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HB: Frozen Inside

Ein gelungenes, abwechslungsreiches Album
Wertung: 8/10
Genre: Symphonic, Gothic Metal
Spielzeit: 48:57
Release: 23.04.2008
Label: Bullroser Records

HB ist eine finnische Gothic Symphonic Metal-Band. Ihre bisherigen Alben waren immer in finnischer Sprache eingesungen, doch ihr drittes Studiowerk „Frozen Inside“ ist der englische Re-Release ihres 2007 erschienenen Albums „Enne“.

Bei „Frozen Inside“ wird vor allem viel Wert auf Atmosphäre gelegt, welche durch viele Keyboard-, Klavier-Elemente und kräftige Gitarrenparts erzeugt wird. Man versucht sich außerdem an orchestralen und bombastischen Klängen à la Nightwish. Daher bekommt man häufig Streicher und Chöre zu Gehör. Johanna Aaltonen, die Sängerin der Band, hat eine klare, emotionale Stimme, die eher in rockigen Gefilden anzusiedeln ist. Textlich behandeln HB vor allem religiöse und christliche Themen.

Das Album wird durch das Stück „Intro (Holy One)“ eröffnet. Hier wurde gänzlich auf Instrumente verzichtet und man bekommt einen ersten Eindruck von Johannas Stimme.

Der eigentliche Opener folgt dann mit „God Has All Glory“. Der Song beginnt mit einem Intro der Streicher, welche eine spannungsvolle, etwas mystische Atmosphäre kreieren. Es kommt dann zuerst das Schlagzeug hinzu und der Titel baut sich immer weiter auf, bis schließlich die ganze Band spielt. Die Background-Chöre kommen schon gleich zu Anfang zum Einsatz. Der Track hat ein recht flottes Tempo, stellt dabei die Melodie aber in den Vordergrund. Interessant ist hier das Zusammen-/ Wechselspiel zwischen den einzelnen Bandmitgliedern, ebenso der Wechsel von ruhigen und schnellen Passagen. Die Kombination von Vocals und Chor im Refrain lassen diesen noch bombastischer wirken. Im Mittelteil dominieren die Drums mit dem Rhythmus, der Gesang ist immer nur kurz eingestreut und scheint von weit weg zu kommen. Die Backgroundvocals wirken dazu geheimnisvoll. Der Song endet mit dem Fokus eher auf dem Rhythmus, hätte aber etwas mehr Power verdient.

„It Is Time“ beginnt mit verzerrten Klängen, bis dann alle Instrumente mit einer sehr eingängigen Melodie einsteigen. Johannas Stimme klingt in der Strophe verzerrt, hart und abgehackt, fragend, anklagend. Dies passt wiederum inhaltlich gut zu den Lyrics. Der Chorus besitzt unter anderem durch die Unterstützung des Chors hohe Ohrwurmqualität. Dieses Thema wird dann noch mal instrumental aufgegriffen. Im Mittelteil hat man ein sehr gutes Gitarrensolo eingebaut. Vom Klang her ist der Song sehr abwechslungsreich, könnte aber noch ein bisschen mehr Atmosphäre haben.

„Be Aware“ startet mit einem sehr ruhigen, rhythmischen Intro, welches vom Schlagzeug, Streichern und Keyboard getragen wird, wobei letztere die Melodie liefern. Der Gesang ist ebenfalls beruhigend und passt gut dazu. In der Bridge kommt dann die Gitarre hinzu, bis es im sehr gut arrangierten Chorus endet, zu dem dann noch eine aggressive männliche Stimme zu hören ist. Danach wird das Tempo wieder herausgenommen und der Text steht erneut im Vordergrund. Gegen Ende kommt noch mal ein Solo der Gitarre, welches auf einem weichen Klangteppich erklingt. Nachdem man dann die Vocals nur zum Keyboard hört, baut sich der Titel noch einmal auf und man bekommt erst den Eindruck, er würde auslaufen, schwenkt dann jedoch noch einmal um und erhält ein klares Ende.

„Holy Secret“ kann als (Halb-)Ballade bezeichnen werden. Es ist vom Tempo her sehr gesetzt und die Streicher geben zu Beginn die Melodie vor, begleitet von Schlagzeug und Piano. Diese bilden dann zusammen mit dem Chor die Begleitung des sehr sanften, emotionalen Gesangs. Zum Refrain hin baut sich der ganze Track, vor allem von der Lautstärke her auf und wirkt bombastischer. Danach hört man erneut das Intro, nur ebenfalls lauter. Die Gitarre greift in ihrem Solo die zuvor kreierte Stimmung auf und wurde sehr gut eingearbeitet. Der Song endet mit dem Anfang, nur diesmal wieder ruhiger und bildet so einen runden, geschlossenen Höreindruck.

