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Hanging Garden: Inherit The Eden

Traurig, düster, emotionsgeladen und dadurch sehr schön
Wertung: 10/10
Genre: Doom Metal , Death Metal
Spielzeit: 57:35
Release: 27.04.2007
Label: Spinefarm Records

Es ist sicher für den ein oder anderen nicht ganz einfach, sich in diesen warmen Frühlingstagen einem solchen Werk wie „Inherit The Eden“ der finnischen Doomster Hanging Garden hinzugeben. Mir persönlich allerdings fällt gerade dies gar nicht so schwer, da ich Doom Metal im melancholischen Fahrwasser einfach nur liebe. Daher kann ich diese Art der Mucke auch unabhängig von jeglichen Großwetterlagen stundenlang hören. Und nun will ich Euch mehr berichten über dieses grandiose Debüt der fünf Finnen.

Schwerfällig, vor Trauer triefend mit gehörig tief gestimmten Gitarren macht sich der erste Song „Sleep Of Ages“ auf den Weg aus den Boxen Richtung Hörorgan. Die Growls von Ari Nieminen klingen nicht zu aggressiv, sondern vertiefen die melancholische Stimmung noch, die auch durch Kirchenorgelklänge im Hintergrund perfekt unterstützt wird.

Bei den ersten Klängen von „As The Circle Fades“ bekomme ich immer einen Kloß im Hals … perfekt, wie die Herren hier diese traurigen Gefühle in ihre Musik zu verpacken wissen. Dieser Song ist Trauer pur, versetzt mich aber gerade deshalb andererseits auch wieder in euphorische Stimmung, da dieser Song einfach nur so derart grandios gelungen ist. Hier klingen Ari´s Growls eher verzweifelt, was wieder mal perfekt passt. Ganz großes Kino!

Akustikgitarren gibt es zu Beginn des Instrumentals „Ethereal Passing“, die begleitet werden von Streichern und einem ätherischen Chor, was ein wenig klingt, als wenn in dieser Trauer, in diesem allgegenwärtigen Schmerz des Moments ein ganz sachter Hoffnungsstreif am Horizont aufkommen würde. Für Hanging Garden´s Verhältnisse recht flott legt danach „Shards Of Life“ nach. Auch die Vocals vermitteln hier den Eindruck, dass es hier mehr voran geht. Dies ist dann wieder einer der Songs, in dem man sich seiner Trauer und seinem Schmerz voll hingeben kann. Spätestens bei dem überirdisch geilen Gitarrensolo ist er wieder da, der Kloß in meinem Hals…

„Paper Doves“ ist dann wieder so richtig doomig getragen und aufgrund seiner Melodieführung ein weiteres ganz großes Stück des guten Doom Metals. Im weiteren Verlauf erinnert mich das gesamte Arrangement ein wenig an die ebenfalls aus Finnland stammenden Melodic Death Metaller Insomnium. Eine Akustikgitarre ist es dann auch wieder, wenn es um den Beginn des zweiten Instrumentals „Stillborn“ geht. Hier gibt es dann aber auch meinen einzigen, winzig kleinen Kritikpunkt, denn dieses Interludium hätte man ruhigen Gewissens weglassen können.

Eine ziemlich düstere und vielleicht auch leicht bedrohliche Stimmung wird in „The Mourners Plain“ an den Tag gelegt. Bei diesem Stück sehe ich dann auch am ehesten die Parallelen zu den alten My Dying Bride, was ich hiermit allerdings in keinster Weise verteufeln will. Sehr schön ist die Einspielung der Meeresbrandung im Hintergrund, davor die traurigen Gitarren von Saku Manninen und Mikko Kolari, sogar der Bass von Matti Reinola und Janne Jukarainen´s Drums scheinen sich vollgesogen zu haben von Traurigkeit … Da macht sich Schwermut breit, egal ob es draußen fast 30 Grad hat …

Die ersten Klänge von „Fall Into Tehorn“ erklingen. Dies ist der letzte Song des Debütalbums. Schon deshalb wird man traurig, aber man saugt jeden einzelnen Ton noch mal tief in sich auf, als wenn es der letzte Atemzug wäre. Gut, es gibt ja noch die Play-Taste, aber es ist ja bei Trauernden auch so, dass alle gut gemeinten Worte in dem Moment der tiefsten Trauer auch nicht vermögen, den tief sitzenden Schmerz zu lindern. Und der Song macht diesen Schmerz dann auch nur noch umso schlimmer, denn das hier ist ein weiteres verdammt großartiges Stück der Finnen!

Zur Produktion sage ich nichts, denn genau so und nicht anders hat Doom-/Death Metal zu klingen. Diese Melancholie, die schwer, sehr schwer über Allem liegt, ist absolut erstklassig. Man kann sich während „Inherit The Eden“ sage und schreibe fast eine komplette Stunde lang in diesen melancholischen Kunstwerken versinken.

Manche reden davon, dass die Mucke der fünf jungen Musiker auswechselbar sei und auch Parallelen zu beispielsweise My Dying Bride unverkennbar seien. Okay, das mag sein, aber dann sollen mir diese Personen bitte mal eine neue Band dieses Genres nennen, die etwas machen, was vor ihnen noch niemand sonst erschaffen hat … Ich kann einfach nicht anders als dieses Album der Finnen als mehr als gelungen und absolut fantastisch zu bezeichnen, denn sie erfüllen hier alle Dinge, auf die es bei gutem Doom-/Death Metal ankommt … und das in allerbester Güteklasse!

Fazit: Ein unglaublich traurig stimmendes, unglaublich düsteres, unglaublich schönes, unglaublich emotionsgeladenes und unglaublich grandioses Debüt der Finnen, denen ich hiermit auch explizit dafür danken möchte. Kiitos, Hanging Garden! Ich bin restlos und total begeistert von diesem Hammeralbum! Fans von Funeral, den frühen (!) My Dying Bride oder auch Swallow The Sun können hier bedenkenlos einen Blindkauf tätigen.

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