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Gypsy Dicks: Nothing To Lose

Ein netter Versuch, AC/DCs Erbe anzutreten
Wertung: 6/10
Genre: Classic Rock, Hard Rock
Spielzeit: 15:24
Release: 17.12.2009
Label: Rockphone Records

Was kommt dabei raus, wenn ein gebürtiger Australier, ein Hamburger Jung, ein Schwede und ein Slowake sich zusammentun? Die Antwort ist in diesem Fall einfach: dreckiger Rock’n’Roll, der das Erbe von AC/DC, Motörhead und Co. weiterführen soll. Vielleicht liegt es daran, dass auch die Wechselstrom-Rocker aus Down Under kommen; auf jeden Fall klingt Boerney Yard, seines Zeichens Sänger und auditives Aushängeschild der Gypsy Dicks, teilweise eins zu eins wie Brian Johnson. Ob man das nun mag, ist Geschmackssache, den hörbaren Spaß an der Musik und vor allem am Rocken kann man dem Quartett nun allerdings wirklich nicht absprechen.

Ganze sechs Jahre hat es gedauert, bis die Herren Yard, Drummer Shaka Cupcik, Bassist Kent Fernlund und Gitarrist Stefan Aurel ihre 4-Track-EP „Nothing To Lose“ zusammengeschustert hatten – was vielleicht unter anderem daran liegt, dass Letzterer auch noch ganz nebenbei bei den Hamburger Rockern Kickhunter in die Saiten haut. Und man will ja nicht einfach irgendwas auf den Markt werfen.

Dass die Vier sich Gedanken gemacht haben, merkt man der Scheibe jetzt nicht unbedingt an, gelungen ist sie allemal. Besonders überraschend fällt dabei direkt der Opener und gleichzeitig Titeltrack aus dem Rahmen: erdige Gitarren und rauer, erstaunlich tiefer Gesang kommen da aus den Boxen, Yards Stimme erinnert an eine Mischung aus Dave Wyndorfs manische Anfälle bei Monster Magnet und der Coolness des Tito & Tarantula-Frontmanns Tito Larriva – somit deckt der Sänger also beide Enden des Rockspektrums ab, erzeugt eine leicht psychedelische und gleichzeitig sehr relaxte Atmosphäre.

Ab dem zweiten Song „We Are Free“ bewegen sich die Herren Gypsy Dicks auf solidem, aber recht ungefährlichem Terrain. Der Brian Johnson-mäßige Gesang wird bis zum letzten ausgereizt, und es gibt sogar Harley Davidson-Motorgebrüll im Hintergrund – klischeebeladen, aber sicher gut zum Partymachen und zumindest musikalisch sehr solide kommt dieses Stück daher.

„Bang Boom Bang“ versetzt einen zumindest was den Gitarren-Sound angeht in „Thunderstruck“-Zeiten zurück, die Stimme klingt allerdings schon nicht mehr ganz so frisch – kein Wunder, eine solche Tonlage kann niemand lange durchhalten. Der Titel sagt eigentlich schon alles: Hier soll gebangt werden und zwischendurch soll man knallen… oder so ähnlich.

„Christmas Forever“ klingt glücklicherweise sehr unweihnachtlich (stellt sich die Frage, wer sich die Titel ausgedacht hat?!) – Herr Yard tötet sich allerdings fast selbst bei dem Versuch, sich mit seinem sehr hohen Gesang selbst zu überbieten und auch sonst klingt der Rausschmeißer nach den vorherigen beiden Songs; also dreckig, rockig und ein klein wenig überanstrengt.

Fazit: Für eine biergeschwängerte Nacht in einer verrauchten Kneipe ist „Nothing To Lose“ sicherlich perfekt und mehr muss man ja auch nicht erwarten von einer Band, die „Rock’n’Roll mit Leib und Seele“ machen will. Trotzdem: Ein klein wenig mehr Abwechslung wäre durchaus wünschenswert gewesen; Rock ist schließlich mehr als nur AC/DC.  

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