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Guns Of Moropolis: In Dynamite We Trust

Vertraut auf Dynamit! Es lohnt sich!
Wertung: 8/10
Genre: Metalbilly
Spielzeit: 40:26
Release: 29.04.2011
Label: Recent Records/Alive

Metalbilly. Metal plus Rockabilly? Volbeat? Fast. Die Vermutung, die Dänen um Michael Poulsen hätten ihrem Trademark-Sound einen Genreneologismus spendiert, liegt nahe. Doch die im Vergleich zu anderen Wortschöpfungen sogar noch recht annehmbar klingende Bezeichnung hat ihren Ursprung ein paar hundert Kilometer weiter südlich – im Schwabenland. Hier holzen, trinken und grooven seit 2009 die Guns Of Moropolis, die mit „In Dynamite We Trust“ nun ihre Debütscheibe vorlegen. In klassischer Power-Trio-Besetzung servieren August Paulsen, André le Sonneur und Oidre Gschwendtner ihre eigene Vorstellung von gestähltem Rock'n'Roll und können damit auf ganzer Linie überzeugen.

Vor allem können sie beweisen, dass der Versuch, Metal und Rockabilly zu mischen eben nicht immer in einer Volbeat-Kopie münden muss. Sänger August Paulsen liegt zwar stimmlich (und nachnamenstechnisch) nicht weit entfernt von Michael Poulsen, bemüht sich aber erfolgreich um eine eigene Note. Auf instrumentaler Seite gehen die Guns etwas rockiger zu Werke als ihre dänischen Vettern, auch wenn Parallelen natürlich trotzdem zuhauf vorhanden sind. Das stört allerdings nicht weiter, denn „In Dynamite We Trust“ bringt in erster Linie Spaß ohne Ende. Schon die ersten drei Songs brennen ein wahres Feuerwerk an Grooves, Gitarrenriffs und mitgröhltauglichen Hooklines ab. „MC Boogie“ verdeutlicht dabei wohl am Besten, wie Metalbilly zu funktionieren hat: Elvis-Anklänge im Gesang, Country-Picking und fettes Gitarrenbrett im Wechsel, dazu unwiderstehliche Melodien und ein astreiner Dada-Text: „Boogie Woogie at Mc Donald's“? Gerne. „Black Metal over Disneyland“? Immer her damit!

„Queen Mary“ überzeugt als deutlich an AC/DC angelehnte Hardrock-Hommage an die Herzensdame, während „HDK-DK-25“ ein Autokennzeichen zum Symbol für die guten alten Zeiten erhebt. Wenn mal nicht der lyrische Nonsens regiert, bewegt sich die Themenauswahl also größtenteils im vorhersehbaren Rahmen. Macht aber nichts, denn die Texte sind erfreulich unpeinlich; teils sogar originell. Ohnehin kommt es mehr auf die Melodien an und die büßen bis zum Schluss nichts von ihrer Griffigkeit ein. Mit songwriterischen Feinheiten rücken Guns Of Moropolis ihre Refrains gern und gekonnt ins rechte Licht: Ein immer wiederkehrendes Stilmittel sind schnodderige, von August mehr gesprochene als gesungene Schlagworte, die den Fluss eines Songs kurz unterbrechen und ihn damit dynamischer gestalten.

Nach elf Rocksongs überraschen GOM am Ende der Tracklist mit völliger Andersartigkeit: eine ruhige Ballade, nur bestehend aus vom Klavier begleiteten Gesang; erneut melodisch hervorragend und von so hypnotisch-betörender Schönheit, dass man zunächst gar nicht bemerkt, was für einen Unsinn August hier gerade dahersäuselt: „We are the Guns/we make the sons“. An den eigenwilligen Humor des Trios ist man bis dahin aber längst gewöhnt – schließlich hat man sich auch schon über die Partyhymne „James“, die hauptsächlich Trägern dieses Namens huldigt, amüsiert. Ach, und „Chuck Saves“ bittet Chuck Berry darum, doch mal die Welt zu retten. In diesem Sinne: „Arise Moropolis once more! Glory to the brave as the hammer falls.“ Besser hätten es Manowar wohl nicht sagen können.

Vor allem Volbeat-Fans werden „In Dynamite We Trust“ zu würdigen wissen, denn trotz eigener Note hauen die Guns doch in dieselbe Kerbe. Doch auch alle anderen kriegen hier eine gute Portion partytaugliche, originelle Rockmusik geboten. Gerade im Hinblick auf den herannahenden Sommer ist diese Platte ein Garant für Ohrwürmer und gute Laune.

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