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Häive: Saimaata Ei Sanoilla Selitä

Ein-Mann-Projekt der besseren Sorte
Wertung: 7/10
Genre: Folk Metal
Spielzeit: 21:07
Release: 26.02.2010
Label: Northern Silence Productions

Ein-Mann-Projekte sind ja immer so eine Sache. Bei manchen handelt es sich um durchaus talentierte Leute, die tatsächlich sämtliche verwendete Instrumente gut beherrschen, bei anderen ist dies nur leidlich oder überhaupt nicht der Fall und sie scheitern an ihrer eigenen Selbstüberschätzung, sodass sich das Endresultat unausgegoren oder gar schlecht anhört.

Auch bei Häive aus dem schönen Finnland handelt es sich um die Combo eines einzigen Musikers, der sich selbst Varjosielu nennt und glücklicherweise nicht zu letzterer Kategorie gezählt werden muss. Häive ist stark im traditionellen finnischen Folk verwurzelt, weswegen Varjosielu nicht nur die im Rock-/Metalbereich Standard-mäßigen Instrumente Gitarre, Bass und Schlagzeug zum Einsatz bringt, sondern auch etliche Folkinstrumente wie Flöten und Kantelen (ein traditionelles, finnisches Saiteninstrument).

Das Ganze ist instrumental gehalten und wenn man Beschreibungen der Marke, es seien „keine Worte vonnöten, um diese zeitlosen Emotionen zu beschreiben“, vernimmt, und liest, dass die drei Stücke auf dieser EP, die nach drei Demos und einem Full-length-Release aus dem Jahr 2007 („Mieli Maassa“) das vierte Lebenszeichen von Häive darstellt, lediglich mit „I“, „II“ und „III“ betitelt wurden, mag einem das ein wenig hochgestochen vorkommen, doch handelt es sich bei „Saimaata Ei Sanoilla Selitä“ insgesamt um eine brauchbare Veröffentlichung, die sich klar von vielen anderen Ein-Mann-Combos abhebt.

Sicherlich werden jetzt viele anmerken, dass die Verschmelzung von Hartwurstklängen und traditionellem Folk inzwischen auch nicht gerade mehr die neueste Innovation in der Musikgeschichte ist, aber solange es gut gemacht ist und das Songwriting stimmt, gibt es ja nicht allzu viel zu meckern. Außerdem weiß gerade der vermehrte Einsatz der traditionellen Instrumente (insbesondere die Kantele ist einfach ein wirklich schön anzuhörendes Instrument) sehr zu gefallen, der sowohl in den härteren, mit E-Gitarre unterlegten, als auch in den ruhigeren Parts gut funktioniert und nicht, wie bei so manch anderen Gruppen, die diese Instrumente ebenfalls verstärkt einsetzen, gleich nach Humppa-Sauf-Mucke klingt.

Vielmehr bauen sich die drei Stücke gut auf und wissen durch hübsche Melodien und dynamische, aber dennoch schlüssige Wechsel überzeugen. Die angegebenen Einflüsse wie Amorphis oder Ulver werden zwar nicht erreicht und von Moonsorrow-artiger Epik – die sind allerdings zugegebenermaßen auch die Könige des Folk-/Pagan-Metal-Genre – ist man freilich noch meilenweit entfernt, woran die ziemlich dumpfe Produktion sicherlich einen nicht unerheblichen Anteil haben dürfte, aber daran lässt sich ja noch arbeiten. Für eine einzige Person ist diese Veröffentlichung auf jeden Fall respektabel.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann