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Hämatom: Wut

Wegen solcher Releases sagt man der Neuen Deutschen Härte Sterilität nach
Wertung: 5.5/10
Genre: NDH
Spielzeit: 54:32
Release: 25.01.2008
Label: Megapress

Hämatom spalten die Gemüter. Ihr Sound ist extrem, in den Gedanken vieler allerdings auch ziemlich sch…e. Der bisherige musikalische Output ließ aber auch nur extreme Meinungen zu, da es die Band bislang nicht schaffte, einen musikalischen Konsens zu entwickeln. Mit neumetallischen Inhalten wurde da ebenso experimentiert wie mit den martialischen Ergüssen der Neuen Deutschen Härte, und wenn dann nicht gerade noch der Butzemann besungen wurde, versuchte man sich an emotionalen Sachen, ganz im Zeichen der Unentschlossenheit.

Auf dem neuen Album „Wut“ haben sich diesbezüglich die Winde kaum gedreht; Hämatom verkörpern einen recht modernen, auditiven Crossover, der sich ganz bewusst von der Ausstrahlung solcher Bands wie Rammstein distanziert – dafür tanzen die Grooves in den neuen Songs einfach zu gewaltig -, andererseits aber auch nicht dieses lässige Erscheinungsbild der Nu-Metal-Gemeinde aufs Parkett zaubert. Auf „Wut“ arbeitet man ‚irgendwo dazwischen’, setzt den Schwerpunkt aber einmal mehr auf tonnenschwere Riffs und deftige Rhythmusarbeit – eigentlich ja ganz im Sinne des Erfinders…

Die Realität sieht jedoch leider und erneut anders aus; die Songs sind heavy und zielstrebig komponiert und vorgetragen, an Abwechslung mangelt es auch nicht und innerhalb des NDH-Genres könnten sich Hämatom mittlerweile auch besser zurechtfinden, wäre da nicht das große Aber! Aber heißt in diesem Fall, dass man sich über jegliche Voraussetzungen für Homogenität und Überzeugungskraft hinwegsetzt. Kaum eine der vierzehn Kompositionen vermag zu bewegen, selbst in den ruhigeren Passagen solcher Nummern wie „Willkommen im Nichts“ oder „Freier Fall“ nicht, die aber auch irgendwie nicht zu den brachialen Core-Hassbatzen in den restlichen Stücken passen wollen.

Des Weiteren geht man einfach viel zu schematisch vor; die Songs sind vorhersehbar konstruiert, in ihrer Wirkung steif und unflexibel. Die angesprochene Abwechslung definiert sich lediglich durch die krassen Stimmungswechsel, die man von Stück zu Stück betreibt, ohne dabei jedoch eine gewisse Linearität zu zeigen. Und das bricht dem Album, wie auch schon so manchem Vorgängerwerk, erneut das Genick.

Fazit: Wer indes die bisherigen Arbeiten von Hämatom zu schätzen gelernt hat, wird sich sicherlich auch schnell mit „Wut“ anfreunden können. Veränderungen stehen nämlich anno 2008 nicht auf dem Masterplan der Band, wobei das Songwriting zugegebenermaßen ein kleines bisschen reifer als noch auf „Nein“ klingt. Doch faktisch ist dies nur Erbsenzählerei zu einem inhaltlich zwiespältigen wie durchschnittlichen Album.

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