt hat, wird man dieser mannigfaltigen Facetten auch gewahr.

Sich langsam aufbauend, erschafft der Opener „Dust” eine Atmosphäre, bei der man förmlich auf den großen Knall wartet. Erst gibt sich das Teil recht smooth, langsam und behäbig, bis dann doch noch schrabbelnde Gitarren einsetzen, die jedem atmosphärischen Black Metal-Stück gut zu Gesichte stehen würden. Zum Ende hin, wo die Gitarre wieder verstummt, kommt mir der Spruch in den Sinn „I am the dust, I cover all“- keine Ahnung, ob dieses Textfragment aus irgendeinem uralten Songtext stammt, es kommt mir jedenfalls in den Sinn. Insofern hat das Stück auf jeden Fall seine Wirkung gezeigt – es wühlt auf. Erwähnte ich übrigens schon, dass die sieben Stücke auf „Fowl“ allesamt rein instrumental ausgerichtet sind? Na gut, dann wisse man diese Tatsache nun. 

Eine an sich ruhige und unaufdringliche Melodie wird im Titelstück „Fowl“ im weiteren Verlauf von herbe krächzenden Gitarren begleitet. Weiterhin erfährt der Hörer eine Steigerung des Hörerlebnisses: Der Anteil der die harmonischen Klänge überlagernden düsteren Elemente nimmt immer weiter zu, was zunehmend verstörend oder auch beklemmend wirkt. Fortan dominieren auch nicht mehr die anfangs dargebotene Melodie, sondern die destruktiven Elemente. Gut gemacht.

Schön, dass es bei „Burrow“ nach diesem aufwühlenden Vorgänger nun erstmal wieder fast schon relaxt weitergeht – man stellt sich eine vom Mond beschienene entlegene Straße vor, die man entspannt entlangfährt. Einen mächtigen Post Rock-Schub erfährt man danach, wenn das Tempo etwas forciert wird. Im Gegensatz zu diesem Stück möchte man die beiden ersten Stücke fast lediglich als Soundcollagen hinstellen, da man hier zum ersten Mal eine Songstruktur ausmachen kann.

Der treibende Rhythmus charakterisiert den Song „Tyrant“, der von den Drums und der Gitarre lebt. Recht harsch kommt das Ganze rüber, was natürlich auch wieder bestens zu dem Songtitel zu passen scheint. 

Sehr Drum-dominiert präsentiert sich auch „Men“, wobei hier allerdings wieder eine ganz andere Grundstimmung transferiert wird. Dem Verstörenden wird mithilfe schrammelnder Gitarrenteppiche wieder mehr Freiraum gelassen. Ein eher schwacher Vertreter des Albums.  

Da hat ein Hörer, der ähnlich gestrickt ist wie meine Wenigkeit, an „Mother“ wieder viel mehr Freude: Verträumt einerseits, ziemlich entspannt auf der anderen Seite kommt das Stück daher. Ich würde es zum Entspannen in den CD-Player einlegen. Was die CD-Compilation Café del Mar für den einen, ist Heirs mit Songs der Marke „Mother“ für den anderen. Schönes Teil. 

Zu Beginn des letzten Stückes „Drain“ hat man schon das Gefühl, als würde hier später noch viel passieren, denn die ruhige Gitarre im Vordergrund ist nicht alles: Im Hintergrund hört man schon die nervös oder unruhig wirkenden restlichen klanglichen Elemente. Dann kommt es zum großen Showdown. Das Ganze wirkt höchst unruhig und fast schon konfus – verstörend ist es allemal. 

Fazit: Verstörend, relaxend, fesselnd, hypnotisierend. Der Facettenreichtum, den diese Scheibe beinhaltet, hätte ich nicht für möglich gehalten. Gönnt euch auf jeden Fall genügend Hördurchläufe und verurteilt das Teil nicht vorschnell – auch wenn das bei dem Coverartwork echt recht schwer fällt. Für Fans von Swans, Controlled Bleeding, HTRK und Godflesh & Nadja ist dieses Teil sowieso ein Pflichtkauf. 

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