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Heart To The Core Vol. 2

Hier wird Diversität groß geschrieben
keine Wertung
Genre: Metalcore, Hardcore, Deathcore
Spielzeit: 86:43
Release: 28.04.2010
Label: Eigenproduktion

Marius ist ein Mensch, für den das Wort „Workaholic“ scheinbar erfunden wurde: Nicht nur, dass der Gute mit seiner eigenen Combo Lying Apart eine Bühne nach der anderen unsicher macht, er haut nun schon die zweite Folge seines Heart To The Core-Samplers innerhalb eines knappen halben Jahres auf den Markt. War der erste Teil der Samplerreihe noch relativ bunt gemischt mit Disco-, Death-, Metal- und sonstigem Core, so werden dieses Mal deutlich härtere Geschütze aufgefahren.

Mit von der Partie sind so illustre Gäste wie Welcome Karen, The Green River Burial, Die In Grey und die Mannheimer My Sacrifice. Ein bisschen Lokalpatriotismus darf man dem Herrn auch vorwerfen, kommt doch ein guter Teil der auf Vol. 2 befindlichen Bands aus Bremen und Norddeutschland insgesamt, wo der Gitarrist beziehungsweise Sänger ebenfalls seine Wurzeln hat. Vielleicht liegt es daran, dass seine Band gerade eine Pause einlegt, aber wenn der Output so rasant weitergeht, dürfte die HTTC-Reihe die Zehn ganz schnell hinter sich bringen.

Wenden wir uns jedoch erstmal dem zweiten Ableger zu, der, wie gesagt, in eine etwas heftigere Kerbe schläft als sein Vorgänger. Direkt zu Anfang legen die Münsteraner Disposed To Mirth die Tempo-Latte ziemlich hoch und überzeugen mit etwas krudem, aber druckvollem Deathcore. „Diamonds In His Throat“ klingt genauso, wie man es sich beim Titel vorstellt – Sänger Matze kotzt sich ordentlich aus und die Saitenfraktion veranstaltet ein wahres Spektakel dazu. Ebenso zermürbend geht’s mit Avenue Six Left aus Pirmasens weiter, die sich dem Old School-Hardcore inklusive Gang-Shouts zuwenden und ordentlich losballern.

Wirklich gruselig wird es mit Camp Jasons „Warhead“ und vor allem deren Sänger Olli, der stimmlich zumindest alles übertrifft, was auf der ersten Hälfte der Platte zu hören war – nicht etwa, weil er so geistesgestört brüllt, sondern weil er eine ganze eigene Nuance in der Stimme hat, die eher selten zu hören ist. Das bunte Treiben geht ohne Verschnaufpause weiter, denn natürlich haben auch Lying Apart selbst einen absoluten Knaller beigesteuert („Search And Destroy“ mit Namen), und auch der diesmal eher rare, einigermaßen klare Gesang macht sich bemerkbar: Flying Men City mischen die Platte mit „The Art Of Turning Inside Out“ und einer Alternative-Screamo-Attitüde auf, die ein wenig an die US-Rocker Emarosa erinnert.

Die labellosen Wolfsburger Bedlam Broke Loose hauen mit „T.I.W.W.A.M.F“ in die Hardcore-Kerbe, Counterproof aus Worms verbreiten ordentlich Stimmung mit atmosphärisch starkem Metalcore und auch My Sacrifice aus Mannheim klingen eher nach typischem Metalcore, wenn auch mit ordentlich Druck dahinter. Einen der beiden deutschen Titel der Platte kredenzen uns übrigens Allis, die eine sehr bizarre Mischung aus poppigen Indiegesängen im Refrain und ultrabrutalen Growls zur Schau stellen und damit, sagen wir mal, ein wenig aus der Masse herausstechen – aber genau darum geht es ja.

Marius macht hier, ebenso wie bei seinem ersten Heart To The Core-Sampler, alles richtig: Wieder hat der Musiker, der mit seinen Anfang Zwanzig die Szene schon besser kennt als manch alter Hase, massig geniale Bands zusammentrommeln können, die sich auf einem Core-Sampler der Extraklasse versammeln. Wenn die nächsten Volumes qualitativ auch nur annährend so bleiben, steht einem HTTC Vol. 10 nichts mehr im Wege.

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