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Gun Barrel: Live At The Kubana

Ein Live-Album, das die Bezeichnung "live" auch verdient
keine Wertung
Genre: Hard Rock/Heavy Metal
Spielzeit: 68:21
Release: 07.05.2010
Label: Eigenproduktion

Nicht wenige Bands meinen heutzutage, schon nach einem oder zwei Alben ein Live-Produkt herausbringen zu müssen; die Kölner Hard Rocker/Heavy Metaller Gun Barrel hingegen haben sich ein wenig Zeit gelassen und verwöhnen ihre Fans erst nach vier Full-length-Scheiben sowie einer EP mit live mitgeschnittenem Material – und eigentlich ist das ja auch wesentlich sinnvoller. Zumal die Band außerdem gerade zum ersten Mal genullt hat, sprich, ihren zehnten Geburtstag feierte, als sie im letzten November das zu besprechende Konzert im Kubana in Siegburg bestritt, bei dem man neben Tormentor und Perzonal War auf der Bühne stand.

Aufgrund dessen hat das Quartett neben der vorliegenden Live-CD, die momentan noch lediglich in mp3-Form erhältlich ist, am 27. August aber als Digipack erscheinen soll, auch gleich noch eine DVD, die neben dem Konzert noch eine ausführliche Banddokumentation enthält und passenderweise „Gunniversary“ betitelt wurde, herausgebracht.

Im Gegensatz zu ihren vorigen Studioalben, die bei LMP herauskamen, haben die Jungs „Live At The Kubana“ in Eigenregie aufgenommen und produziert, außerdem liefert der neue Frontmann Silver gleich mal eine Kostprobe seines Könnens ab und macht ziemlich schnell deutlich, dass die Band mit ihm einen guten Griff getan hat. Er kommt seinem Vorgänger, dem Ende März diesen Jahres völlig überraschend verstorbenen Xaver Drexler (R.I.P.) ziemlich nah und besitzt ähnlich viel Dreck und Rotz in der Stimme. Es sei außerdem erwähnt, dass der Mann Belgier ist, daher sollte sich niemand darüber wundern, warum er bei einem Konzert in Deutschland als Mitglied einer in Köln ansässigen Combo englische Ansagen vollzieht, die sich im Übrigen auf das übliche „the next song is called“ etc. beschränken.

Was ebenfalls schon nach wenigen Sekunden klar zum Vorschein kommt, ist die Tatsache, dass mehr Live-Authentizität als bei dieser Scheibe kaum möglich ist. Das Publikum ist recht deutlich zu vernehmen und auch der Sound der Band ist unverkennbar durch und durch live. Sehr schön, dass es noch Bands gibt, die auf echtes Live-Feeling Wert legen und nicht hinterher nachbearbeiten. Da nimmt man auch mal ein paar - ganz seltene - Spielfehler in Kauf – das ist allemal liebenswerter als aufpolierter und somit letztlich verfälschter Sound.

Was nun die Setlist betrifft, bieten Gun Barrel einen gelungenen Querschnitt durch ihre bisherigen vier Alben, die allesamt relativ gleichberechtigt berücksichtigt werden. Bei insgesamt fünfzehn Songs plus zwei Intros kann sich wohl keiner beklagen, zumal auf dem angekündigten Digipack bestimmt noch der ein oder andere Song mehr zu finden sein wird. So oder so ist die Hitdichte enorm: Ob „Outlaw Invasion“, „Front Killers“, „Bombard Your Soul“, „Brother To Brother“, „Battle-Tested“ oder das begeistert mitgeklatschte „On The Road Again“, bei dem die Band ihre einzelnen Mitglieder vorstellt – Gun Barrel machen mit ihren eingängigen, straight nach vorne rockenden Nummern einfach Spaß.

Kurzum: „Live At The Kubana“ ist ein wirklich gutes Livealbum, das mit ausgewogener Setlist glänzt, in erster Linie allerdings durch den sehr authentischen Sound jede Menge Punkte auf der Haben-Seite verbuchen darf. Aus diesem Grund kommt das Konzert auf Konserve fast so geil, wie es garantiert für alle damals Anwesenden gewesen ist. Fans müssen auf jeden Fall zugreifen.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann