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Heimataerde: Gottgleich

Düstere Geschichten und brachialer Sound des Mittelalters
Wertung: 6/10
Genre: Mittelalter/Electro
Spielzeit: 126:40
Release: 01.06.2012
Label: Goldencore Records/ZYX

Sucht man neue Pfade in der Musik, stößt man auf die Band Heimataerde, die aus Ash (Mastermind), Jens Weber (Art Direction), Schriftstellerin Pen Tell (Narration) und den Komparsen und Gastkünstlern der Show besteht.
Die Band wurde 2004 ins Leben gerufen und kommt nun mit seinem fünften Album „Gottgleich (+ Hörbuch)“ daher.

Dieses Projekt ist eine Mischung aus mittelalterlicher Historie, Fantasy, Erzählung und EBM. Das hört sich wahrlich unglaublich an, scheint aber, gerade live, ein echtes Erlebnis zu sein. Album, Hörbuch und Liveshow sind symbiotisch und vermischen viele Stile in Sachen Sound. Vom Dudelsack bis hin zur E-Gitarre, Zimbel und Drehleiher ist alles dabei und lässt ein großes Spektrum an Fans zu.

In all den Alben geht es um Ashlar von Megalon, der auf der Suche nach Heimataerde ist. Dies ist kein Ort, sondern eher eine Fantasie, wo er, ein Vampir und verführter Tempelritter, seine Sterblichkeit zurück erlangen möchte. Auf dem Weg begleiten ihn stetig Gefährten, die mit ihm zusammen das Böse bekämpfen und an seiner Seite weilen.

Auch in diesem Album bzw. Hörbuch geht es um die Suche nach der Heimataerde. Das vielseitige Album ist eine Geschichte und doch können die Tracks einzeln angehört werden und auch solo glänzen.

„Agnus Dei“ ist ein grausamer Singsang, der die Ermordung und widerliche Aufbahrung eines Burgherren beschreibt, den Ashlar findet. Sein Körper ist in Stücke gerissen und schreibt die Worte Agnus Dei - Lamm Gottes. Dies steht für die Auferstehung Gottes. Langsam schleicht sich immer wieder ein lieblicher Chor ein, der die Worte wiederholt. Die Worte und nicht der Sound gehen unter die Haut.

„Wacht auf“ ist eine Mischung aus mittelalterlichen Klängen, schrammeligen E-Gitarren, harschen Bässen und growliger Stimme. Diese ungewöhnliche Komposition ist sehr erfrischend. Wenn man denkt, es könne nicht noch mehr Soundkompott geben, geht es wenig später mit „Dein Opfer“ weiter. Es ist eine aurale Erfahrung. Ashs growlige Stimme erzählt von einer Ermordung, die als Motiv die schlechte Welt hat, vor der er gerettet werden muss - schön schnell und clubtauglich.

Um der Kunst von Heimataerde einen weiteren Zweig zu geben, kommt nun das Hörbuch. Hier wird sehr eindrucksvoll und wortgewaltig eine weitere Geschichte von Ashlar von Megalon erzählt, wie er versucht, das Böse in Gestalt eines metallischen Monsters mit Hundsgugel zu fassen. Das Cover des Albums zeigt dieses Ungetüm. Dieses Monster hat die Kinder von Alagon brutal geschlachtet, metallische Spinnen stehlen deren Fleisch, Augen und Herzen. Mithilfe von Ansgar und Lévant machen sie sich auf den Weg. Angekommen in einem Fischerdorf, wo das Monster bereits ebenfalls wütete, nimmt sich Lévant (Gelehrter) die Kinder, die anderen gehen in die Kirche und kämpfen gegen metallische Sterbliche. Ob Lévant der Schlüssel zum Guten ist und die Tempelritter es schaffen, sich gegen das Heer aufzulehnen, soll hier nicht erzählt werden.

Für jeden Mittelalterfan mit geschichtlichem Durst sind Heimataerde schon lange kein Geheimtipp mehr. Auch wenn die Band viele Sparten abklopft, Neues erfindet, bleibt es für manche Ohren doch ein großes Rätsel und harter Tobak. Die Musik geriet in den Hintergrund, obgleich Heimataerde in erster Linie eine Band sind.

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