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Haggard: Awaking the Centuries

Death Metal mit Orchester?! Funktioniert sowas?
Wertung: 8.5/10
Genre: Medieval Metal
Spielzeit: 37:41
Release: 07.02.2000
Label: Drakkar Records

Eine Kombination aus Death Metal und mittelalterlicher Klassik? So etwas soll tatsächlich funktionieren und sogar gut klingen?! Auch ich hatte da meine (sicherlich nicht ganz unberechtigten Zweifel) als ich 2000 das erste Mal auf Haggard und dieses Album aufmerksam wurde. Zu abwegig erscheint doch die Kombination dieser doch so unvereinbar wirkenden Musikstile.

Die ursprünglich (1991) vierköpfige und seitdem stetig wachsende Band aus Deutschland hat es dennoch geschafft, einen völlig eigenen Stil zu kreieren, was es für mich auch schwierig macht, sie für dieses Review einem Genre zuzuordnen. Aber es gibt ja wirklich wichtigeres, als die ewige Stilfrage.

Die Musik von Haggard kann man sich nicht als „Death Metal mit Klassik“ vorstellen, bei dem über die brutalen Riffs etwas Orchesterklang gelegt wird. An den klassischen Death Metal erinnern hier lediglich einige treibende Riffs und Asis tiefe, röchelnde Stimme. Dem gegenüber stehen Instrumente wie Piano, Harfe, Oboe oder Violinen und der klare Gesang eines Chors. Hier herrscht wirklich Gleichberechtigung, so dass sich keiner der (damals) 18 Musiker vernachlässigt fühlen muss. Diese Art der Symbiose lässt sich ein wenig mit der Vorgehensweise von Therion vergleichen.

Inhaltlich ist “Awaking The Centuries“ musikalisch sowie textlich eine logische Weiterführung des 1997 erschienenen Debüts “...And Thou Shall Trust The Seer“. Durch ein geschicktes Zusammenspiel von Songs und kurzen gesprochenen Tracks wird hier das Leben und Leiden des berühmten Sehers und Pestarztes Nostradamus behandelt.

Der “New Moscow Radio Choir“ steuert In-sowie Outro der Platte bei. In “Pestiliencia“ wird dann halb auf französisch und halb auf Latein berichtet, wie die Pest, sowie Nostradamus in Agen (Stadt in Frankreich) „ankommen“.

Der erste richtige Song heißt dann “Heavenly damnation“, der allerdings zum nachfolgenden “The final victory“ gehört, weisen beide Songs doch die gleichen Gesangslinien auf. Hier kann man sich ein gutes Bild vom Sound der Band machen. Mich persönlich hat es beim ersten Hören doch sehr überrascht, dass die Musik trotz massivem Einsatz von „metalfremden“ Instrumenten so homogen und nicht überladen rüberkommt.

Das Herzstück der Platte ist der fast 10-minütige Titeltrack, der einiges an Stilwechseln aufweist, woraus andere Bands wohl ganze Alben basteln würden. Wie zuvor schon zeigen sich Haggard multilingual, da es in diesem Song neben dem englischen Text auch deutsche Passagen zu hören gibt. Der Chorus des Songs ist sogar mitsingtauglich, was “Awaking the centuries“ zum Vorzeigewerk der Band macht.

Das ruhige “In a fullmoon procession“ geht dann fast als Ballade durch, wenn man denn die tiefe Stimme nicht als störend empfindet. Dann jedoch kann man hier ein sehr atmosphärisches Stück Musik für sich entdecken.

Die Bewertung einer solchen Platte fällt mir recht schwer. “Awaking the centuries“ ist lediglich 37 Minuten lang und dann muss man noch die diversen Zwischenspiele und “Spoken word“ Tracks rausnehmen, wenn man sich auf die Songs alleine konzentrieren will. Auf der anderen Seite tragen eben jene Nummern viel zum Gesamtbild der Platte bei. Lässt also auch das eher kurze Songmaterial eine hohe Bewertung zu?

Das tut es, wie ich finde. Denn solange eine Platte Spaß macht und, wie in diesem Falle, sogar noch aus der Masse heraussticht, sollte es eigentlich egal sein, wie lange sie dauert. Slayers Kultklassiker “Reign In Blood“ zum Beispiel war schließlich auch nur knapp eine halbe Stunde lang. Die Musik von Haggard ist es allemal wert, zumindest angetestet zu werden. Dadurch, dass die Instrumente nicht aus der Konserve, sondern von wirklichen Musikern kommen, entsteht ein besonderer Klang, der sich wirklich nur schwer beschreiben lässt.

“Awaking the centuries“ ist meiner Meinung nach das beste Studioalbum des „Death Metal Kammerorchesters“. Der Vorgänger bzw. der Nachfolger „Eppur Si Mouve“(2004) sollten bei Gefallen aber auch nicht im Regal verstauben. Eine abschließende Bitte sei mir aber noch gestattet: Wenn ihr euch mit Haggard beschäftigen wollt, dann lasst am besten die Scheuklappen zuhause!

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