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Keinzeitmensch

Hämatom: Keinzeitmensch

Willkommen in einem neuen (Hämatom)- Zeitalter
Wertung: 8/10
Genre: Metal, NDH, Rock
Spielzeit: 49:48
Release: 27.09.2013
Label: Rookie & Kings Records

2004 gegründet und seitdem unermüdlich im Zeichen der neuen Deutschen Härte unterwegs, sind Hämatom mittlerweile zu einer festen Größe in eben diesen Genre erwachsen. Das Zweite und damit vorangegangene Album „Wenn man vom Teufel spricht“, brachte durchaus positive Kritiken, auch wenn ihnen ständige Vergleiche zu anderen Bands hinreichend zu Grunde liegen. Jetzt legen die Franken mit „Keinzeitmensch“ ihr drittes Album vor und versprechen hier sozialkritische Texte, die nicht nur den Alltag und Missstände reflektieren, sondern auch noch zum nachdenken animieren sollen. Große Worte, die durchaus Interesse bescheren und eine gewisse Spannung auslösen, ob man denn auch zu ebenso großen Taten fähig ist.

Bevor man sich aber der Musik hingibt, bleibt das Auge an deren Verpackung hängen. Artwork des Albums und die innenliegenden Fotos sind gut gelungen und laden zum Blättern ein. Hat auch den Vorteil, dass die Texte gleich aufgeschlagen vor dem Hörer liegen. Nicht jedes Lied ist sofort bis ins letzte Detail zu verstehen, was eben durchaus recht schade ist, denn Hämatom zeigen auf ihrer neuen Scheibe einen nochmaligen Fortschritt in Punkto lyrischer Verarbeitung von Themen.

Fortschritte gibt es auch im musikalischen Bereich zu vermelden. Man möchte zwar die vorangegangen Alben nicht schlechter machen als sie sind, aber die Steigerung ist deutlich spürbar. Schon das epische, von Synthie-Klängen getragene Intro „Willkommen in der Unsterblichkeit“, welches mit seinen ausladenden Harmoniebögen überzeugen kann, lässt aufhorchen. Dies setzt sich auch beim nachfolgenden, fast übergangslos einsetzenden „Säulen des Wahnsinns“ weiter fort. Der Titel ist zwar sicher eher im modernen Deutsch-Punk-Rock beheimatet, verfügt aber stellenweise über eine gesunde Portion an metallischer Härte. Die Arrangements stellen sich deutlich ausgefeilter dar, Frontmann Nord kann mit seiner charismatischen Stimme genauso überzeugen, wie sein südlicher Widerpart am Schlagzeug. Überzeugend sind ebenfalls die Texte. Schon der eben genannte Einstieg überzeugt mit seiner bildhaften Sprache und lässt der Sozialkritik freien Lauf.

In „Ahoi“ widmet sich die Band dem Flüchtlings-Thema. Erstaunlich ist, wie dies textlich, als auch musikalisch verarbeitet wurde. „Fürs Leben tanz ich mit dem Tod“, genau dieses Zitat spiegelt recht gut die Herangehensweise wieder. Wehmut, Schmerz oder gar Angst sind nur in kurzen Sequenzen zu spüren. Es überwiegt eine unbändige Lebensfreude, die fast einer gewissen Lebensmüdigkeit gleichzukommen scheint, mit der man den tosenden Ozean überwindet. Allerdings wirken diese euphorischen Töne, in Anbetracht der vielen Flüchtlingsdramen, doch leicht irritierend. Auch wenn man sich hier etwas daran stört, erfreut man sich generell an dem positiven Grundtenor der Scheibe. Bis auf „Sing“, welches einen morbiden Touch erhielt, schreien die meisten Songs trotz aller Probleme vor Optimismus.

Erwähnenswert ist auf jeden Fall noch „Bester Freund, bester Feind“. Anfangs dominiert die Schreddermaschinerie der Saitenfraktion, um sich zur Darbringung des „Zauberlehrlings“ doch wieder zu mäßigen. Original und Adaption gehen ineinander über und ergänzen sich bestens, auch wenn sie gegensätzlich dargebracht werden.

Damit neigt sich auch die Scheibe ihrem Ende. Die abwechslungsreichen fünfzig Minuten, hinterlassen einen durchweg positiven Eindruck. Mit diesem Album können Hämatom nochmals einen deutlichen Schritt nach vorn antreten. Verbesserungen sind in allen Bereichen hörbar und so ist man durchaus geneigt „Keinzeitmensch“ als einen Meilenstein in der Bandgeschichte anzusehen. Vergleiche oder Ähnlichkeiten zu anderen Bands sind zwar sicher nicht ganz von der Hand zu weisen, interessieren im Grunde genommen aber gar nicht. Dieses Album steht für sich und kann in weiten Strecken überzeugen.

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