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Hatedotcom: Fragments Of Scare

Melodic Death Thrash at its best!
Wertung: 9.5/10
Genre: Melodic Death Thrash, Thrash Metal
Spielzeit: 40:30
Release: 14.08.2009
Label: Violent Entertainment

Wie wir alle wissen, kommt es eher selten vor, dass eine Band das hält, was ihr Label verspricht. Wenn der Stil dann auch noch mit „Brachialsound mit Ohrwurmcharakter“ umschrieben wird, macht sich eine gewise Skepsis breit, Klangbilder von kreischenden Emos oder degenerierten Nu Metal-Combos kommen einem in den Sinn.

In diesem Fall kann man das alles getrost in die Tonne treten. Das westfälische Quartett Hatedotcom bringt tatsächlich all das mit, was man von einer „Melodic Death Thrash“-Band erwartet – und noch viel mehr. Nicht nur, dass Drummer und Gründer der Band Markus Jordan Höchstleistungen vollbringt und stellenweise wie ein Drumcomputer klingt, auch die stimmliche Bandbreite, die der doch recht jung aussehende Sänger Tim Venker auf der Platte zeigt, ist schlichtweg beeindruckend – umso mehr, da die Gruppe erst 2006 gegründet wurde.

„Fragments Of Scare“ stellt das erste richtige Album der Jungs dar, die vor zwei Jahren erstmal eine EP herausbrachten und darauf sich überschlagende Kritiken einheimsten. Musikalisch mischt sich der Einfluss verschiedener Bands mit in die Platte: Der Song „Mindstorm“ erinnert zum Beispiel leicht an In Flames, die ja den Melodic Death Metal mitprägten, und einige Vocals klingen bestechend nach Ektomorf, was den Songs mehr Groove verleiht. Trotz dieser Vergleiche ist die Musik der vier Jungs durchaus eigenständig und kann schon in dieser frühen Phase mit den ganz Großen mithalten.

M.T. Jordans furioses Drumming bei „Wolves“ weckt in mir starke Erinnerungen an die fast lächerlich schnellen Platten der australischen Death-Grinder The Berzerker und bläst einem fast den Kopf weg. Allein für diese Leistung muss man die Jungs schon loben, geht es doch Schlag auf Schlag fulminant weiter mit „Terminate“, in dem Tims beeindruckend tiefe Growls alles plattwalzen, was sich ihnen in die Weg stellt. Gleichzeitig passt der klare Gesang, den er ebenso perfekt beherrscht, super in den Song, wirkt nie nervig oder fehl am Platz. Der Titelsong des Albums schlägt etwas mehr in die Death-Kerbe als die restlichen Song und die Jungs haben auch keine Scheu davor, deutsche Texte mit einfließen zu lassen. Entsprechend düster gehalten fügt die gegrunzte Strophe sich wunderbar in den Rest des Songs ein.

Ein abosolutes Highlight der ohnehin grandiosen Platte ist das wuchtige „Parasites“, das einem geradezu ins Gesicht springt. Die geniale Gitarrenarbeit von Bjoern „Butch Lebowsky“ rundet den Song ab, und auch Tims Leistung ist wieder mal absolut geil. Im Instrumental „Whiskey“ kann die Instrumentefraktion zeigen, was sie wirklich drauf hat – ein wunderschönes Stück, das den Spagat zwischen Old und New School schafft. Etwas zu Old School wirkt hingegen „Destiny 666“, das aber durch interessante Vocals glänzen kann und die Platte gut abschließt.

„Fragments Of Scare“ gehört für mich schon jetzt zu den besten Newcomer-Alben des Jahres. Die Musiker beherrschen ihre Instrumente geradezu perfekt, allen voran Drum-Machine M.T. Sänger Tim deckt zwischen Adema und Suicide Silence nahezu das komplette stimmliche Spektrum des moderneren Metal ab und bringt für seine jungen Jahre eine großartige Leistung.

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