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Harasai: Psychotic Kingdom

Geile Platte mit nur marginalen Schwächen
Wertung: 8,5/10
Genre: Melodic Death Metal/ Progressive Death Metal
Spielzeit: 50:45
Release: 26.04.2013
Label: Quality Steel Records/ Soulfood

Melodischen Death Metal liefern die aus dem Pott stammenden Harasai auf ihrer neuen Platte „Psychotic Kingdom“. Stilistisch wurde während der 50 Minuten Spielzeit, die die Scheibe läuft, so ziemlich alles verwendet, was im Melo-Death-Metal einmal erfolgreich war. Wenn man mal bei den deutschen Bands bleibt, dann gibt es große Parallelen zu Night In Gales und auch zu Agathodaimon, obwohl diese ja eher dem schwarzmetallischen Spektrum zuzuordnen sind. Auf internationaler Ebene kommen Namen wie In Flames oder At The Gates ins Spiel.

Genug verglichen. Harasai haben sich sehr viel Mühe gegeben, sich nicht in zu enge Schubladen stecken zu lassen. Ein sehr breites Spektrum an Melodien und vor allem auch an Härtegraden bildet das Fundament für die Musik der Band. Von ganz harten Blast-Parts mit Schreigesang reicht die Palette bis hin zu akustischen Kompositionen mit cleanen Leadvocals. Weiter kann man seinen Schaffenskreis im Metal kaum auffächern.

Diese extrem offene Herangehensweise an das Songwriting birgt natürlich Gefahren. Vor allem kann es leicht passieren, dass  der Zuhörer den roten Faden verliert, wenn zu viele Melodien übereinander liegen oder aufeinander folgen. Dieses Problem hat die Band ganz gut gelöst. Eine Gitarre oder die Stimme ist immer eindeutig als Leitmelodie erkennbar, auch wenn noch viele andere gleichzeitig zu hören sind. Dazu gibt es fast immer eine musikalische Verbindung zwischen den einzelnen Liedern, was dem Album eine gewisse Form von Kontinuität verleiht.

Nach dem ersten Rumpler „Resist To Rebuild“ wird es schon gleich deutlich melodiöser. „The Liquid Everything“ setzt viel weniger auf rasende Gitarren und dafür mehr auf emotionale Momente, die vor allem aus dem Wechsel von akustischen und elektrisch verzerrten Gitarren und dem Gesang resultieren. Ganz ähnlich, aber mit viel mehr Tiefgang funktioniert auch „Skywards We Fly“. Das Lied verzichtet zu Beginn komplett auf Gitarren und bedient sich nur eines Pianos, um die passende Stimmung zu erzeugen.

Zu dieser Stimmung gehört auch der richtige Sound. „Psychotic Kingdom“ klingt während der harten Passagen wild, roh, ungepflegt und extrem sauer. Dagegen spiegeln sich in den ruhigen Passagen Emotionen wie Angst, Trauer und Einsamkeit wider.  

Harasai liefern nichts, was nicht schon irgendwie einmal da gewesen wäre. Alle Elemente und Passagen sind schon mal irgendwo und irgendwie gespielt worden (dieses Schicksal teilt die Gruppe mit allen anderen Bands). Der große und positive Aspekt an der Musik der Altenessener ist die Art und Weise, wie sämtliche Teile kombiniert werden. Die Combo zeigt keinerlei Berührungsängste mit Musik aus anderen Genres und mit metalunüblichen Instrumenten wie dem Piano. Hier dürfte sich wieder jeder angesprochen fühlen, der eins auf die Mütze braucht, aber auch hin und wieder mit ruhigeren Passagen umgehen kann. Fans der eingangs erwähnten Gruppen können hier nichts falsch machen. Wenn Harasai auf der nächsten Platte auch die Musik noch ein wenig eigenständiger hinbekommen, dann stehen die Chancen für eine Top-Note sehr gut.  

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