Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Gwydion: Ynis Mön

Durchschnittskost für den Durchschnittswikinger
Wertung: 5/10
Genre: Viking Metal
Spielzeit: 41:13
Release: 08.02.2008
Label: Trollzorn

Wikinger aus Portugal? Also, Sachen gibt’s… die würde es vielleicht besser doch nicht geben. Unter dem verheißungsvollen Namen Gwydion haben sich dem Hörensagen bereits im Jahre 1995 sechs passionierte Musiker zusammengetan, die ihren nordischen Vorbildern und dem Donnergott mal so richtig zeigen wollten, dass auch in südlichen Gefilden die Edda und all ihre musikalischen Auswüchse geschätzt werden bzw. einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben. Eines hat die Band dabei jedoch weitestgehend außer Acht gelassen: Viking Metal mag zwar partiell bunt und fröhlich sein, jedoch handelt es sich bei diesem Genre mitnichten um eine Karnevalsveranstaltung!

Sinnbildlich für den mäßigen, je geradezu billigen Eindruck, den die Band hinterlässt, ist sicherlich, dass die Band erst nach 13 Jahren mit eigenem Material aus dem Kreuz kommt. Genau jene Tatsache sagt nämlich schon einiges über die kompositorischen Qualitäten des Debütalbums „Ynis Mön“ aus, welches zur Hälfte von einem nervigen Klimperkasten überschattet wird, aber auch in Sachen Ideenreichtum mehr oder minder bescheiden konstruiert ist.

Was einem beispielsweise als erhabene Atmosphäre verkauft wird, darf man mit ein wenig Weitsicht auch gleichsam als Kitsch verkaufen, die hymnischen Parts sind vermehrt hilflos zusammengestellt, und wenn es dann in Richtung Black Metal geht, gelingt es der Band zu keiner Zeit, die kanalisierte Aggression auch adäquat auf die Songs zu übertragen.

So beginnt das Album bereits mit einem unfreiwillig komischen Beitrag; im Opener "Rebirth" beispielsweise bemüht man den Quetschkasten und seilt sich in Finnlands unterste Humppa-Schublade ab, ohne sich dabei wirklich bewusst zu sein, wie naiv das Ganze aufgebaut ist. Kein Wunder also, dass ein derartiger Fauxpas in „Turning Of The Wheel“ gleich noch einmal neu belebt wird. Wer Standards wie Finntroll gewohnt ist, wird das hier jedenfalls nur müde belächeln.

Und sonst? Episch soll’s sein, majestätisch und was weiß ich nicht noch alles. Aber vom Songwriting über die Produktion bis hin zur zweitklassigen handwerklichen Leistung ist die Arbeit dieser Portugiesen auch nach knapp anderthalb Dekaden immer noch defizitär und vor dem Hintergrund der hohen Qualität in diesem Sektor heute kaum tragbar. Da hilft selbst der Exotenstatus nur noch wenig!

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna