Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Hadean: Parasite

Experimentierfreudige Band mit gewöhnungsbedürftigem Gesang
Wertung: 7/10
Genre: Heavy Power Metal
Spielzeit: 56:44
Release: 08.10.2010
Label: Sleepcast Records

Man darf einfach nicht unterschätzen, was sich im deutschen Underground so rumtummelt, und immer wieder schafft es auch eine Band aus dem Kölner Großraum auf sich aufmerksam zu machen. Und auch die Domstadt-Formation Hadean gehört dazu, die so mir nichts dir nichts auf der Bildfläche erscheint und gleich mit „Parasite“ ihr Debut offeriert.

Gar nicht mal so unüblich ist ja heutzutage, dass sich eine Band auch selbst aufnimmt, und so ist es auch bei Hadean geschehen, hatten sie sich doch ins Studio des Frontmannes Michael Haas zurückgezogen, und der Studiobesitzer und Sänger himself nahm dann die Produktion auch in die eigenen Hände. Den letzten Feinschliff bekam „Parasite“ durch das Mastering durch Waldemar Sorychta (wo hat der seine Hände eigentlich nicht an den Reglern) verpasst.

„Parasite“ braucht mehr als zwei oder drei Durchläufe, um sich überhaupt ein Bild zu machen, um sich an die sicherlich ungewöhnliche Sangesleistung durch Michael heranzutasten, um auch nur annähernd die facettenreiche musikalische Palette zu erfassen. Harte Gitarren, gewöhnungsbedürftiger, aber nicht schlechter Gesang, Klaviertupfer und zarte Streichereinsätze – nur ein Überblick über die verarbeitete Vielfalt.

Mit „Damnation“ eröffnen Hadean ihr Debut im Midtempo, die Gitarre kommt noch mit ordentlich Wumms daher, und auch die erste Kostprobe des ungewöhnlichen Gesangs (möchte Michael sich an einer Operette ausprobieren?) fräst sich angenehm ins musikalische Gedächtnis. Solche Powertracks haben Hadean einige auf der CD versteckt, und sicherlich kann man in „Proclamation (Clouds)“ die in der Werbeinfo angekündigten Iced Earth-Einflüsse auch ganz gut ausmachen. Manchmal drängt sich aber auch sanft der Vergleich mit den baden-württembergischen Rebirth und ihrer '97er Scheibe „Back From The Inside“ auf (Achtung: ein ganz subjektiver Vergleich). Gitarrero Nicolao zeigt hier übrigens sein sehr schönes und ausdifferenziertes Gespür für harmonische Leads. Auch „Perseverance (Jerusalem Pt. 1)“ gehört zu den energischeren Tracks von „Parasite“, stampft ebenfalls im Midtempo und lebt einmal mehr vom variablen Gesang Michaels.

Hadean bieten aber auch eine komplett andere Seite an. Schon das Intro des zweiten Songs „Earth“ gemahnt als erstes Vorzeichen, bevor die Leadgitarre zuerst noch für Unterbrechung sorgt und doch noch für einen entsprechenden Metal-Faktor sorgt. Doch die Band geht im weiteren „Earth“-Verlauf sehr experimentierfreudig zur Sache, immer wieder durch die Leadgitarre unterbrochen.

Konnten die Domstädter bisher reichlich Pluspunkte einfahren, so bieten sie mit „The Weeping Willow“ harten Stoff an – (Pan)-Flöte mit akustischer Gitarre untermalt, zerbrechlicher Sprechgesang – definitiv nichts für häufig verbohrte Metallerohren – und ob sich Hadean mit den mit Streichern durchsetzten Langeweiler „The Prophecy (Of Our Perdition)“ große Freu(n)de machen werden, steht in den Sternen. Hier ist eher zu befürchten, dass „Parasite“ dem laserigen Lichtstrahl entrissen wird.

Die Kölner Hadean verbauen auf ihrem Debut „Parasite“ zahlreiche positive Songs wie dem Opener „Damnation“ oder dem famosen „Perseverance (Jerusalem Pt. I)“, aber leider lassen sie auch absolute Rausschmeißer wie oben beschriebenes „The Weeping Willow“ zu – viele dürften schon vorher durch den  gewöhnungsbedürftigen Gesang abgeschreckt worden sein, doch wer sich wie Hadean auch ein wenig der Experimentiererei hingibt, der wird spätestens bei den Spoken Word-Parts die Kaufentscheidung revidieren wollen. Dabei haben die Kölner über weite Strecken alles richtig gemacht und Songs mit hohem Wiedererkennungswert aufgenommen – wenn da nicht diese Füller im Mittelteil wären.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna