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Heidevolk: Batavi

Ausgereiftere Arrangements und ein aggressiverer Sound bilden den ersten innovativen Schritt nach vorn
Wertung: 8/10
Genre: Pagan Metal
Spielzeit: 39:45
Release: 02.03.2012
Label: Napalm Records

Als Fan der Folk- und Pagan-Metal-Szene kommt man um die niederländischen Heidevolk nicht herum. Mit ihren überwiegend simpel gestrickten und melodischen Songs samt dem charakteristischen zweistimmigen Klargesang der beiden Frontmänner tummelt sich die Truppe schon seit 2002 in den umländischen Folk- und Pagan-Gefilden und hat bereits drei Alben im Gepäck und diverse Auftritte auf Festivals wie dem Heidenfest, Paganfest oder dem Ragnarök Festival absolviert. Das holländische Quintett aus Arnhem dürfte mittlerweile wohl jedem in der Szene ein Begriff sein, und doch hat es die Truppe bisher nicht geschafft, das Mittelmaß zu überwinden und sich als ernstzunehmende Folk-Metal-Band zu etablieren. Zugegeben, keine der bisherigen Veröffentlichungen ist schlecht, jede enthält ihre Höhepunkte, doch alle hielten sich doch im Gesamtumfang stets mehr durchschnittlich als überragend. Mal sehen, ob "Batavi" das nun ändern wird, die Band spricht immerhin im Voraus schon von ihrem kraftvollsten und aggressivsten Schaffenswerk.

Zuerst einmal will jedoch die Hintergrundgeschichte zu "Batavi" beleuchtet werden: Es ist das erste Konzeptalbum der Band und der Titel lässt sich herleiten aus dem westgermanischen Volksstamm der Bataver, der vor rund 2000 Jahren mit dem Römischen Reich um die Vorherrschaft in Nordwesteuropa kämpfte. Genau dort setzt die Geschichte von "Batavi" ein und begleitet den Hörer vom Ursprung des batavischen Stammes durch die Unterwerfung durch das Römische Reich bis hin zu den Revolten gegen die Römer und letztendlich auf die Schlachtfelder, insofern man denn die holländischen Texte versteht. Dabei beteuert die Band, dass es sich nicht um eine Nacherzählung historischer Daten handelt, sondern viel eher um eine romantische Interpretation dieser Ereignisse, welche womöglich das Interesse für diesen faszinierenden Volksstamm beim Hörer zu erwecken vermag.

Auch musikalisch geht der Fünfer hier deutlich ernster zu Werke als noch vor einigen Jahren, die Band scheint allmählich an Reife und Prägnanz zu gewinnen. Die Aussage, es sei das wohl aggressivste und kraftvollste Album der Bandgeschichte ist durchaus legitim. Die Songarrangements sind um einiges schneller geworden und die Band kommt viel ungestümer und wuchtiger daher als zuvor. Dazu kommt der auffallend häufige Einsatz der Doublebass und vereinzelt lassen sich auch Thrash-Einflüsse ausmachen. So klingt beispielsweise der Track "Als De Dood Weer Naar Ons Lacht", für den bereits ein Musikvideo abgedreht wurde, wie ein Folk/Thrash-Verschnitt und "Einde Der Zege" könnte genauso gut aus Skyclads Feder stammen, die ja bekanntlich durch ihre Mischung aus Thrash Metal und Violine als die Erfinder des Folk Metal gelten.

Die Band scheint auf "Batavi" aber außerdem auch einen größeren Wert auf überdachtere und ausgefeiltere Songstrukturen gelegt zu haben, jedenfalls klingen die Stücke eine ganze Ecke reifer als noch auf "Uit Oude Grond" oder "Walhalla Wacht". Sei es das schnelle und melodische "De Toekomst Lonkt", das epische und überaus zur Thematik passende Outro "Vrijgevochten" oder das bezaubernde Akustikstück "Veleda". Allein schon der Sound der neuen Scheibe haut einem im Vergleich zu den Vorgängern regelrecht aus den Socken. Für die gute Produktion zeigt sich Peter Tägtgren verantwortlich. Der Sound ist gewaltig sowie lebendig, zugleich aber auch klar und präzise, keines der Instrumente geht unter und der Doppelgesang kommt voll zur Geltung.

"Batavi" distanziert sich von den Vorgängern, denn wo diese stets nur im oberen Durchschnitt lagen, klingt die neue Platte weitaus gewaltiger und entschlossener und schafft es, den Durchschnitt zu durchbrechen. Heidevolk wagen den Schritt in eine neue Ebene. Sie haben zwar noch kein Meisterwerk erschaffen, aber die Band hat sich merkbar weiterentwickelt und punktet mit deutlich stärkeren und ausgereifteren Songs. Wer die Band kennt und mag wird an "Batavi" sowieso seinen Gefallen finden, doch auch wer die Truppe vorher nie wirklich für voll genommen hat, sollte hier mal einen Blick drauf werfen. Woran die Band einzig und nach wie vor arbeiten sollte, ist die Variation unter den verschiedenen Songs, denn genau wie die vorherigen Alben der Niederländer würde auch "Batavi" ein wenig mehr Abwechslung nicht schaden.

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