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Gwydion: Horn Triskelion

Wein, Weib und Gesang – Neue Götter für Asgard
Wertung: 9.5/10
Genre: Viking Folk Metal
Spielzeit: 50:40
Release: 09.04.2010
Label: SMP Records/Trollzorn

Barbarische Wikinger, derbes Geschrei und eine klebrige Flasche Met! Wer jetzt gedanklich seinen Blick gen Norden richtet, der hat eindeutig zu viele Klischees im Kopf. Denn guter Viking Folk Metal muss nicht aus dem Norden stammen. Das beweisen die sechs Portugiesen von Gwydion, die mit ihrer zweiten Scheibe „Horn Triskelion“ für einen so lauten Aufschrei sorgen, dass selbst hier in Deutschland jeder Anhänger der Viking-Metals bei diesen Klängen automatisch sein Methorn zücken wird.

Mit „Horn Triskelion“ kommt eine so monumentale Scheibe auf den Markt, wie man sie trotz der Fülle an Folk-Metal-Bands nur selten zu Hören bekommt. Ihr Sound ist so vielfältig und allumfassend, dass es einem die Sprache verschlägt. Dominierend auf diesem Album sind eindeutig die eingängigen, mitreißenden Melodien, die, obwohl sie in manchen Liedern zu sehr nach Synthesizern klingen, im allgemeinen so viel Charme versprühen, dass man unweigerlich sofort von einer Laune auf Tanz und Gesang gepackt wird. Dabei bedienen Gwydion mit ihrer neuesten CD extrem geschickt alle Lager des Viking Metals, ohne dass die einzelnen Lieder an Authentizität verlieren. Ruhige, verträumte Akustikgitarren und edle Frauenstimmen sind genauso Bestandteil wie derbes Männergrölen mit ner Extraportion Humppa. Fans von Finntroll, Equilibrium oder Thyrfing werden ebenso gefallen daran finden, wie Anhänger von Eluveitie.

Roter Faden in dieser Sache ist eindeutig der Gesang von Ruben Almeida, der sich besonders vielfältig zeigt. Die meisten keltischen Mythen und nordischen Sagen, um die es bei „Horn Triskelion“ geht, werden von ihm in einer so derben Gesangsart vertont, dass sie regelrecht fies dahingespuckt klingen und die gesamte CD dadurch einen netten barbarischen und heroischen Klang bekommt. Seine voluminöse, tiefe Stimme setzt er teils aber auch sehr erzählerisch ein, wie man es in „Mead Of Poetry“ zu hören bekommt. Unterstützt wird er des Öfteren von derbem Gegröle einer ganzen Horde von Männern, die zwar nicht viel Text, dafür aber umso mehr Stimmung zum Besten geben. Aber auch die äußerst epische Seite dieses Album sollte nicht unerwähnt bleiben. Diese zeigt sich neben der instrumentellen Spielart (besonders schön in „At the Sumbel“) auch besonders in dem hohen, klassisch dargebotenen Frauengesang. Diese filigranen Gesangeinlagen wirken gerade in der Kombination mit den rauen Vocals besonders reizvoll und werten das Album weiterhin ungemein auf.

Aber Gwydion lassen sich auch nicht nehmen die Stimmen der Gastsängerinnen mit cleanen Vocals des männlichen Gesangs zusammen zur Ekstase zu führen. Diese beiden Varianten werden von der portugiesischen Band sogar in ein und demselben Song mit dem Namen „Oflussa“ vertont. Spätestens ab diesem Lied kann man dem Album nicht mehr widerstehen, was zur Folge hat dass dies zwangsläufig laut gehört werden muss. Und das ist auch kein schlechter Zeitpunkt, die Lautstärke ordentlich aufzudrehen, da das anschließende Lied mit hüpfendem Humppa-Metal à la Finntroll aufwartet. Das Album springt des Öfteren relativ übergangslos wie hier von Subgenre zu Subgenre. Die Übergänge wirken aber keinesfalls abrupt, sondern sind so geschickt eingefädelt, dass dem Hörer keine Nerven, sondern lediglich Aufmerksamkeit abgerungen wird. Dadurch wird das Album mit seinen eigentlich durchschnittlichen 50 Minuten zu einem ungeahnt langen Hörerlebnis.  

Gwydion, eigentlich der Name eines Zauberers und Halbgottes aus der keltischen Mythologie, machen dieser mythologischen Figur mit ihrem Album wirklich alle Ehre und haben sich Beachtung durchaus verdient. Wer diesen lauten Schrei nach Met nicht gehört hat, der muss taub sein!

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