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Havok: The Point Of No Return

Neues Material für Zwischendurch und zwei gelungene Cover
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 20:56
Release: 11.05.2012
Label: Candlelight Records

Die Nachwuchsthrasher von Havok aus Denver, Colorado haben bereits im letzten Jahr mit ihrem erstklassigen Zweitwerk "Time Is Up" bewiesen, dass sie definitiv nicht mehr zur Thrash-Unterschicht gehören. Im Zuge der aktuellen Europatour mit 3 Inches Of Blood hat die Truppe dann eben noch mal eine kleine aber feine EP namens "The Point Of No Return" auf den Markt geworfen, die neben zwei Havok-Originalen auch Coversongs von zwei klassischen Thrash-Perlen enthält. Doch zunächst zu den beiden brandneuen Havok-Tracks.

Mit "Point Of No Return" gibt es zu Beginn eine stapfende, auf schnellerem Midtempo gehaltene Nummer mit vielen eingängigen, aber nicht weltbewegenden Riffs, einem sehr groovigem Solo und einem fetten Abschluss mit donnernder Doublebass zur Krönung des Ganzen. Vor allem die Bassline kommt hier voll zur Geltung. Ganz klar ein typischer Havok-Kracher, an dem nichts auszusetzen ist und in dem sich Sänger David Sanchez die Seele aus dem Leib schreit, um einmal mehr seine Stimme unter Beweis zu stellen mit seinen fiesen, aggressiven Vocals, die perfekt zur dargebotenen Musik passen. Hier und da lassen sich Parallelen zu Testament ausmachen. Der zweite Track "From The Cradle To The Grave" beginnt zunächst mit einem belanglosen Stakkato-Riff und will nicht so richtig in die Vollen gehen, enpuppt sich im Interlude aber doch noch als eine ganz anständige und fetzige Nummer. Könnte für den Slayer- und Dark-Angel-Liebhaber noch ein wenig schneller und direkter sein, doch ansonsten kann sich das neue Material deutlich hören lassen und versetzt einen jetzt schon in euphorische Erwartung auf die anstehenden Live-Shows. Die beiden Nummern sind insgesamt zwar nicht wirklich überwältigend und zwangsweise nötig, allerdings auch keinesfalls schlecht oder öde und reichen sicherlich fürs Hören zwischendurch. Somit ein guter Weg, die Zeit zur nächsten Full-Length-Platte mit einer netten EP zu überbrücken, zumal diese für schlappe sechs Euronen auf der derzeitigen Tour erhätlich ist.

Doch Augenblick, was haben die vier Jungs uns denn da noch schönes auf die Platte gezaubert? Mit dem dritten Track erwartet den Hörer zunächst eine düstere Soundkulisse mit dumpfen Schlägen und mulmigen Hintergrundgeräuschen, die einem doch allzubekannt vorkommen. Und als nach den ersten 30 Sekunden das Riff von Sepulturas legendärem Allzeitklassiker "Arise" durch die Boxen rauscht, dürfte wohl jedem Thrasher regelrecht das Herz aufgehen. Havok vermeiden es bei dem Cover zwar beinahe gänzlich, eine eigene Note einfließen zu lassen, doch der Song wird dafür so authentisch und gleichzeitig zeitgemäß dargeboten, dass man darüber schnell hinwegsehen kann. Schell, düster und rabiat, fast besser als es die heutigen Sepultura spielen. Und das Solo!! Herrlich, eins zu eins zum Original, als hätte man bloß die 1991er-Version digital überarbeitet und in neuem Soundgewand auf die neue Havok-Platte gepackt.

Doch wer denkt, epischer könne es nicht kommen, wird mit einem Cover von den legenädern Slayer-Klassikern "Postmortem/Raining Blood", das ja schon seit ein Paar Jahren in der Live-Setlist der Band zugegen ist und es nun auch ins Studio geschafft hat, eines Besseren belehrt. Zuerst einmal dürfte man heil froh darüber sein, dass es beide Songs in einem Durchgang auf die Platte geschafft haben, denn das diabolisch rasante Ende von "Postmortem" leitet so beispiellos und fließend in das unheilvolle Intro von "Raining Blood" ein, dass man die beiden einfach nicht trennen sollte. Doch so nostalgisch man sich im ersten Moment auch fühlt und so originalgetreu die Musik auch vorgetragen wird, klingt der moderne Sound einfach nicht so authentisch wie auf dem Meisterwerk von vor 25 Jahren und einen Tom Araya kann und sollte man auch schlicht und ergreifend nie versuchen zu ersetzen. David Sanchez gibt zwar sein Bestes und versucht sich sogar am High-Pitch-Scream der legendären Zeile "... Await The Final Call" im Mittelteil von "Postmortem" und auch das finale Fiasko in "Raining Blood" ist gut gelungen, doch niemand wird den Titanen je das Wasser reichen oder auch nur annähernd an deren Klasse herankommen. Als Live-Kracher wird das Cover aber dennoch sicherlich nach wie vor spitze ankommen.

Letztendlich lässt sich sagen, dass die Truppe mit "The Point Of No Return" zwei gelungene, wenn auch nicht zwingend notwendige neue Tracks vorzuzeigen hat, die um zwei authentisch dargebotene Cover ergänzt werden, die in der Songauswahl nicht besser hätten getroffen werden können, aber in der Umsetzung zumindest beim Slayer-Cover noch ein wenig zu wünschen übrig lassen. Für günstige sechs Euro auf der aktuellen Europatour mit 3 Inches Of Blood, Goatwhore und Angelus Apatrida dürfte die EP aber in Mengen vom Merch Stand mitgehen gelassen werden, nicht nur von Fans.

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