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Hardcore Superstar: Split Your Lip

Dreckiger Straßen Rock’n’Roll
Wertung: 8/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 40:25
Release: 26.11.2010
Label: Nuclear Blast

...jetzt wird’s schmutzig! So hieß einmal eine Pornofilmreihe in den Neunzigern mit einer deutschen Kinderkrankenschwester als Hauptdarstellerin. Die Aussage passt aber auch genau zum neuen Album der Schweden Hardcore Superstar. Das ist nämlich so schlüpfrig und schmuddelig, dass wahrscheinlich sogar der eingangs erwähnten Darstellerin die Schamesröte ins Gesicht steigen würde. Okay, wir wollen mal nicht gleich übertreiben. Aber ein kleines Kleinod der expliziten Rockmusik haben die Skandinavier schon erschaffen. Hier drückt es den Dreck förmlich durch die Boxen. Die Schweden um Frontröhre Jocke Berg nehmen kein Blatt vor den Mund und verwursten textlich so ziemlich jedes Thema. Es gibt jede Menge Sex, Drogen und richtig geilen Drecksau-Rock’n’Roll.

Musikalisch orientiert sich die Band, die ihr erstes Album 1998 veröffentlichte, an den Urgesteinen des Glam- und Sleazemetal. Die Einflüsse kann man zwar deutlich hören, doch hat man nie das Gefühl hier irgendein abgekupfertes Machwerk zu hören. Nach insgesamt acht Alben hat sich die Band aber längst gut platziert und alleine die Aufnahmequalität macht schon unmissverständlich klar, dass die vorliegende CD nicht aus den Achtzigern stammen kann. Die Produktion ist echt fett geworden und man kann jedes Instrument gut unter den anderen heraushören. Das herausragende Merkmal dieser CD ist die Abwechslung. Es gibt fast nichts schlimmeres, als ein Album, das vom ersten bis zum letzten Titel gleich klingt. Genau das Gegenteil ist bei „Split Your Lip“ der Fall. Hier geben sich richtige rockige Nummern wie zum Beispiel „Sadistic Girls“ und ruhigere Stücke wie „Here Comes The Sick Bitch“ die Klinke in die Hand.

Für eine jede Veröffentlichung aus diesem Bereich ist eine anständige Gitarrenarbeit unerlässlich. Vic Zino an der Gitarre und Martin Sandvik am Bass liefern genau diese ab. Gradlinige Gitarrenriffs gehen einher mit den eher unauffälligen, aber zwingend notwendigen coolen Licks der Bassgitarre. Der Schlagzeuger Adde trommelt fröhlich, aber vielleicht fast etwas zu zweckbezogen vor sich hin. Hier hätten ein klein wenig mehr Spielereien noch einen kleinen Kick draufsetzen können. Ansonsten zeigt sich die Musik aber von ihrer besten Seite. Es sind viele kleine Ereignisse wie Stops, Breaks und interessante Hooklines verbaut. Die meisten der Stücke strotzen nur so vor Energie und eigenen sich hervorragend als Stimmungsträger. Die Gemütslagen reichen dabei von fröhlich über aggressiv-angriffslustig bis nachdenklich-depressiv. Oft werden thematisch auch zwischenmenschliche Beziehungen aufgegriffen, nicht selten die physischen. Man sollte aber nicht den Fehler begehen, die Band nur auf Sex und Hard Rock zu reduzieren, hier geht es um Geschichten, die das Leben schreibt, und die sind grundsätzlich interessant.

Das Album ist zu empfehlen für alle Erwachsenen, die auf Hard Rock à la AC/DC und klassischen 80s Metal stehen. Fans von Glam und Hair Metal können beinahe blind zuschlagen. Freunde der richtig harten Gangart sollen dagegen eher vorsichtig sein.

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