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Hatred: Destruction Manual

Frisurverwüstung aus dem Frankenland
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 50:30
Release: 22.10.2010
Label: SAOL

Die Unterfranken Hatred melden sich wieder zurück. Mit im Gepäck haben sie die aktuellste Lizenz zum Abschädeln - ihr drittes Album "Destruction Manual". Die Jungs dürften schon lange nicht mehr zu den Unbekannten der Metalszene zählen. Besonders im Jahre 2009 wurden die Schweinfurter von Fortuna verhätschelt, denn da räumten sie gleich doppelt ab. Erst wurden sie via Online-Voting buchstäblich in die Wüste geschickt, denn Hatred hatten die Ehre als erste deutsche Metalband auf dem Dubai Desert Rock Festival aufzutreten und dann zupfte wohl einer der drei Saitenrecken mit dem "Pleck des Schicksals" auf seinem Werkzeug. Ihr Song "(We Are The) Moshcrew" wurde als offizielle Hymne von Jack Blacks Videospiel "Brütal Legend" auserkoren. Normalerweise sind die Thrasher auch auf dem von Sänger und Drummer gegründeten Queen of Metal-Festival eingespannt, jedoch musste dies 2010 mangels einer geeigneten Location abgesagt werden und auch 2011 wird das Gelage aus dem gleichen Grund nicht stattfinden. Somit hatten Bacchus (Gesang), Maddin (Gitarre), Kört (Gitarre), Hudson (Bass) und Evil Ewald (Schießbude) genügend Zeit, sich kreativ an ihre Instrumente zu setzen, um an neuen Trainingsmethoden der Nackenmuskulatur zu feilen. Und eins vorweg gesagt: Es wird hart!

Hatred hat sich dem Bay Area Thrash Metal verschrieben. Obwohl dies viele Bands gleichgetan haben, spricht der Erfolg für die Schweinfurter. Sie sind kein billiger Abklatsch von irgendwem, sondern durchaus in der Lage, sich selbst einzubringen. Dieses Album besitzt erneut alles, was das Thrasher-Herz begehrt: Ein starkes und detailliertes Riffing, Geschwindigkeit, Rhythmus und einen aggressiven Sound.

Gespickt mit Gitarrensoli und fiesem Organ lässt gleich zum Auftakt "United" die Trommelfelle der "Lauschwascherl" erbeben. Mit "Ratter of Hell" versuchen die Jungs wohl, es dem Flötenspieler aus Hameln nachzutun - ob das aber so funktioniert wie beim Vorbild wird sich zeigen. Aber mit Garantie wird sich beim nächsten Auftritt ein riesiges rotierendes Haarmeer auftun, was die Unterfranken eventuell wieder versöhnlich stimmt. Und damit die Menge nicht so schwitzen muss, haben sie gütigerweise einen etwas langsameren Gitarrenmittelpart eingebaut. Prügelnd geht es weiter mit "Run Amok". Eingeleitet durch ein bedrohlich wirkendes Gitarrenspiel, unterstützt von Evil Ewalds felliger "Rumpelposaune", der Kosename für sein Instrument, schwenkt es sogleich in den gewohnten Old-School-Thrash um und Bacchus brüllt sich auf Gedeih und Verderb die Seele aus dem Leib.

An Iced Earth erinnert die bei "Black Sun Propecy" vorangestellte Weltuntergangsstimmung und der Hörer wird sogar mit cleaner Stimmlage von Seiten des Frontmanns verwöhnt. Keine Sorge, diese kleine Episode schlägt sogleich um und es geht wie gewohnt schreiend, schmetternd und mit einer Hand voll Gitarrensoli weiter.

Apropos Nackenmuskeln: Mit "Moshpit Ritual" erhält man eine Extra-Einladung, wieder den Kalk aus den Gehirnwindungen zu schleudern. "Porker's Revenge" bekommt sehr viel Nachdruck durch die garstigen Stimmgefilde aus des Sängers Bändern verliehen. Natürlich darf die musikalische Untermalung der Kollegen in Form eines aggressiven Zusammenspieles nicht unerwähnt bleiben.

Zum Schluss wurde noch den bayerischen Spezialitäten gehuldigt, denn mit "drei vier Leberkäs" wird das als Schmankerl verpackte "Franconian Speed" angezählt.

Abschließend muss man sich eingestehen, dass an der Scheibe absolut nichts auszusetzen ist. Zwar hat man das zwingende Bedürfnis, dem Schreijongleur ein paar Halsbonbons auszugeben, aber das spricht wohl für das Endprodukt des Quintetts. Besonders live werden Hatred mit dem neuen Album punkten können, denn die sich vor ihnen auftuende Zuhörerschaft wird dann wieder wie eine Perserkatze auf Ecstasy abgehen.

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