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Hacride: Amoeba

Seltsames Zeug aus Frankreich
Wertung: 6.5/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 54:21
Release: 02.03.2007
Label: Listenable Records

Mal wieder etwas hartmetallisches aus Frankreich! Diesmal beehren uns Hacride mit ihrem zweiten Album "Amoeba" und auch wenn ihr erstes Album zumindest ein Achtungserfolg war, so sind sie doch an mir weitestgehend vorbeigegangen. Ich bin allerdings auch kein grosser Fan von Hard- bzw. Metalcore. Die Band nur in diese Ecke zu stellen, ist aber ein Fehler, denn hier wird fast schon selbstverständlich über den ein oder anderen Tellerrand geschielt. In die oben genannte musikalische Richtung verweist vor allem der Gesang des Frontmanns, der einem nach einiger Zeit schon ein wenig auf die Nerven gehen kann.

Zahnschmerzen bekomme ich bei „Pertured“ aber natürlich nicht von dem, was uns der Mikrofonakrobat so präsentiert. Das Geshoute will nur nicht so recht zu dem Strapping Young Lad oder Meshuggah-artigen Material passen. Dafür ist der cleane Gesang aber schön anzuhören und bildet einen netten Kontrast.

Moment mal....das ist doch typisch Metalcore, oder?! Nein, denn hört Euch mal das völlig abgefahrene „Fate“ an und sagt das nochmal. Der Song wirkt wie eine abwechselnd heisse und kalte Dusche mit wirren Bass-Spiel, atmosphärischen Akustikgitarren und dem plötzlich wieder rasend schnellen Drumming.

Und sogar vor Rap schrecken die Franzmänner nicht zurück, wie das Ojos de Brujo Cover „Zambra“ beweist. Gut, diese Band kenne ich überhaupt nicht, von daher kann ich nicht sagen, ob das Ganze den Spirit des Originals gut einfängt, aber rein objektiv betrachtet finde ich die Nummer leider ziemlich langweillig, was im Übrigen immer wieder auf weite Strecken des Materials zutrifft, denn was oft vielversprechend beginnt, geht darin unter, dass die Musiker sich in zu vielen Ideen verzetteln ohne diese ansprechend verknüpfen zu können.

Als Beispiel sei hier mal „Strength“ genannt, was mich mit dem ruhigen Zwischenspiel vollends verwirrt. Ganz einfach deshalb, weil es auf den Tod nicht in den Song hineinpasst. Desweiteren lässt es sich nicht verleugnen, dass ich extreme Probleme mit dem Gesangsstil habe. Schon bei anderen Reviews erwähnte ich ja, wie wenig ich mit solch einem hardcorelastigen Gebrülle anfangen kann. Sicher, das ist nur ein Teil des Gesangs, aber ein ziemlich grosser.

Aber erstmal genug darüber gemeckert, denn Positives gibt es auch einiges zu vermelden. Neben der tollen Produktion, die sämtliche Facetten gut heraushebt, sei vor allem das talentierte Spiel genannt. Was Hacride stellenweise für eine Atmosphäre kreieren, zeigt, dass diese Truppe Potential hat.

Leider zeigt sich dieses mit Ausnahme von „Fate“ niemals durchgängig in einem Song und lässt die Band oft seltsam uninspiriert wirken. Die Platte hat auf mich, wenn ich ganz ehrlich bin, so gut wie gar keine Wirkung, denn hängen bleiben tut hier nichts. Wie die Platte bei so vielen Kollegen von anderen Magazinen solche Höchstwertungen absahnen kann, will mir nicht in meinen wohl zu verbohrten Schädel. Aber eventuell hab ich auch nur das Kunstwerk nicht verstanden.

Mein Fazit: „Amoeba“ gibt mir rein gar nichts und wenn ich dem durchaus vorhandenen Talent der Musiker Tribut zolle, kommt eine Wertung im Mittelmass heraus.

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