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Hate Squad: Katharsis

Ein paar Highlights, ansonsten guter Durchschnitt
Wertung: 7/10
Genre: Hardcore, Death Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 56:31
Release: 28.10.2011
Label: Massacre Records

Hate Squad dürfte so ziemlich jeder kennen, der sich in irgendeiner Art und Weise mit Hardcore, Thrash Metal oder Death Metal aus deutschen Landen befasst hat. Seit Anfang der Neunziger grooven die Hannoveraner bereits durch den Untergrund, verfestigten ihren Ruf als erste deutsche Metalcore-Bands (obwohl man davon heute im direkten Vergleich zu aktuellen Metalcore-Combos nicht mehr viel mitbekommt) und mischten thrashiges Riffing so gekonnt mit Hardcore-Dynamik, dass bereits ihr erstes Album „Theater Of Hate“ ihnen einen Plattendeal einbrachte.

Was so gut anfängt, kann natürlich nicht immer so weiterlaufen: Hate Squad versauten es sich mit ihrer Plattenfirma (beziehungsweise umgekehrt) und standen 1998 wieder einmal ohne Vertrag da, was die Herren aber nicht davon abhielt, als einzige ungesignte Band beim With Full Force Festival aufzuspielen.

Gute 18 Jahre nach der Bandgründung stehen Hate Squad nun bei Massacre Records in Lohn und Brot und hauen mit „Katharsis“ ihr mittlerweile sechstes Studio-Vollalbum heraus. Alt sind sie natürlich nicht geworden, gut gereift trifft es eher – und in klassischer Besetzung mit Sänger, Bassist, Gitarrist und Drummer machen die Herren noch einiges her. Obwohl: Das Schlagzeug rumpelt zeitweise doch sehr stürmisch durchs Bild. Produktionstechnisch hätte man da sicherlich noch etwas reißen können, aber erste Eindrücke können täuschen.

Beginnen wir am Anfang: Nach einem kurzen Gitarrengeplänkel mit dem schönen Titel „Deep Scars“ eilt direkt der Titeltrack im Schweinsgalopp herbei. Wie gesagt, das Schlagzeug hat eher ein wenig Karton-Charme, aber daran will man sich ja nicht aufhängen. Sänger Burkhard Schmitt grunzt und keift sich kraftvoll wie eh und je durch die Spielzeit, als wären 18 Jahre ein Wimpernschlag, und auch die Rhythmussektion groovt ordentlich.

Was dem Track an Einprägsamkeit fehlt, macht „The One“ dann wieder wett: Fast hymnenhaft startet der vergleichsweise melodiöse Track und verdient sich damit den ersten Anspieltipp des Albums. Allein der Refrain ist es wert, dass man sich den Track bis zur Bewusstlosigkeit in der Endlosschleife reinzieht.

„Misanthropic Soul“ beruhigt mit einem kurzen Instrumental noch einmal die Gemüter, bevor „Vicious Assault“ richtig durch die Boxen dampfhämmert. Von den Anfangsschreien über die rasanten Gitarren inklusive Soli bis hin zum nicht weniger aggressiven Final hat der Song so ziemlich alles, was Hate Squad ausmacht. Allerdings haben die Hannoveraner nach dem Track einen kleinen Hänger: Sowohl „Kill“ als auch „R3volut1on15t“ plätschern am Gehörgang vorbei, ohne dass besonders viel hängen bleiben würde, bis auf den markanten „I wanna kill“-Satz des erstgenannten Songs.

„Live And Learn“ bietet musikalisch auch nichts wirklich Neues, fällt aber allein durch das Drumming von Schlagzeuger Helge Dogener auf, der sich richtig ordentlich verausgabt. Hier wäre eigentlich schon Schluss, wenn es nicht noch zwei Digipack-Bonus-Tracks auf die CD geschafft hätten: Der erste, „Traitor Scum“ knallt schon old-schoolig durch die Membranen, headbangen ist Pflicht und auch die Füße halten nicht so recht still, der Song ist jedoch ein Scheiß gegen das finale „Every Second Counts“ in der 2011er Version, einem richtig genialen, besoffen klingenden Hardcore-Track mit Gangshouts und allem Drum und Dran. Man könnte sich sogar so weit aus dem Fenster lehnen, zu sagen, dass der Track neben „The One“ das beste Stück der Platte ist - geiles Finale.

Fazit: Hate Squad haben das Abgehen auf keinen Fall verlernt, bieten aber erwartungsgemäß auf „Katharsis“ wenig Neues. Die Combo gehört zwischenzeitlich zum deutschen Urgestein, dementsprechend dürfte die neue Scheibe für die entsprechend große Fangemeinde ein absoluter Pflichtkauf sein. Allein wegen des letzten Tracks lohnt sich der Kauf des Digipacks aber ohnehin.

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