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Gun Barrel: Damage Dancer

…bleiben im Besitz der Arschtrittlizenz…
Wertung: 8,5/10
Genre: Hard Rock/ Heavy Rock/ Rock’n’Roll
Spielzeit: 50:11
Release: 21.03.2014
Label: Massacre Records

Das Kölner Quartett Gun Barrel taucht ja nun nicht zum ersten Mal auf diesen Seiten auf, denn gerade auf dem Livesektor gilt es fernab närrischer Tendenzen zu attestieren, dass sie ganz oben auf der „Arschtrittlizenzhaben“-Liste anzusiedeln sind. Mit dem nun vorliegenden, mittlerweile sechsten Studioalbum „Damage Dancer“ ist natürlich kein selbstzerstörerischer Ausdruckstanz im Reigen eines Moshpits angedacht, vielmehr schaffen es die Kölsche Jungs, einmal mehr mit einer Mischung aus Hard Rock und Metalanleihen ihren ganz eigenen Rock('n' Roll) in den weltweiten Szenebund zu pusten.

Natürlich kann man nun lange lamentieren, warum denn Gun Barrel noch immer auf der Stelle herumkrebsen und beileibe nicht schon zu den teutonischen Megastars gehören, aber da zeigt sich wohl eher, dass das Musikgenre zwar gewissen Kaufgesetzen unterliegt, aber nicht immer die Qualität dabei die Oberhand gewinnt. Auf vorliegendem „Damage Dancer“ ist nun jedenfalls zum zweiten Male Sänger und „Neuzugang“ Patrick Sühl zu hören, und was schon für die Liveshows gilt, dass er sich nämlich immer mehr freigeschwommen hat und so von einem Sänger zum Frontmann reifte, darf man nun auch auf dem ausgewogenen neuen Album bewundern.

Im Grunde aber setzen die Vier auf ihre altbewährten Muster und lassen großartige Experimente außen vor. Der Opener und Titelgeber „Damage Dancer“ steht dabei ganz in der Tradition des Vorgängers „Brace For Impact“, leicht sleazige Ausflüge unternehmen sie mit „Bashing Thru“ oder auch mit dem bassdominierten „Rise Up The Storm“. „Ride The Dragon“ ist dagegen ein beschwingter Rock’n’Roller, wobei Patrick sich hier insofern auszeichnet, als dass er auch bestens die höheren Stimmlagen beherrscht.

Neben den ganzen Stampfern wie beispielsweise „Passion Rules“, wo sich Patrick erstmals deutlich mehr in Szene setzen kann, weil hier die Stimme das tonangebende Element darstellt, sorgt dann die Doublebass zeitweise für eine deutliche Tempoverschärfung. Diese Waffe nutzen sie noch anfangs bei „Whiteout“, „Building A Monster“ dagegen ist eine Uptempo-Wuchtbrumme, die schnell den Eindruck von „Judgement Day“ untermauert, wo Gun Barrel einen „Dicke-Buchse-Rocker“ mit Breitgrinsfresse und dem genau richtig abgestimmten Pfiff an Groove und rolliger Härte hingelegt haben. Während bei „Vultures Are Waiting“ immer wieder ein wenig Down-Under-Gleichstrom-Wechselstrom-Flair aufkommt, hätte selbst Ronnie James bei „Heading For Disaster“ kaum eine bessere Gesangslinie abliefern können.

Und was bleibt als Fazit übrig, wo doch eigentlich alles geschrieben ist? Arschlecken dreifuffzig, Gun Barrel bleiben im Besitz der Arschtrittlizenz, bauen weiterhin auf ihren typischen Sound aus Hard Rock und Metal, rotzen weiterhin, was das Zeug hält, und auch Fronter Patrick schwimmt sich so ganz nebenbei einfach kurzerhand frei. Dieses bedeutet dann auch locker flockig achteinhalb Punkte. Und um es mit barrelschen Worten zu formulieren: „Building A Monster“ – jawohl, umgesetzt, verinnerlicht und nun auch auf Tonspuren der Nachwelt erhalten. Und solange die Riech-CD mit der extra Portion Schweiß noch nicht erfunden ist, darf man auch in den heimischen Wänden Luftgitarre und Nackenmuskulatur trainieren.

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