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Heaven's Basement: Filthy Empire

Mit frischer Energie auf den Heavy-Alternative-Putz
Wertung: 8,5/10
Genre: Indierock/ Alternative/ Heavy Rock
Spielzeit: 45:34
Release: 01.02.2013
Label: Redbull Records/ EMI

Den meisten stehen die Nackenhaare regelmäßig zu Berge, wenn die britische Presse einmal mehr vom neuesten Hype der Insel faselt, wenn schon wieder solch ein vermeintliches Jahrhunderttalent nach allen Regeln der rhetorischen Kunst abgefeiert wird. Und natürlich darf auch bei Heaven's Basement der eingebaute Scheuklappenmodus ausgelöst werden, dabei läuft man aber hier schnell Gefahr, ein wirklich erfrischendes Debütalbum zu verpassen. Also, beide Füße fest auf die Berührungsangstbremse gepresst, denn Heaven's Basement haben nur bedingt mit der weichgespülten Brit-Pop-Rock-Mentalität zu tun.

Dabei kann kein Zweifel daran bestehen, dass auch sie mit den Charts durchaus liebäugeln, zu häufig haben sie nämlich ihren Fokus auf sehr eingängige, partykompatible Heavy-Alternative-Rocker gelegt, wie sie sicherlich schnell eine größere Fanschar ansprechen und sie somit nicht mehr lange ein „Geheimtipp“ bleiben dürften. Die beiden Tracks „Fire, Fire“ und „Executioners Day“ (auch wenn letzterer als Anspieltipp herhält) werden hier ausgespart, sind sie doch schon ausreichend im Review zur Pic7" „Fire, Fire“ beleuchtet.

Und sind schon im gerade zitierten Review Vergleiche zu Bands wie Motorjesus, Alter Bridge und Black Stone Cherry gefallen, was schon ausreichend als Indiz für potenziellen kommerziellen Erfolg herhalten mag, so sind auf dem Longplayer wesentlich mehr Einflüsse verbaut, die auch gerne weit in die Siebziger zurückreichen. Da wäre das balladeske, ein wenig zu sehr an das Herz-Schmerz-Pathos packende „The Price We Pay“ mit den Klavieruntermalungen und der akustischen Klampenbegleitung. Dass zum Beispiel auch Aerosmith zu ihren Einflüssen gehören, zeigen Heaven's Basement mit „When The Lights Go Out“, dabei transportieren sie die schnell angestaubte Riffarbeit aber locker ins Jahr 2013 und hören sich ausreichend frisch an, glänzen mit einem ausführlichen Gitarrensolo mit Tiefgang, bauen kurzzeitig leicht verfremdeten Gesang ein und haben ganz sicher mit dem Refrain auch die Feuerzeugschwenkfraktion auf ihrer Seite.

Ihre großen Stärken aber spielen die Briten mit fetten Heavy-Rockern wie „I Am Electric“ oder dem forsch startenden Opener „Welcome Home“ aus, nutzen ganz gerne die Royal Republic-Dynamik bei „Heartbreaking Son Of A Bitch“, verbreiten ein wenig 5 Bugs-Stimmung mit „Nothing Left To Lose“ – das alles aber in einer durchgehend harmonischen Gesamtheit eingebettet, dass man nicht den Eindruck gewinnen kann, dass Heaven's Basement wild diverse Versatzstücke zusammenschustern und nicht wüssten, was sie da machen.

Die Briten sind auf ihrem Debüt „Filthy Empire“ ganz sicher nicht die innovativen Überflieger, aber die Jungs wissen ganz genau, welche Riffs und Hooks sie benötigen, um die Tanzbeine der härter rockenden Gemeinde in Schwung zu bringen. Und auch wenn sie sich ganz gerne mehr oder weniger auch der Dynamik diverser Inspirationen beugen, so hauen sie schon derbe frisch auf den Heavy-Alternative-Putz und schaffen immer wieder mit frischer Energie reichlich Ohrwürmer, die ihre Wirkung auch auf dem europäischen Festland nicht verfehlen werden.

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