Es folgt der Titeltrack des Albums „Frozen Inside“, welcher mit einer ruhigen Akustikgitarre beginnt. Melodie und Text stehen klar im Vordergrund. Im Refrain verändert sich der Klang der Vocals, sie klingen tiefer, anklagend und etwas sauer. Dies wird dann mit Einsetzen des Chors, welcher eingestreut wird, etwas abgemildert. Allerdings bestimmt nun der Rhythmus den Klang, welchem leider Atmosphäre und Rückhalt fehlen. Der Mittelteil ist vom Tempo etwas zurückgehaltener und gegen Ende wird der Gesang leiser gedreht und scheint wieder weit weg, bis der Chorus in normaler Manier erklingt.

„Years Go By“ ist ein sehr abwechslungsreicher Titel. Es startet mit einem ruhigen, melodischen Piano-Intro. Danach kommen Gitarre und Drums hinzu, geben den Rhythmus vor, während das Klavier in den Hintergrund rückt. Es folgt ein sehr interessantes Wechselspiel, bei dem Gitarre und Schlagzeug den Klangteppich bilden und sich Gesang, Klavier und Chor immer mit den Streichern in der Melodie abwechseln. Von der Stimmung her ist der Song sehr melancholisch und traurig.

„Ambition“ ist der härteste Track des Albums. In Gegensatz zu den langsamen, vorangegangenen Titeln wird das Tempo hier deutlich flotter gehalten. Johannas Stimme scheint tiefer zu klingen und passt gut zum vorantreibenden Rhythmus. Im Refrain setzt dann der Chor ein, welcher den Gesamteindruck etwas harmonischer macht. Allerdings hätte der Song das Potential zu noch mehr Power, als er schon bietet. Das kann leider auch das wirklich gute Gitarrensolo nicht stellen. Zum Ende hin kommen auch die Streicher wieder zum Zug, übernehmen die Melodie und geben damit den Gegenpart zum Schlagzeug.

Mit „Way“ folgt erneut eine Ballade, welche durch ein sehr ruhiges Streicher-Intro eröffnet wird, nur vereinzelt begleitet durch ein Klavier. Der Gesang ist ebenfalls ruhig, sanft und stellt den Text in den Mittelpunkt. Der Chor unterstützt diesen zusätzlich an verschiedenen Stellen. Im Mittelteil hört man eine von einem Mann gesprochene Passage. Die Idee, dies einzubauen ist gut, allerdings ist der Part etwas lang geraten, was ihm dadurch den Zauber nimmt. Danach scheint der Track weiter dahinzuplätschern, weshalb das Ende dann auch sehr plötzlich zu kommen scheint.

„The Lovesong“ ist der letzte Titel auf dem Longplayer. Hier gibt diesmal das Klavier den Rhythmus vor und die Vocals die Melodie. Sehr gut ist die Idee immer wieder ein Echo einzubauen. Dazwischen übernehmen auch mal die Streicher die Führung und der Song baut sich klanglich und atmosphärisch immer weiter auf, bis dann die ganze Band spielt. Die Stimmung ist zwar einerseits melancholisch, aber trotzdem hoffnungsvoll. Gut komponiert ist bei diesem Stück der Wechsel zwischen rhythmus- und melodiegeprägten Teilen. Am Ende kommt noch einmal eine männliche Stimme dazu. Allgemein lässt sich sagen, dass dieser Track als Schluss wirklich gut geeignet ist, da er klanglich an einen Abschied erinnert.

Fazit: „Frozen Inside“ ist ein sehr gelungenes Album. Es besitzt viel Abwechslungsreichtum innerhalb der Songs und man versucht jedem Titel eine eigene Identität zu geben. Allerdings scheinen hier noch nicht sämtliche Register gezogen zu sein, da noch sehr viel Potential zu hören ist, das einfach nur noch besser mit eingebracht werden könnte. Ebenfalls wäre es schön, wenn sich die Band auch an mehr schnellere Stücke machen würde. Das Werk ist auch für Leute geeignet, die keinen guten Draht zur Religion haben, da das Album auch seine Qualitäten zeigt, wenn man nicht auf die Lyrics achtet. Man kann sich wirklich auf weitere Alben von HB in der Zukunft freuen.

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