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Hackneyed: Carnival Cadavre

Kraftvolles Album
Wertung: 8/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 41:38
Release: 22.08.2011
Label: Lifeforce Records

Das nennt sich mal Management: Das neue Hackneyed-Album „Carnival Cadavre“ wird nicht vollständig als Promo-Download für die Presseleute zur Verfügung gestellt, damit man noch eine Überraschung hat. So kommt’s also, dass uns hier statt 13 Songs nur elf Stück vorliegen. Was man davon halten soll? Lächeln und winken – ändern kann man’s ja doch nicht.

Versuchen wir also, hier trotz fehlender Stücke eine halbwegs sinnvolle Bewertung auf den Bildschirm zu bringen. Gespannt konnte man sein ob des neuen Outputs der jungen Death Metaller, schließlich gelten Hackneyed bereits seit ihrem Debüt „Death Prevails“ 2008 und des hochgelobten Nachfolgers „Burn After Reaping“ zur Speerspitze des deutschen Death Metal, obwohl die Herren und die Dame noch ziemlich jung und knackig sind. Die Schreiberin dieser Zeilen kennt das frühere Material der Combo zwar nicht explizit, durfte die Truppe aber auf dem Phoenix Festival 2010 live erleben und musste gestehen, dass die Herren und die Dame ordentlich was auf dem Kasten haben.

Für eine Band, die den Nachwuchsstatus quasi übersprungen hat und direkt mit den Großen spielen durfte (zum Beispiel auf Wacken) ist es natürlich doppelt schwer, ein "Make it or break it"-Album auf die Beine zu stellen, ohne a) der Kommerzialisierung anheim zu fallen und b) sich zu sehr zu wiederholen. Auch wenn mir Hackneyed in der Vergangenheit musikalisch etwas steif vorkamen, kann „Carnival Cadavre“ durchaus überzeugen – angefangen mit dem absolut genialen Opener „Raze The Curtain“ (natürlich stilecht mit Zirkusmusik und Ansager), der im unteren Frequenzbereich angelegt ist und direkt wieder beweist, dass Growler Phil es noch viel besser kann als auf dem damaligen Phoenix Festival. Der Mann bleibt zwar das ganze Album über konstant in der gleichen Tonlage, schafft es aber doch irgendwie, keine Monotonie aufkeimen zu lassen.

„Infinite Family“ startet dann mit einem wunderbaren Drum-Intro, gepaart mit leicht Cyber-mäßigen Gitarrenläufen, die ein bisschen Sci-Fi-Atmosphäre verbreiten, bevor Phils Monsterstimme wieder zum Einsatz kommt. Ab und an muss man sich ein Grinsen verkneifen, wenn der Blondschopf ein wenig klingt wie Devildrivers Dez Fafara – ein Mörderorgan, das durch den perfekten Sound natürlich optimal hervorgehoben wird.  Ähnlich wuchtet sich „Coulrophobia“ durch die Boxen, bei dem eher weniger auf rasantes Geschredder, sondern auf groovige Rhythmen und Breakdowns gesetzt wird. Man kann sich schon in etwa vorstellen, was der Track live anrichtet.

„Magic Malignancy“ ist da direkt ein anderes Kaliber: Viel Doublebass ebnet den Weg für einen überraschend frischen Refrain mit hintergründigem Klargesang in einer Art und Weise, die man so extrem selten hört. Da kommen nicht mal Assoziationen zu den x-mal geklonten üblichen Melodic-Death-Metal-Refrains auf, stattdessen besticht der Track durch sein ungewohntes Gewand. „Cure The Obscure“ startet dann etwas lahm, gegen Ende des Songs gibt es aber noch großartige Gitarrenarbeit von Juan und Devin zu hören: wunderbar stimmige Licks, die den Song auf ein neues Level heben und ihn derartig verbessern, dass man eigentlich nur sprachlos dem Finale entgegenschauen kann.

Hackneyed haben das "Make it or break it" wörtlich genommen und ein wirklich gutes und spannendes Album abgeliefert. Das Dauergrowlen wird mit der Zeit etwas fad, aber immer wieder schleichen sich instrumentale Details ein, die die Songs auflockern und interessant machen. Schade, dass man vorab nicht das ganze Album zu hören bekam, aber wer weiß, welche Überraschungen die letzten beiden Tracks „Extra Terroristical“ und „Standing Necrovation“ noch bereit halten? Zuzutrauen wäre Hackneyed beinah alles.

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