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Heaven & Hell: Live From Radio City Music Hall

Black Sabbath als Heaven & Hell verkleidet
Wertung: 9/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 116:4
Release: 24.08.2007
Label: Steamhammer/SPV

Black Sabbath von 1979-1982 und 1991-1992 waren genau das, was Heaven & Hell jetzt sind: Ronnie James Dio (Vocals) , Tony Iommi (Gitarre), Geezer Butler (Bass) und Vinny Appice (Drums). Und genau so hört sich dieser Livemitschnitt auch an. Die Band legt hier in New York eine, wie eigentlich auch zu erwarten war, fantastische Show hin. Und dieses Zeitdokument stellt klar, dass die vier Ausnahmemusiker in keinster Weise zum alten Eisen gehören.

„E5150/After All (The Dead)“ bildet erstmal den bejubelten Anfang, bevor mit “The Mob Rules“ der erste große Hit in die begeisterte Menge geschleudert wird. Toll, wie jung, und dynamisch die Band hier wirkt, der Sound ist glasklar und schön basslastig geraten. So wie er sich halt für Black Sabbath Songs empfiehlt.

Dann kündigt Ronnie den ersten Song an, den die vier jemals zusammen geschrieben haben: „Children Of The Sea“. Es ist immer wieder schön, diesen Song zu hören, Ronnie ist gut drauf und die Instrumente werden, wie gewohnt in bester Manier bearbeitet. Das Material der Doppel-CD ist zwischen den zusammen aufgenommenen Alben gerecht aufgeteilt. 6 Stücke des Meilensteins „Heaven And Hell“, fünf vom „The Mob Rules“ Album und drei weitere vom damals etwas untergegangenen 1992er Release „Dehumanizer“. Hinzu kommen noch zwei neue Stücke, die letztes Jahr für die Black Sabbath „The Dio Years“ Compilation aufgenommen wurden.

Stilsicher wird „Lady Evil“ mit dem Bass eingeläutet, und ich muss zugeben, dass der Song anno 2007 noch mehr Qualität dazu gewonnen hat. Dann kommt mit „I“ der zweite Song vom 1992er Album. Allein das Intro lässt den Fan ein breites Grinsen auf `s Gesicht zaubern. Kein Wunder, dass da kräftig applaudiert wird. Da hätte Ronnie auch dem Publikum keinen Hinweis darauf geben müssen, dass die Show aufgenommen wird.

Schon mal gar nicht, da dann „The Sign Of The Southern Cross“ folgt, welcher immer für überschwängliche Reaktionen gut war und auch noch ist. Atmosphärisch, mit tollem Gesang und diesen unvergesslichen Gitarren / Bass Lines. Die Halle tobt und man legt direkt mal mit „Voodoo“ noch ein Brikett nach.

Den Abschluss der ersten CD wird dann mit dem noch jungen Song „The Devil Cried“ bestritten. Ein Song, der sich ins bisherige Material einreiht und nicht wie ein billiges „Wir sollten nochmal einen Song schreiben“ wirkt. Ja, wenn man es genau nimmt, waren ja gerade die Sessions für das „The Dio Years“ Best Of Album dafür verantwortlich, dass es jetzt Heaven And Hell gibt. Da hat man wieder zusammengefunden und neues Blut geleckt.

Damit es keine Irritationen mit Black Sabbath gibt, weil da ja wieder uns Ozzy Osbourne das Mikro in den Händen hält, hat man sich entschlossen, unter dem Namen Heaven and Hell zu arbeiten. Wie es sich für eine in den Siebzigern und Achtzigern groß gewordene Band ziemt, darf Vinny bei „The Devil Cried“ dann auch sein Schlagzeugsolo abfeuern. Ein gelungenes Spektakel!

Die zweite CD wird mit dem tollen 1992er „Computer God“ eröffnet. Ronnie darf zeigen, was er drauf hat und das Gefühl, was dabei rüberkommt, ist richtig intensiv. Im Mittelpart einfach mal die Augen schließen und treiben lassen: Toll! Dann kommt „Falling Of The Edge Of The World“. Ja, hier macht sich dann langsam bemerkbar, dass man ja nur drei Alben für die Songauswahl hat. Der Song kann nicht wirklich mit den anderen mithalten. Ein „Turn Up The Fight“ vom „The Mob Rules“ Album hätte hier meiner Meinung nach besser gepasst.

Der zweite „neue“ Song „Shadow Of The Wind“ merzt das aber wieder aus. Absolut gelungen. Mit "Die Young" wird dann der logische Höhepunkt des Abends vorbereitet. Das Gitarrensolointro ist schon etwas Besonderes, bevor der Song dann abrockt. Dann kommt der größte Klassiker der Dio Ära bei Black Sabbath: „Heaven And Hell“. Allein dieses Mörderriff dürfte so ziemlich allen Metal Fans in der ganzen Welt bekannt sein. Das Publikum ist auch richtig außer sich. Ronnie probt den Chor und ab geht`s. „Sing me a song, you're a singer/Do me a wrong, you're a bringer of evil….“ Ganz großer Bühnenzauber. So was kriegen nur die ganz Großen hin, und die stehen hier mit über 230 Jahren Lebensalter auf der Bühne!

Logisch, dass es die Band nach so einem Gig nicht schafft, von der Bühne zu kommen. Das Publikum hat da absolut zu Recht etwas dagegen. Somit wird dann auch noch „Lonely Is The World“ ins aufgeputschte Publikum gefeuert. Dieser eher ruhige Song ist dann aber auch nur die langsame Vorbereitung auf den endgültigen Abschluss der CD: „Neon Knights“! Die Band haut noch mal kräftig in die Seiten und auf die Felle und verabschiedet sich standesgemäß powervoll. Da darf jeder glücklich sein, der an diesem ehrwürdigen Abend in der Radio City Live Music Hall zugegen war. Allen anderen darf dieser superbe Livemitschnitt über die verpasste Chance ein wenig hinwegtrösten.

Fazit: Ein großes Livealbum ist hier entstanden. Ich würde es sogar höher als „Live eviL“ einstufen. Toll, dass wir die Klassiker so nochmal hören können. Ozzy Osbourne wird diese Songs niemals so interpretieren können, wie es Dio kann. Andersherum funktioniert es natürlich auch nicht mit Songs, die Ozzy mitkomponiert hat. Auch wenn einige hier von Geldmacherei reden werden, diese tolle Scheibe sollte eigentlich in keiner anständigen Metalsammlung fehlen.

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