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Hamferd: Evst

Pure Epik und Melancholie
Wertung: 9/10
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 45:20
Release: 15.11.2013
Label: Tutl Records/Cargo Records

Obwohl ihre Musik nicht zwingend für die großen Bühnen gemacht ist, konnten die Musiker von Hamferd im vergangenen Jahr den Metal Battle des Wacken Open Airs für sich entscheiden. Die Band von den Färöer Inseln ist ohne offiziellen Release durch die vergangenen fünf Jahre gewandert, hat sich genügend Zeit genommen, nun aber endlich die Prioritäten erkannt und mit "Evst" das lang ersehnte Debüt eingespielt - und was für eines!

Die sechs Songs sind allesamt episch veranlagt, transportieren die ultimative Traurigkeit und Verzweiflung und entwickeln sich alsbald zur Blaupause für den ganz finsteren Doom. "Evst" ist melancholisch und introvertiert, klagend und verbittert, einfach ein Monument der düsteren Emotionen, dabei aber gleichzeitig melodisch und nahbar, manchmal sogar fast einprägsam und schlussendlich infolge der auslandenden Präsentation wahrhaftig gewaltig. Es ist der musikalische Vollherbst mit all seiner stillen Melancholie, der aus "Evst" herausschreit. My Dying Bride in ihren ergreifenderen Momenten kommen ins Gedächtnis, wenn der Titelsong in seine entscheidende Phase gerät oder "Deydir Vardar" mit seinen intensiven Arrangements die Leidenschaft für diese Musik dokumentiert.

Hamferd klingen heroisch und missverstanden zugleich, es ist ein Kontrast aus heldenhafter Poesie und eiskalter Verbitterung, der in diesen sechs Nummern ausbricht und sich eruptiv durch jede klagende Melodie zieht. Erst im abschließenden "Ytst" entlädt sich die dadurch erzeugte Spannung in einem klassischen Doom/Death-Song, der wesentlich straighter, aber trotzdem in monumentaler Länge zur heftigen Eruption gebracht wird. Dies mag zwar im Gesamtkontext etwas erschreckend sein, jedoch ist es genau jener Track, in dem sich all das entlädt, was in den fünf vorherigen Kompositionen angestaut wurde, all diese Bitterkeit und Traurigkeit. Und mit einem lauten Knall, aber nicht weniger intensiv verabschieden sich die Färöer Düsterheimer schließlich aus ihrem ersten offiziellen Album.

"Evst" hat schon jetzt seine Spuren hinterlassen und tritt womöglich die Nachfolge all jener britischen Kapellen an, die im Laufe der Jahre an ihrer einspurigen Entwicklung gescheitert sind. Doch Hamferd packen noch einen drauf und ergreifen mit Elementen des nordischen Metals auf allzu entschlossene Weise die Initiative. So viel Epik und Melancholie auf einem einzigen Album hat man wahrhaftig lange nicht mehr erlebt - Pflichtinvestition!

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