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Heavenly: Carpe Diem

Von Queen sollte man einfach die Finger lassen!
Wertung: 6/10
Genre: Symphonic Power Metal
Spielzeit: 45:17
Release: 18.12.2009
Label: AFM Records

Neulich in Frankreich:

Ein paar Power Metal-Fans, die sich unter dem Namen Heavenly formiert haben, beraten über ihre Zukunft. Wohin soll die Reise gehen, wenn man schon vier Alben auf die Menschheit losgelassen hat und man dennoch nicht mehr als eine Fußnote darstellt? Aufgeben und damit möglichem Ruhm entsagen?! Nein, das kommt nicht in Frage, und so steckte man die Köpfe zusammen.

„Wie wäre es, wenn wir nicht mehr so ganz offensichtlich nach Helloween klingen würden?“ ist eine der interessanten Fragen, auf die man schnell eine Antwort gefunden hat. „Guter Vorschlag, lasst uns doch noch einen ordentlichen Kübel Nightwish in unsere Musik kippen.“

„Aber ich klinge doch gar nicht wie eine Frau...“, begehrt der Sänger Ben Sotto auf, wird aber gepflegt übergangen.

Doch sein Martyrium beginnt erst, denn noch eine viel wahnsinnigere Idee hat in den Köpfen seiner Bandkollegen Gestalt angenommen. „Wir wiegen den Hörer mit zwei relativ klassisch ausgerichteten Power Metal-Stücken, die wie eine Mischung aus den Kürbissen und den Finnen klingen, in Sicherheit und fangen dann an, eine Band zu zitieren, die niemand nachmachen kann....wir vergreifen uns an Queen!“, tönt es aus dem Proberaum und ein diabolisches Lachen folgt. Das leise „Ich soll Freddy Mercury nachmachen? Das wird ein Desaster, Jungs!“ vom Sänger wird schon gar nicht mehr wahrgenommen.

„Gute Musik haben wir also jetzt, aber eine Kleinigkeit fehlt noch. Wenn ich nur wüsste, was?!“, überlegt sich der Kreativste der Band und alsbald kommt ihm folgender revolutionärer Gedanke: „Sex sells!“ Also wird flugs einem Kunststudenten ein Hunni in die Hand gedrückt, damit er ein Cover mit einer guten (in engelsgleichem Weiß) und einer verruchten (ihr versteht schon, schwarz und Leder) Frau kurz vor dem Zungenwrestling zu Papier bringt. Passend dazu packt die Band auch 25 Sekunden Gestöhne an den Anfang von „Carpe Diem“.

So oder so ähnlich stellte ich mir die Enstehung von Heavenlys fünftem Album „Carpe Diem“ vor. Innovationen sind hier Mangelware, stattdessen wird alles geklaut, was auch nur ansatzweise in das melodisch-bombastische Konzept passt. Instrumental kann ich zwar nicht meckern, aber wenn man teilweise so schamlos bei Gamma Ray („Ashen Paradise“) oder den bereits genannten Bands abkupfert, kann auch ein sehr guter, eingängiger Song wie „Lost In Your Eyes“ den Karren nicht mehr aus dem Dreck ziehen. Speziell Queen sollte man dringend in Ruhe lassen, auch wenn Dream Theater es in diesem Jahr mehr als respektabel geschafft haben, den Briten Tribut zu zollen. Ben Sotto von Heavenly versucht bei „A Better Me“ und ganz besonders bei „Farewell“, genau wie der große Freddy Mercury zu klingen - und das klingt einfach nur lächerlich. Es tut mir Leid, das so hart sagen zu müssen, aber so ist es nun einmal. Aber der leicht nasale Gesang sagt mir ohnehin nicht besonders zu.

Fazit: Ganz so übel wie es in diesem Review klingt ist „Carpe Diem“ gar nicht. Die Gitarrenarbeit ist stellenweise klasse (man höre die Beethoven-Verbeugung „Ode To Joy“) und die Produktion genügt hohen Ansprüchen. Das Problem der Band ist, dass man ihr anhört, dass sie aus einer Zeit stammt, als etliche Rhapsody- bzw. Rhapsody Of Fire-Klone auf den Markt drängten und sie auf diesem Trip hängen geblieben ist. Dazu gesellt sich dann gepflegter Ideenmangel und fertig ist das (gehobene) Durchschnittsprodukt.

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