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Gutalax: Shit Happens

Eine ungesunde Fixierung auf Fäkalien lässt sich erkennen...
Wertung: 4/10
Genre: Grindcore, Deathgrind, Goregrind
Spielzeit: 29:59
Release: 13.07.2015
Label: Rotten Roll Rex

Die Tschechen Gutalax scheinen, wie im Bereich Grind/Death-Grind nicht ganz selten, eine gewisse Vorliebe für Ausscheidungen zu hegen, hörte doch das Debütalbum vor vier Jahren bereits auf den Namen „Shit Beast“. Das aktuelle Album „Shit Happens“ trägt einen nicht minder klangvollen Namen und wird eingeleitet von – man möchte es kaum für möglich halten – Flatulenz- und Diarrhoe-Geräusche. Damit haben die Grinder ihr Terrain bereits abgesteckt, denn obwohl man die Texte der 16 Tracks nicht versteht, geht es sicherlich um nichts anderes als Scheiße in all seinen Farben und Formen.

Dieser wenig appetitliche Einstieg zur besten Brunch-Zeit (die Uhr am Computer zeigt 11:12 Uhr) dürfte die ersten Hörer schon abschrecken, aber was ein wahrer Grind-Fan ist, der lässt sich nicht von solchen Nichtigkeiten vergraulen. Wobei man hinzufügen muss, dass sich das musikalische Niveau des Fünfers jetzt nicht unbedingt besonders hoch ansiedeln lässt. Dicke Pluspunkte gibt es aber für das (trotz Comicstil) ziemlich eklige Cover-Artwork. Die Stilbezeichnung „Death’n’Roll“ kann man den Tschechen nun aber wirklich nicht durchgehen lassen.

Leider wird hier so ziemlich das Klischee bedient: Kennste einen Song, kennste alle. Was nach dem unsäglichen Intro „Dick Dip“ (trotz des malerischen Titels) mit dem muttersprachlichen Titel „Vylizani Hnedky Stokilovy Stetky“ (die englische Übersetzung folgt auf dem Fuße mit "Licking the Brown Line of Fat Old Granny Bitch") noch recht dynamisch, wenn auch augen- und ohrenscheinlich mit viel Bree-Bree-Bearbeitung daherkommt, wird schon mit „Fart Fart Away“ eher fad, dabei liefern Gualax mit „Hairytails“, „Shit ’Em All“ oder auch „Brothers In Ass“ gleich mehrere mögliche Titel für Pornofilme aller Art.

Tierisch schade ist die mangelnde Ernsthaftigkeit hier vor allem deswegen, weil Tracks wie „Cock Corn“ wiederum zeigen, dass beispielsweise Bassist Kebab ein ordentliches Solo vom Stapel lassen kann und auch Sänger Maty lässt mal den Deathgrinder raushängen und grunzt sich durch die Tiefen der Tonleiter. Bei „Rectal Oraculum“ bringen die Jungs dann tatsächlich für einen Moment Hardcore-Feeling auf, obwohl die kurzen Gangshouts hier doch ein wenig fehl am Platz wirken.

Viel mehr kommt da allerdings nicht mehr und das ist bei 16 Songs schon ziemlich schade. Klar zeigt man sich beeindruckt von dem höllischen Schreien, die Maty ab und an loslässt, den Gutteil der Zeit verbringt man aber damit, sich zu fragen, ob und wie viel künstlicher Anteil bei all dem Gegrunze vorhanden ist. Einige wenige Lieder brechen zumindest phasenweise aus dem gewohnten, hier schon arg strapazierten Grindkorsett aus (siehe beispielsweise das rasante „Hairytails“, das sich beinah schon tanzbar zeigt), der Großteil bleibt aber verhältnismäßig stumpf. Wobei: Live machen die Tschechen sicherlich jede Menge Spaß, immer vorausgesetzt, sie bewerfen das Publikum nicht mit den Inhalten der Texte, bei denen man die meiste Zeit doch froh ist, sie nicht zu verstehen.

Fazit: „Shit Happens“ passt vom Titel her wie Arsch auf Eimer, zumindest wenn man so unsägliche Songs wie „Dick Dip“ oder „Shit ’Em All“ ins Feld führt. Hier bewegt sich das Quintett auf humoristischem Grundschulniveau – schade, wenn Tracks wie „Cock Corn“ zeigen, dass die Fünf es wesentlich besser können. Sicherlich finden sich aber auch hier Fans, denen einfach nichts zu lahm ist.

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