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Heidevolk: Velua

Konstant hohes Niveau
Wertung: 8/10
Genre: Folk Metal
Spielzeit: 56:09
Release: 20.03.2015
Label: Napalm Records

Wie die Zeit vergeht. Die Truppe Heidevolk existiert nun auch schon seit dreizehn Jahren  und bringt das mittlerweile fünfte Full-Length-Album. „Velua“ besteht in der normalen Version (es gibt eine andere Ausführungen mit drei Bonustiteln) aus zwölf Songs und schafft es damit auf eine beachtliche Spielzeit von fast einer Stunde.

Stilistisch bekommt der Hörer genau das, was er von Heidevolk erwartet. Allem voran steht da natürlich der für die Band so typische, zweistimmige Gesang. Dieser Gesangsstil ist eines der ganz großen Alleinstellungsmerkmale der Gelderländer. Aber nicht nur damit hat man sich eine eigene Fanbase erspielt. Heidevolk spielen schon immer eine recht massentaugliche Form des Folk Metals. Die Musik ist selten wirklich extrem hart und die Songs sind immer sehr harmonisch und eingängig.

Das hat sich auch  mit der neuen Platte nicht geändert. „Velua“ glänzt förmlich mit eingängigen Stücken, die sich einfach schön hören lassen. Dieser Reigen beginnt eigentlich schon mit dem ersten Stück, aber die großen Reißer sind „Herboren In Vlammen“, „De Hallen Van Mijn Vaderen“ und „Drankgelag“. Hier spielen Heidevolk alle Trümpfe aus, die gerade angesprochen wurden. Dabei schrecken die Niederländer auch vor dem Dreivierteltakt  („Drankgelag“) nicht zurück. In der Kombination machen sich diese Lieder ziemlich prächtig. Beim abendlichen Grillfest, beim Saufgelage mit Kumpels (oder Kumpelinen) oder auch zum Feierabendbierchen ist „Velua“ zu 100 Prozent der richtige Soundtrack.

Nachteilig wirkt sich der Sound der Platte aus. Aus welchem Grund auch immer wurde das Album so weit homogenisiert, dass man schon fast nicht mehr von einer Metalproduktion sprechen kann. Große Pseudo-Metalbands wie Evanescence und ähnliche verwenden einen ähnlich radiotauglich-verwaschenen Sound, wie er hier vorliegt. Wenn man sich zurückerinnert, wie konturreich Heidevolk noch auf „Walhalla Wacht“ geklungen haben, dann wünscht man sich diesen Umstand schon zurück. Da war noch nichts zu Tode komprimiert und gelimited. Hier sollte die Devise sein: Mut zu mehr Kanten!

Musikalisch haben die Gelderländer ein sehr hohes Niveau erreicht. Es wäre sehr schade, wenn dieses Stück Kunst begraben würde, weil man mehr marktkonform sein möchte. Zum Schluss der Scheibe bestätigt die Ausnahme die Regel. „Vinland“ erstrahlt nämlich in genau dem Licht, dass die ganze Scheibe verdient hätte. Hier klingen die Gitarren scharf und hart, die Bassdrum drückt und klickt mächtig und im Allgemeinen klingt hier alles härter. Warum diese Verhältnisse nur bei einem Lied vorherrschen, das bleibt ein Rätsel.

„Velua“ ist ein gelungenes Album, das ziemlich gut an den Vorgänger „Batavi“ anschließt. Fans der Truppe können also völlig beruhigt zuschlagen. Hier bekommt man genau das, was man als Fan erwartet. Darin liegt aber eben auch das Problem. Noch ist es nicht der Fall, dass man behaupten könnte, dass zwei Alben sehr gleich klingen, aber wenn sich die Formation nicht aus gewohnten Gefilden herauswagt, dann wird dieser Umstand zwangsläufig eintreten. Es ist nur eine Frage der Zeit. Somit bleibt es spannend, was sich Heidevolk als nächstes einfallen lassen werden.

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