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Harkonin: Detest

Zu viel Chaos
Wertung: 6.5/10
Genre: Black Metal / Death Metal
Spielzeit: 64:36
Release: 15.10.2010
Label: Battlegod Productions

Ein Maschinengewehrfeuer aus Riffs, Lines und Rhythmus prasseln auf diejenigen nieder, die es wagen, sich dem Chaos zu sehr zu nähern, nur, um gleich darauf von ihm verschlungen zu werden. Die Rede ist dabei nicht von einem neuen Ego-Shooter, sondern von dem neuen Album „Detest“ der US-amerikanischen Band Harkonin. Was so vielversprechend beginnt und den Inbegriff von Metal darstellen müsste, entpuppt sich aber als sehr tückenreich und verzwickt - Untiefen, mit denen auch viele andere Bands immer wieder zu kämpfen haben und auch dem Black/ Death Metal von Harkonin eine deutliche Schräglage verpassen.

Die Musik auf „Detest“ ist vor allem erst einmal eins: Aufbrausend. Das Volumen fällt enorm üppig aus. Dunkle, kraftvolle Basslines treffen auf ein energisches Schlagzeug und werden dabei von einer tiefen, brachialen Stimme unterstützt. „Unterstützt“ ist dabei genau das richtige Wort, denn gerade die Vocals sind bei „Detest“ nur ein Nebeneffekt und das, obwohl sie wirklich zu überzeugen wissen. Die Stimme des Sängers beherrscht in ihrer Tiefe nicht nur die brachiale, wuchtige Art des Death Metals, sondern kann auch mit grausigem Black-Metal-Kreischen glänzen - ein Facettenreichtum, der Harkonin sehr gut zu Gesicht steht und die angegebenen Genres würdig vertritt.

Trotzdem steht der Gesang nicht im Mittelpunkt. Bei „Detest“ dreht sich alles fast ausschließlich um Riffs und Geschwindigkeit. Harkonin legen dabei ein so hohes, wildes Tempo an den Tag, dass dem Hörer keine Verschnaufpause gegönnt wird. Schlagzeuger Clayton verausgabt sich geradezu, während er nicht nur bei der Geschwindigkeit, sondern auch bei der Präsenz und dem Druck der Drums Dauerfeuer gibt. Das eigentliche Werk übernehmen aber, wie bereits erwähnt, die Gitarristen bzw. der Basser. Hoch technisch und verworren geben sie in einer hohen Geschwindigkeit schmetternde Riffs von sich (z. B. „Chaos Anthem”), die stilgerecht zu dem Schlagzeug passen. Harkonin verwenden dabei verschiedene parallel laufende Lines, welche gleichzeitig jede für sich so ausgefeilt sind, dass sie „Detest“ zu einem sehr virtuosen Album machen, welches sich Lied um Lied mehr dem Chaos nähert. Auch in der Rhythmik zeigen sich Harkonin sehr kreativ und spielen nicht nur damit („The Sleeper Has Awakened“), sondern bauen auch stellenweise deutliche Breaks ein („Into Oblivion“). Gerade „The Sleeper Has Awakened” ist zudem auffällig experimentierfreudig, was den Amerikanern auch durchaus gelingt. Die Gitarrenfraktion dieser Band kann wirklich spielen und das zeigt sie auch.  

Was sich aber in all der Wucht und Kreativität dann doch sehr negativ äußerst, ist genau diese Wucht und Kreativität – oder eher das überzogene Maß daran. Harkonin haben eine Menge Ideen, machen aber den Fehler, alles in ihren rund 64 Minuten unterbringen zu wollen und das bei einem Tempo, dass einem die Ohren klingeln. Die Lieder sind einfach schrecklich überladen, so dass das Hören des Albums regelrecht anstrengt, bevor es überhaupt einmal durchgelaufen ist: Die Technik ist gut, die Instrumente und die Stimme werden variabel eingesetzt, aber es ist einfach zu virtuos, zu verworren und schnell und somit einfach zu chaotisch, als dass man es einwandfrei genießen könnte.

Harkonin preschen vor, aber sie preschen auch einfach durch und verlieren dabei den Sinn für Ausgewogenheit. „Detest“ ist somit ein anspruchsvolles Album, welches aber stark zur Überlastung neigt. Das ist wirklich schade, denn dass diese Jungs was drauf haben, steht außer Frage.

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